Ndora (Sektor)
| Ndora | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat | Ruanda |
| Provinz | Südprovinz |
| Bezirk | Distrikt Gisagara |
| Fläche | 60,9 km² |
| Einwohner | 30.171 (2022) |
| Dichte | 496 Einwohner pro km² |
| ISO 3166-2 | RW-05 |
| Kabuye Genocide Memorial (2025) | |
Ndora (Kinyarwanda Umurenge wa Ndora) ist einer von 13 Sektoren des Distrikts Gisagara in der Südprovinz von Ruanda.
Geographie
Der Sektor Ndora hat eine Fläche von 60,9 km² und setzt sich administrativ aus den fünf Zellen Bweya, Cyamukuza, Dahwe, Gisagara und Mukande zusammen. Der Verwaltungssitz liegt in Gisagara. Nachbarsektoren von Ndora sind im Norden Musha, im Osten Gishubi, im Südosten Muganza, im Südwesten Kibirizi und im Nordwesten Save.[1][2][3]
Bevölkerung
Nach Stand der Volkszählung von 2022 liegt die Einwohnerzahl bei 30.171. Zehn Jahre zuvor waren es 23.813, was einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 2,4 Prozent zwischen 2012 und 2022 entspricht.[4][5][1]
Völkermordgedenkstätte
Im Sektor befindet sich das Kabuye Genocide Memorial, eine Gedenk- und Ruhestätte des Völkermords an den Tutsi. Nach ihrer Fertigstellung wurden im Jahr 2018 die sterblichen Überreste von über 43.000 Opfern des Völkermords dort bestattet, die zuvor in anderen Massengräbern im Sektor lagen, die zunehmend verfielen. In der Gedenkstätte befindet sich zudem ein Archiv und eine Ausstellung zu den Massentötungen auf dem Gebiet des heutigen Distrikts Gisagara sowie ein Raum für die Möglichkeit zur Beratung von Traumatisierten. Das Gebäude wurde auf dem namensgebenden Kabuye-Hügel errichtet, der während des Völkermords Ort von Massenexekutionen war, die vom damaligen Interimspräsidenten Théodore Sindikubwabo angeordnet wurden. Neben Sindikubwabo waren weitere Personen, die mit den Tötungen im Distrikt in Zusammenhang gebracht werden, unter anderem der Unterpräfekt Dominique Ntawukuriryayo, der später vom Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, und der damalige Bürgermeister von Ndora Pierre Rwankubito.[6][7]
Verkehr
Durch den Sektor verläuft etwa in Nord-Süd-Richtung die Nationalstraße 8. Von dieser geht eine District Road nach Südwesten ab.[8][3]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Ruanda: Gliederung in Sektoren. In: citypopulation.de. Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Menya Gisagara. In: gisagara.gov.rw. Abgerufen am 4. Dezember 2025 (kinyarwanda).
- ↑ a b Ndora. In: GeoNames. Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ 5th Population and Housing Census – District Profile: Gisagara. (PDF; 3,48 MB) National Institute of Statistics of Rwanda, September 2023, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Fourth Population and Housing Census, Rwanda, 2012 – District Profile: Gisagara. (PDF; 5,2 MB) National Institute of Statistics of Rwanda, Januar 2015, S. 3, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Frederic Byumvuhore: Over 43,000 Genocide victims moved to new memorial in Gisagara District. The New Times, 11. Juni 2018, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Moise M. Bahati: April 23, 1994: Tutsi thrown into Nyamagana pond, Burundians take part in killings. The New Times, 23. April 2024, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Classified Road Network Map 2022. (PDF; 39,6 MB) In: rtda.gov.rw. Rwanda Transport Development Agency, archiviert vom am 5. Januar 2024; abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).