New Britain Museum of American Art

New Britain Museum of American Art

Chase Family Building (Außenansicht), New Britain Museum of American Art, New Britain, Connecticut, USA
Daten
Ort 56 Lexington Street, New Britain, Connecticut
Art
Kunstmuseum
Eröffnung 1903
Leitung
Brett Abbott
Website

Das New Britain Museum of American Art (NBMAA) ist ein Kunstmuseum in New Britain, Connecticut. Es wurde im Jahr 1903 gegründet und hat sich auf die Sammlung und Ausstellung amerikanischer Kunst spezialisiert. Die Sammlung umfasst rund 8200 Werke, darunter Gemälde, Arbeiten auf Papier, Skulpturen und Fotografien von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart.[1][2]

Geschichte

Die Gründung des Museums geht auf den örtlichen Industriellen John Butler Talcott und das New Britain Institute zurück. Ursprünglich sollte die Sammlung der Bildung und kulturellen Bereicherung der Gemeinschaft dienen. Das Museum wurde rasch als eines der ersten Museen in Nordamerika bekannt, das sich auf die Bewahrung und Ausstellung ausschließlich amerikanischer Kunst spezialisiert hat. Im Jahr 1934 richtete es die erste permanente Ausstellung amerikanischer Kunst ein. In den folgenden Jahrzehnten erweiterte das Museum kontinuierlich seine Sammlung. 2003 wurde der 100. Geburtstag des Museums gefeiert. 2006 wurde ein Erweiterungsbau fertiggestellt, der zusätzliche Ausstellungsräume und moderne Besucherangebote schuf.[2]

Architektur

Das Museum ist in der John Butler Talcott Mansion untergebracht, einer ehemaligen hochherrschaftlichen Villa aus dem 19. Jahrhundert. Durch moderne Anbauten und Erweiterungen wurde das Gebäude ergänzt. Der im Jahr 2006 fertiggestellte Erweiterungsbau, der die Ausstellungsfläche auf rund 3600 Quadratmeter verdoppelte, wurde vom Architekten Herbert S. Newman entworfen. Die Architektur verbindet historische Bausubstanz und zeitgenössische Elemente. Die lichtdurchfluteten Galerien und offenen Raumstrukturen sollen das Besuchererlebnis verbessern.[2]

Sammlung

Der Museumsbestand reicht von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart und beinhaltet Werke aus vier Jahrhunderten amerikanischer Kunst.[3]

Koloniale und föderale Malerei

Die Sammlung umfasst zahlreiche Porträts aus der Kolonial- und Föderalzeit von Künstlern wie John Smibert, John Trumbull, John Singleton Copley, Gilbert Stuart und Mitgliedern der Peale-Familie.

Landschaftsmalerei der Hudson River School

Ein herausragender Schwerpunkt liegt auf Werken dieser künstlerischen Strömung, darunter Landschaften von Thomas Cole, Asher B. Durand, Martin Johnson Heade, John Kensett, Albert Bierstadt und Frederic Edwin Church.

Stillleben-Malerei

In diesem Bereich sind Werke von Raphaelle Peale, Severin Roesen, William Harnett, John Peto, John Haberle und John La Farge zu sehen.

Genre- und Historienmalerei

Die amerikanische Genremalerei wird durch Künstler wie John Quidor, William Sidney Mount und Lilly Martin Spencer repräsentiert. Zu den Werken aus der Zeit nach dem Bürgerkrieg zählen Arbeiten von Winslow Homer, Thomas Eakins, John Singer Sargent, George de Forest Brush und William Paxton sowie 19 Gips- und Bronzeskulpturen von Solon Borglum.

Amerikanische Impressionisten

Die Impressionisten der Vereinigten Staaten sind mit Arbeiten von Mary Cassatt, Theodore Robinson, John Henry Twachtman, J. Alden Weir, Willard Metcalf und Childe Hassam (mit elf Ölgemälden) vertreten. Spätere impressionistische Werke stammen von Ernest Lawson, Frederick Carl Frieseke, Louis Ritman und Maurice Prendergast.

20. Jahrhundert und Moderne

Die Sammlung enthält rund 60 Werke von Mitgliedern der Ash Can School. Zu den ersten Modernisten zählen Alfred Henry Maurer, Marsden Hartley, John Marin, Georgia O’Keeffe und Max Weber. Zu den bedeutenden Precisionisten zählen Charles Demuth, Charles Sheeler, Preston Dickinson und Ralston Crawford. Das Museum besitzt umfangreiche Werkkomplexe der Sozialen Realisten Ben Shahn, Romare Bearden, Jacob Lawrence und Jack Levine sowie der Regionalisten: Grant Wood, John Steuart Curry und Thomas Hart Benton. Zu sehen ist unter anderem Bentons berühmtes, aus fünf Teilen bestehendes Wandgemälde The Arts of Life in America (1932). Werke von Stuart Davis, Ilya Bolotowsky, Esphyr Slobodkina, Balcomb Greene und Milton Avery sind amerikanische abstrakte Künstler prominent vertreten. Es sind spätere Beispiele für den Surrealismus von Kay Sage und George Tooker sowie für den abstrakten Expressionismus von Lee Krasner, Giorgio Cavallon, Morris Graves, Robert Motherwell, Sam Francis und Cleve Gray zu sehen. Die Pop- und Op-Art wird durch Andy Warhol, Larry Rivers, Robert Indiana, Tom Wesselman und Jim Dine repräsentiert. Die Konzeptkunst wird durch Christo und Sol LeWitt repräsentiert und der Fotorealismus durch Robert Cottingham.

Skulpturen und Gegenwartskunst

Die Skulpturensammlung umfasst Werke von Harriet Whitney Frishmuth, Paul Manship, Isamu Noguchi, George Segal und Stephen DeStaebler. Zu den herausragenden Kunstwerken zählen The Cycle of Terror and Tragedy von Graydon Parrish, eine großformatige Allegorie auf die Terroranschläge vom 11. September 2001.[4]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Laurene Buckley: New Britain Museum of American Art: Highlights of the Collection. Prestel Pub., 1999.
  • Pamela T. Barr: New Britain Museum of American Art: Highlights of the Collection Volume II. New Britain Museum of American Art 2004.
Commons: New Britain Museum of American Art – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. New Britain Museum of American Art | Art Museum in New Britain, CT. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b c About the New Britain Museum of American Art. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  3. New Britain Museum of American Art Permanent Collection. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
  4. Cycle of Terror and Tragedy by Graydon Parrish. 1. September 2021, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).