Momo Nagano
Momo Nagano (* 16. September 1925 in Los Angeles, Kalifornien; † 31. März 2010 ebenda) war eine US-amerikanische Textilkünstlerin japanischer Abstammung.[1]
Leben
Momo Nagano war das zweite Kind von Kiro und Ai Nagano. Die Familie war aus Sapporo (Hokkaidō, Japan) eingewandert. Sie wuchs mit zwei Brüdern im Seinan-Viertel von Los Angeles auf, wo die Familie landwirtschaftliche Flächen gepachtet hatte und Obst und Gemüse vermarktete. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurde ihr Vater am 7. Dezember 1941 vom FBI festgenommen, von seiner Familie getrennt und interniert. Aufgrund der Durchführungsbestimmungen von Executive Order 9066 wurde Momo Nagano 1942 mit ihrer Familie in das Internierungslager Manzanar überführt. Dort gehörte sie zu den Absolventinnen des ersten Jahrgangs der Manzanar High School. Während der Internierung beteiligte sie sich an einem Projekt zum Flechten von Tarnnetzen, das sie später als frühe Erfahrung mit Webtechniken beschrieb. 1944 nahm sie mit Unterstützung des National Japanese American Student Relocation Council ein Studium am Wheaton College in Norton, Massachusetts, auf, welches sie 1947 mit einem Abschluss in Geschichte beendete.[2]
Nach ihrer Rückkehr nach Los Angeles erhielt Nagano ihre erste formale künstlerische Ausbildung im Bereich Keramik an der California School of Art. Während einer Tätigkeit in einem chinesischen Importgeschäft lernte sie Sam Kwong kennen und heiratete ihn. Das Paar hatte vier Kinder. Nach einer rund zwölfjährigen familienbedingten Unterbrechung setzte sie Anfang der 1960er-Jahre ihre keramische Ausbildung am Los Angeles City College und am Chouinard Art Institute fort. Sie richtete in ihrem Haus im Stadtteil Silver Lake ein Atelier ein und war zugleich Teil einer Künstlergemeinschaft in Venice. 1964 besuchte sie einen Webkurs am Barnsdall Art Center und begann, an Navajo-Hochwebstühlen und mexikanischen Rückengurtwebstühlen zu experimentieren. Ihr Wohnraum wurde zu einem Webatelier, in dem sie großformatige, raumhohe Arbeiten schuf. Ihre Textilien fanden Eingang in architektonische Projekte, darunter Aufträge für Unternehmen wie die YKK Zipper Co., sowie in private und unternehmerische Sammlungen in Südkalifornien. Nagano stellte ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen aus und wurde in mehreren Publikationen vorgestellt. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit unterrichtete sie privat sowie am Immaculate Heart College. Von 1982 bis 1995 war sie in der Doizaki Gallery des Japanese American Cultural and Community Centers in Little Tokyo, Los Angeles, tätig. Momo Nagano starb am 31. März 2010 in Los Angeles.[1][2]
Literatur
- Leslie A. Ito: Japanese American Women and the Student Relocation Movement, 1942–1945. In: Frontiers: A Journal of Women Studies 21.3 (2000), S. 1–24.
- Words, Weavings & Songs, Video, 2002, Regie: John Esaki, Watase Media Arts Center, Japanese American National Museum
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Momo Nagano | Densho Encyclopedia. Archiviert vom am 6. September 2025; abgerufen am 15. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Momo Kwong. Obituary. In: kubotanikkeimortuary.com. Abgerufen am 15. November 2025.