Monika Kienzl

Monika Kienzl (* 18. Oktober 1940 in Passail, Steiermark[1][2]) ist eine österreichische Opernsängerin (Sopran).

Leben

Monika Kienzl begann ihre Bühnenlaufbahn in der Spielzeit 1963/64 als Anfängerin („Elevin“) an der Bayerischen Staatsoper München.[3] Sie sang dort bis 1965 u. a. den Tebaldo in Don Carlos, das Taumännchen in Hänsel und Gretel (unter Hans Gierster), einen der vier Edelknaben in Lohengrin (unter Hans Knappertsbusch) und eine adelige Waise in Der Rosenkavalier (unter Joseph Keilberth).[4][5][6][7]

Ab der Spielzeit 1966/67 war sie für zwei Spielzeiten am Theater Ulm engagiert.[8] Dort sang sie u. a. die Titelrolle in der Oper Die Kluge von Carl Orff.[9]

Zu Beginn der Spielzeit 1968/69 wurde sie von dem damaligen Nürnberger Generalintendanten Karl Pschigode als „Soubrette für Oper und Operette“ fest an das Opernhaus Nürnberg verpflichtet, dem sie ohne Unterbrechung über 30 Jahre als Ensemblemitglied angehörte.[10] Ihre erste Premierenrolle in der Spielzeit 1968/69 war im September 1968 die Valencienne in der Operette Die lustige Witwe.[11] Im Oktober 1968 folgte die Bronislawa in der Operette Der Bettelstudent.[12] 1969 sang sie die Colombine in einer Neuinszenierung des selten gespielten Einakters Arlecchino von Ferruccio Busoni.[13] In der Spielzeit 1969/70 wurde sie als Briefchristel in einer Neuinszenierung der Operette Der Vogelhändler besetzt.[14]

Ab der Spielzeit 1971/72 verkörperte sie die Rolle der Köchin in einer Neuinszenierung von Paul Burkhards „Musikalischer Komödie“ Das Feuerwerk.[15] In der Spielzeit 1974/75 übernahm sie an der Seite von Barry Hanner (Papageno) die Rolle der Papagena in einer Neuinszenierung der Mozart-Oper Die Zauberflöte.[16] In der Spielzeit 1975/76 sang sie die Despina in der Wiederaufnahme der Mozart-Oper Così fan tutte.[17] In der Spielzeit 1976/77 wurde sie als Demoiselle Franziska Cagliari in einer Neuinszenierung der Operette Wiener Blut besetzt.[18] In der Spielzeit 1978/79 übernahm sie die Briefchristel in einer weiteren Nürnberger Vogelhändler-Neuinszenierung.[19]

In der Spielzeit 1980/81 war sie als Gretchen in einer Neuproduktion der Oper Der Wildschütz besetzt.[20] In der Spielzeit 1983/84 war sie die Marguérite Duménil einer Neuinszenierung der Operette Der Opernball.[21] Im Mai 1984 sang sie am Opernhaus Nürnberg in einer Gala-Vorstellung, bei der Jeannine Altmeyer (Leonore), Gerd Feldhoff (Pizarro) und Karl-Heinz Thiemann (Florestan) ihre Partner waren, die Rolle der Marzelline in Fidelio.[22] In der Spielzeit 1984/85 sang sie die Marie in einer Neuinszenierung der Oper Der Waffenschmied.[23] In der Spielzeit 1987/88 sang sie unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann die Jungfer Marianne Leitmetzerin in einer Neuinszenierung der Oper Der Rosenkavalier.[24][25] In der Spielzeit 1988/89 wurde sie in der Wiederaufnahme der Oper Der Freischütz (Regie: Peter Beauvais) erneut als Ännchen besetzt.[26] In der Spielzeit 1988/89 übernahm sie erneut die Rolle der Demoiselle Franziska Cagliari in einer weiteren Nürnberger Neuinszenierung der Operette Wiener Blut.[27]

Kienzl sang schwerpunktmäßig das Soubrettenfach in der Oper mit Rollen wie Marzelline, Gretel, Ännchen, Despina, Papagena, das sie bis in das sog. Zwischenfach (bspw. Musette in La Bohème[28]) erweiterte. In der Operette wechselte sie sich in den Soubrettenpartien regelmäßig mit Marita Krâl ab. Gelegentlich übernahm sie als Zweitbesetzung oder als Einspringerin auch Rollen des lyrischen Fachs, etwa die Marie in Die verkaufte Braut und die Micaëla in Carmen, und einige Fachpartien in Operetten, die in der jeweiligen Premiere von der damaligen Nürnberger Operetten-Diva Sonja Knittel und ihrer Nachfolgerin Gail Steiner gestaltet worden waren. Hierzu gehörten u. a. Josepha Vogelhuber in Im weißen Rößl (mit dem damaligen Nürnberger Tenorbuffo Helmut Kummer als Partner), die Fürstin Anna Elisa in Paganini (an der Seite von Sándor Arizs als Titelheld) und die Annina in Eine Nacht in Venedig.

