Neema Namadamu

Neema Namadamu ist eine kongolesische Frauen-, Friedens- und Behindertenrechtlerin.[1] Sie gründete 2012 die Synergy of Congolese Women’s Associations (SAFECO).[2] Mit dem in Bukavu aufgebauten Maman-Shujaa-Medienzentrum verschafft sie Frauen digitale Kompetenzen und öffentliche Sichtbarkeit.[3] Sie wurde überdies durch Programme zum Schutz und zur Regenerierung des Itombwe-Regenwaldes bekannt, die sie in Partnerschaft mit dem Women’s Earth and Climate Action Network (WECAN) vorantreibt.[4] Im Jahr 2023 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[5]

Leben

Namadamu wuchs im Hochland von Itombwe in der Provinz Süd-Kivu auf.[6] Mit zwei Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung, was zu einer körperlichen Beeinträchtigung führte.[2] Bereits als junge Frau moderierte sie eine Radiosendung, in der sie für die Rechte von Menschen mit Behinderungen eintrat.[2] Sie wurde als erste Frau mit Behinderung aus ihrer Volksgruppe mit einem Hochschulabschluss in der DR Kongo bekannt.[1] Später arbeitete sie als technische Beraterin des kongolesischen Ministeriums für Gender und Familie.[2]

Wirken

Im Jahr 2012 startete Namadamu gemeinsam mit Aktivistinnen in Bukavu eine internationale Petition über World Pulse und Change.org, welche das Netzwerk der „Maman Shujaa“ („Hero Women“) sichtbar machte und politische Aufmerksamkeit für Frieden und Beteiligung von Frauen in der DR Kongo einforderte.[3] Das Maman-Shujaa-Medienzentrum in Bukavu vermittelt digitale Grundbildung, vernetzt Aktivistinnen und stärkt Mädchen mit Aufklärungs- und Gesundheitsprogrammen wie der lokalen Herstellung wiederverwendbarer Menstruationsprodukte, um Schulabbrüche zu verringern.[7] Zugleich baute sie Hero Women Rising (HWR) aus, das Frauen über Bildung, Unternehmertum und digitalen Zugang stärkt und in der Region Itombwe Wiederaufforstung als Gemeinschaftsaufgabe etabliert.[6] In Partnerschaft mit WECAN organisiert sie seit 2014 Fortbildungen zu Frauenrechten, traditionellem Ökowissen und Waldschutz, betreibt Baumschulen mit über 25 heimischen Arten und setzt sich für die Rechte indigener Pygmäen-Gemeinschaften ein.[4] Für ihren Einsatz wurde Namadamu mit dem Meredith McRae Empowerment Award (International Women’s Forum of Southern California, 2018) gewürdigt.[2] Ihre Arbeit verbindet digitale Emanzipation, Bildungs- und Inklusionsarbeit für Frauen und Menschen mit Behinderungen mit Klima- und Waldschutz in der Itombwe-Region.[1]

Commons: Neema Namadamu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Neema Namadamu. In: WE Africa. Abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
  2. a b c d e Environmental hero: Neema Namadamu. In: One Earth. 31. Januar 2022, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
  3. a b The Day Women of the Congo Seized Control of the Internet. In: Enough Project. 11. Dezember 2012, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
  4. a b Democratic Republic of Congo – Women for Forests. In: WECAN International. Abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
  5. Meet the 13 African women named among BBC 100 women in 2023. In: Business Insider Africa. 24. November 2023, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
  6. a b The Congolese Women Defending an Ecosystem. In: The Climate Tribe. 3. September 2024, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
  7. Simple innovation keeps girls in school, away from child marriage, in DRC. In: Women’s Media Center. 17. Februar 2016, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).