NBR-Klasse C

NBR-Klasse C
NBR-Klasse C Nr. 689 als BR Nr. 65260
Nummerierung: NBR: 45, 68, 145, 172–173, 176–177, 179–183, 247–248, 250, 280, 357–358, 604–609, 611–632, 643–690, 691–692, 705–728, 741–764, 771–794
LNER:
bis 1924: NBR-Nr. + 9000
ab 1924: 5210–5346
BR: 65210…65346
Anzahl: Neubau: 168
Umbau: 32
Hersteller: Cowlairs Works (138)
Neilson (15)
Sharp, Stewart (15)
Baujahr(e): 1888–1901
Ausmusterung: 1926–1967
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 14,95 m
Dienstmasse: 41,9 t
Dienstmasse mit Tender: 73,8 t
Radsatzfahrmasse: 15,6 t
Indizierte Leistung: 373 kW (507 PS)
Anfahrzugkraft: 80–88 kN
Treibraddurchmesser: 1524 mm (5 ft)
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 457 mm (18 in)
Kolbenhub: 660 mm (26 in)
Kesselüberdruck: 9,7–10,3 bar
(140–150 psi)
neue Kessel ab 1913:
11,4 bar (165 psi)
Rostfläche: 1,6 m³
Strahlungsheizfläche: 9,7 m³
Rohrheizfläche: 105,9 m²
Verdampfungsheizfläche: 115,7 m²
Tender: 3-achsig
Wasservorrat: 13,6 m³
Brennstoffvorrat: 5,6 t Kohle
Steuerung: Stephenson
Konstrukteur: Matthew Holmes
LNER-Klasse: J36 (Holmes), J32 (Drummond)

Die Klasse C, auch Eighteen Inchers nach dem Durchmesser der Zylinder,[1] war eine Baureihe von Güterzuglokomotiven mit drei Kuppelradsätzen der North British Railway (NBR). Die zwischen 1888 und 1901 gebauten Maschinen wurden von Matthew Holmes konstruiert und bildeten über Jahrzehnte das Rückgrat des Güterverkehrs der NBR. Nach der Grouping‑Reform von 1923 wurden sie von der London and North Eastern Railway (LNER) als Klasse J36 eingereiht. Ältere Drummond‑Lokomotiven wurden nach Umbauten ebenfalls zur Klasse C gezählt und später als J32 klassifiziert.

Geschichte

Bau

Holmes Vorgänger Dugald Drummond hatte 1876–1877 eine Serie von 32 Güterzuglokomotiven mit 18‑Zoll‑Zylindern (Durchmesser 457 mm) gebaut, die später als LNER‑Klasse J32 bezeichnet wurden. Diese Maschinen bildeten die konstruktive Grundlage für Holmes spätere Klasse C, die bei der LNER zur Klasse J36 wurden.

Mit der Eröffnung der zweiten Tay-Brücke im Jahr 1887 und der bevorstehenden Inbetriebnahme der Forth-Brücke benötigte die NBR leistungsfähigere Güterzuglokomotiven. Holmes entwickelte daraufhin die Klasse C, deren erste Exemplare 1888 in Dienst gestellt wurden.

Von 1888 bis 1901 wurden insgesamt 168 Lokomotiven in 18 Lieferlosen gefertigt, wobei ein Los jeweils sechs, zwölf oder fünfzehn Maschinen umfasste. Hauptlieferant war die bahneigene Werkstatt im Glasgower Stadtteil Cowlairs, die mit 138 Exemplaren den größten Anteil stellte. Je 15 Lokomotiven kamen zudem von von Neilson and Company sowie von Sharp, Stewart and Company – beide ebenfalls in Glasgow ansässig.[2.1]

Zwischen 1898 und 1903 wurden die 32 älteren Drummond-Lokomotiven komplett auf den Standard der Holmes-Klasse C umgerüstet. Von 1913 bis 1923 erhielten alle Maschinen neue Kessel mit 165 psi (11,4 bar) Kesseldruck sowie das charakteristische Reid-Führerhaus mit den Seitenfenstern.

Betrieb

Die Maschinen der C-Klasse galten als einfach und zuverlässig. Über Jahrzehnte hinweg waren sie die wichtigsten Güterzuglokomotiven der North British Railway. Sie wurden auf nahezu allen Strecken der NBR eingesetzt, darunter auch auf den anspruchsvollen Linien in den schottischen Highlands. Viele Maschinen erhielten Schneepflüge für den Winterdienst. Diese Lokomotiven hatten meist auch eine Führerhausvergrößerung oder Wetterschutzwand auf dem Tender um das Führerhaus der Lokomotive nach hinten abzuschließen.[1]

Während des Ersten Weltkriegs wurden 25 Lokomotiven der C-Klasse an die Railway Operating Division (ROD) des War Department ausgeliehen und nach Frankreich gesandt. 1919 kehrten die Lokomotiven nach Schottland zurück und erhielten Namen von Schlachtfeldern und Befehlshabern, um ihre Kriegsverdienste zu würdigen.