Sie sang auch mehrere kleine Rollen in modernen Opern (u. a. in Werken von Bernd Alois Zimmermann, Hans Werner Henze, György Ligeti und Udo Zimmermann). 1981 gastierte sie mit dem Ensemble des Opernhauses Nürnberg beim Steirischen Herbst als „Weißer Minister“ in der österreichischen Erstaufführung der Oper Le Grand Macabre.[29]

Ab Mitte der 1990er Jahre wurde Kienzl aufgrund der Besetzungspolitik und Spielplangestaltung des damaligen Nürnberger GMD Eberhard Kloke, der für langjährige Ensemblemitglieder weitgehend keine Verwendung mehr hatte, nur noch selten in größeren Rollen eingesetzt.

Ab März 2000 war sie die Wilhelmine „Wimpel“ Kuhbrot in einer Neuproduktion der Operette Der Vetter aus Dingsda.[30] Zum Ende der Spielzeit 2000/01 schied Kienzl altersbedingt aus dem Ensemble des Opernhauses Nürnberg aus und zog sich ins Privatleben zurück.

Einzelnachweise

  1. KIENZL, Monika | Sopran *1940 Passeil | Österreich. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  2. Monika Kienzl. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  3. Monika Kienzl. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1964. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 72. Jg., Hamburg 1964, S. 355 und 595 (Register).
  4. Don Carlos. Besetzungszettel vom 15. Dezember 1965. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  5. Hänsel und Gretel. Besetzung vom 23. Dezember 1965. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  6. Knappertsbusch (1963) — Ein "Lohengrin" für Fortgeschrittene. Besetzungszettel vom 2. September 1963. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  7. Der Rosenkavalier. Besetzung 1965. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  8. Monika Kienzl. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1967. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 75. Jg., Hamburg 1967, S. 431 und 624 (Register).
  9. Das Ulmer Theater. In: Mykenae Theater-Korrespondenz. Band 18, Ausgaben 28–36. [Auszüge bei Google Books]. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  10. Monika Kienzl. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1969. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 77. Jg., Hamburg 1969, S. 428 und 683 (Register).
  11. Die lustige Witwe. Besetzungszettel vom 22. September 1968. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  12. Der Bettelstudent. Besetzungszettel vom 26. Oktober 1968. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  13. W. Bronnenmeyer: Eifersüchte. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe Nr. 6 / Juni 1969, S. 39.
  14. Der Vogelhändler. Besetzungszettel vom 5. April 1970. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  15. Das Feuerwerk. Besetzungszettel der Spielzeit 1971/72. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  16. Die Zauberflöte. Besetzungszettel vom 23. November 1974. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  17. Così fan tutte. Besetzungszettel vom 5. Februar 1976. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  18. Wiener Blut. Besetzungszettel vom 15. Oktober 1976. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  19. Der Vogelhändler. Besetzungszettel vom 12. Oktober 1978. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  20. Der Wildschütz. Besetzungszettel vom 18. Oktober 1980. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  21. Der Opernball. Besetzungszettel vom 21. April 1984. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  22. Programmheft Fidelio, Opernhaus Nürnberg. Vorstellung vom 26. Mai 1984.
  23. Der Waffenschmied. Besetzungszettel vom 10. Februar 1985. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  24. Der Rosenkavalier. Besetzungszettel vom 17. Oktober 1987. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  25. Der Rosenkavalier. Programmheft mit Besetzung. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  26. Der Freischütz. Besetzungszettel vom 12. November 1988. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  27. Wiener Blut. Besetzungszettel vom 7. Mai 1989. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  28. La Bohème. Programmheft mit Besetzung. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  29. György Ligeti: Le Grand Macabre. Besetzungsliste. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  30. Der Vetter aus Dingda. Besetzung. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 5. Dezember 2025.