Nick Hamilton
| Nick Patrick | |
|---|---|
| Nick Patrick | |
| Geboren am | 9. November 1959[1] Lakeland (Florida), Florida, USA[1] |
| Wrestling-Daten | |
| Körpergröße | 188 cm[2] |
| Kampfgewicht | 100 kg[2] |
| Debüt | 1979[1] oder 1980[2] |
Joseph Nicholas Patrick Hamilton (* 9. November 1959 in Lakeland, Florida) ist ein US-amerikanischer Pro-Wrestler, der als Ringrichter im Pro-Wrestling tätig war. Er ist der Sohn des Wrestlers Jody „The Assassin“ Hamilton und ist besser bekannt unter seinem Ringnamen Nick Patrick.
Nach Mitte der 1990ern gehörte Hamilton zu den bekanntesten Wrestling-Ringrichtern, der bei Fans und Akteuren umstritten war. So wurde er als parteiischer Ringrichter der Wrestlingliga World Championship Wrestling (WCW) und später als eigener Ringrichter des Wrestlingstables New World Order (nWo) dargestellt. Vor allem in der nWo-Zeit war Hamilton mehrmals wöchentlich auf Fernsehkanälen der USA und Europas präsent.
Karriere
1979/80–1996
Hamiltons Start als Pro-Wrestler wird heute widersprüchlich angegeben. So werden in den deutschsprachigen Wrestling-Datenbanken „Genickbruch“ und „Cagematch“ die Jahreszahlen 1979[1] und 1980[2] angegeben.
Hamilton trat in der Anfangszeit in kleineren, unabhängigen Ligen an, die im Rahmen der National Wrestling Alliance (NWA) veranstalteten. Später begann er in der NWA aufgrund einer erlittenen Nackenverletzung als Ringrichter zu arbeiten.[1] So brachte er es im Laufe der Zeit vom regionalen zum Chefringrichter der WCW.
1996–1998
Hamilton wurde 1996 in jene Storyline eingebunden, welche der WCW zur marktführenden Liga verholfen hat. Dazu wurde er nach der Veranstaltung „Bash at the Beach" 1996 beim Aufbau des Stables nWo beteiligt.
Hamilton wurde von der WCW als parteiischer Ringrichter dargestellt. Die erste Veranstaltung, bei der Hamilton seine neue Rolle umsetzten durfte, war bei „Road Wild" 1996, im Match von Scott Hall und Kevin Nash (nWo) gegen Sting und Lex Luger (WCW) um den WCW Tag Team Title. Hamilton sank zu Boden, traf dabei die Kniekehle von Luger, welcher darauf ebenfalls zu Boden fiel und somit von Hall gecovert werden konnte. Hamilton zählte den anschliessenden Three-Count außergewöhnlich schnell durch und erklärte Hall und Nash zum Sieger.
Im Zuge der ausgearbeiteten Storyline griff Hamilton als Ringrichter der WCW immer öfter in das Matchgeschehen ein und verhalf diversen nWo-Wrestlern durch Fehlentscheide zum Sieg. Andere Male täuschte er Genickschmerzen vor und zählte den Three-Count nur langsam oder gar nicht durch, so beispielsweise bei „Halloween Havoc" 1996, als er WCW-Wrestler Randy Savage um den WCW World Heavyweight Title gegen nWo-Anführer Hollywood Hogan brachte.
Kurz bevor Hamilton offiziell als nWo-Mitglied dargestellt wurde, leitete er – nebst seinen Auftritten als parteiischer WCW-Ringrichter – anonym und maskiert als „namenloses nWo-Mitglied“ einige Matches.
Ab Ende 1996 wurde Hamilton dann offiziell als nWo-Ringrichter eingesetzt. Damit wurde er längerfristig in die ausgearbeitete Storyline eingebunden. Bei „Souled Out" 1997 leitete er jedes Match des Abends.
Bei „Spring Stampede" 1997 stellte er jedoch in zwei Matches einen zögerlichen Gesinnungswechsel zurück zur WCW dar und wurde daraufhin aus der nWo rausgeworfen.
In der nachfolgenden Zeit blieb sein Ruf, parteiisch zu sein, noch lange Zeit an ihm haften, was die Booker der WCW für die weitere Storyline der nWo nutzten. So bei „Starrcade" 1997, als Bret Hart nach dem Sieg Hollywood Hogans (nWo) eine Wiederaufnahme des Matches forderte. Hart war der Ansicht, Hamilton habe den Three-Count bei Hogans Cover zu schnell durchgeführt und so Sting (WCW) um den Sieg gebracht. Dies führte bei den Fans allerdings zu Verwirrung, da der Count nicht schnell genug war, um diesen als offensichtlichen Betrug zu erkennen. Dieser "botched fast count" (verpatzte schnelle Zählung) gilt heute als einer der größten Fehler in der Geschichte der WCW, da dieser den Höhepunkt einer 18-monatigen Storyline mit der Fehde zwischen dem nWo-Anführer Hogan und dem einstigen WCW-Flaggschiff Sting ruinierte. Und er markierte im Nachhinein für viele Fans den Punkt, an dem die WCW begann, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Hamilton gab später an, er habe von den Offiziellen der WCW, aber auch von Hogan und Sting, unterschiedliche Anweisungen erhalten, wie er den Count darstellen soll. So habe er schlussendlich die offizielle Anweisung ausgeführt, die gemäß Hamilton lautete, den Count etwas schneller als für ihn üblich, jedoch nicht zu schnell durchzuführen. Rückblickend gibt Hamilton an, dass dies die schwierigste Zeit seiner beruflichen Laufbahn war.
Aufgrund dieser Geschehnisse wurde Hamilton Anfangs 1998 kurzzeitig beurlaubt. Beim "Superbrawl" 1998 wurde er wieder reaktiviert, durfte bei einem Re-Match zwischen Hollywood Hogan und Sting als Ersatzringrichter auftreten und Letzterem den Sieg zusprechen - diesmal nach einem unbestrittenen Three-Count.
1998–2001
In Folge wurde Hamilton wieder ausschliesslich als unumstrittener und neutraler WCW-Ringrichter dargestellt. In den letzten Monaten der WCW hatte er zudem die Rolle eines Road Agents inne.
2001–2008
Als World Championship Wrestling 2001 durch die damalige World Wrestling Federation (WWF) aufgekauft wurde, durfte Hamilton seine Rolle als parteiischer Ringrichter wieder aufnehmen. So entschied er bei Matches der WWF-Wrestler gegen ihre Kontrahenten aus der WCW ausschließlich zu Gunsten der Letzteren. Das WWF Board of Directors setzte schließlich ein Match an, in welchem Hamilton gegen den WWF-Chefringrichter Earl Hebner antreten musste. Dieses fand bei „WWF Invasion“ statt und Hamilton verlor dieses. Anschließend wurde Hamilton als Ringrichter bei Smackdown eingesetzt. Dort stieg er bis zum Chefringrichter auf und war als solcher bis 2008 tätig.