Nach der Gruppierung der britischen Bahnen zu vier großen Gesellschaften im Jahr 1923 kamen sie zur LNER und wurden dort der Klasse J36 zugeordnet. Bis zur Übergabe an die 1948 gegründete British Railways waren bereits 45 Lokomotiven ausgemustert. Die meisten überlebten jedoch bis in die 1960er Jahre. In den Jahren 1962 und 1963 wurden 56 Maschinen ausgemustert, die letzten drei erst 1967. Sie waren die letzten von BR in Schottland eingesetzten Dampflokomotiven und waren zuletzt den Depots Millerhill (Großraum Edinburgh), Dunfermline und Thornton Junction zugeteilt.

Nach der Gruppierung der britischen Bahnen zu vier großen Gesellschaften im Jahr 1923 kamen sie zur LNER und wurden dort der Klasse J36 zugeordnet. Bis zur Übergabe an die 1948 gegründete British Railways waren bereits 45 Lokomotiven ausgemustert. Die meisten blieben jedoch bis in die 1960er Jahre im Einsatz. Während der großen Ausmusterungswelle 1962 und 1963 wurden 56 Maschinen außer Dienst gestellt, sodass nur noch 11 übrig waren, von denen die letzten drei erst 1967 ausgemustert wurden. Sie waren den Depots Millerhill (Raum Edinburgh), Dunfermline und Thornton Junction zugeteilt.[2.2] Die Maschinen der C-Klasse waren die letzten Dampflokomotiven, die von British Railways in Schottland regulär eingesetzt wurden.

Die 1966 in Bathgate ausgemusterte Nr. 673 Maude ist erhalten geblieben. Sie ist bei der Bo’ness and Kinneil Railway in Schottland und wartet auf ihre Aufarbeitung.

Technik

Die Schlepptenderlokomotiven waren typische britische Güterzugmaschinen des späten 19. Jahrhunderts. Sie hatten drei Kuppelachsen, ein Innentriebwerk mit zwei Zylindern mit einer Stephenson-Steuerung. Der Treibraddurchmesser betrug 5 ft (1524 mm). Die ursprünglichen Kessel arbeiteten mit 140–150 psi (9,7–10,3 bar). Bei den ab 1913 eingebauten neuen Kesseln wurde der Druck auf 165 psi (11,4 bar) erhöht. Die Heizfläche wurde vergrößert, und die Sicherheitsventile wurden vom Dampfdom auf den Stehkessel verlegt. Die Lokomotiven erreichten eine Anfahrzugkraft von 19.690 lbf (87,6 kN) und galten als robust, zuverlässig und wirtschaftlich.

Die 168 Lokomotiven der C-Klasse von Holmes basierten auf den 32 Lokomotiven C-Klassen-Lokomotiven von Drummond. Die Ausführung von Holmes verwendete einen geraden, nicht nach vorne geneigten Rost in der Feuerbüchse und einen Kessel mit größerer Heizfläche aufgrund von einer größeren Anzahl von Siederohren.[1]

Namen und Nummern

Lokomotiven, die nach der Rückkehr aus Frankreich Namen von Kriegsschauplätzen und Befehlshabern erhalten hatten. Die Namen wurden zwischen April und Juni 1919 vergeben und wurden von Hand auf den mittleren Radschutzkasten aufgemalt.

Nummer Name Bedeutung
176 French französische Sprache
605 St. Quentin Kriegsschauplatz: Schlacht bei St. Quentin (1914)
608 Foch Marschall von Frankreich im Ersten Weltkrieg
611 Allenby britischer Feldmarschall
612 Ypres mehrfach umkämpfte Stadt in Flandern
615 Verdun Kriegsschauplatz: Schlacht um Verdun
620 Rawlinson britischer General
621 Monro britischer General
627 Petain Oberbefehlshaber der französischen Armee
628 Byng britischer Feldmarschall
631 Aisne Fluss in Frankreich, Kriegsschuplatz
643 Arras mehrfach umkämpfte Stadt in Frankreich
646 Somme Fluss in Frankreich, Kriegsschuplatz
647 Albert König von Belgien, Oberbefehlshaber
648 Mons Kriegsschauplatz: Schlacht bei Mons
650 Haig britischer Feldmarschall
657 Plumer britischer Feldmarschall
659 Gough britischer General und Armeebefehlshaber
660 Horne britischer General
661 Ole Bill Comic-Soldat von Bruce Bairnsfather
662 Birdwood britischer Feldmarschall
666 Marne Fluss in Frankreich, Kriegsschuplatz
673 Maude britischer General
676 Reims Stadt in Frontnähe in Frankreich
682 Joffre Oberbefehlshaber der französischen Armee.
Commons: NBR-Klasse C – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c The Holmes J36 (NBR Class C) 0-6-0 Locomotives. In: LNER Encyclopedia. Abgerufen am 6. Januar 2026 (englisch).
  2. NBR/LNER Holmes "J36" Class 0-6-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 6. Januar 2026 (englisch).
    1. Summary
    2. Fleet