Mokre (Głubczyce)
| Mokre Mocker | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Głubczyce | |
| Gmina: | Głubczyce | |
| Geographische Lage: | 50° 9′ N, 17° 42′ O
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| Höhe: | 350 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 179 (17. Juni 2010[1]) | |
| Postleitzahl: | 48-100 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OGL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DK 38 Kędzierzyn-Koźle–Krnov | |
| Eisenbahn: | Bahnstrecke Racibórz–Krnov | |
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
Mokre (deutsch Mocker, tschechisch Mokré) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Głubczyce im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie
Das Angerdorf Mokre liegt 12 Kilometer südwestlich von Głubczyce (Leobschütz) und 75 Kilometer südwestlich von Opole (Oppeln) in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene) am südöstlichen Ausläufer des Zuckmanteler Berglands im Landschaftsschutzgebiet Mokre - Lewice (polnisch Obszar Chronionego Krajobrazu Mokre – Lewice). Westlich von Mokre liegt die Cygańska Góra (Zigeunerberg) mit einer Höhe von 475 m. Südöstlich verläuft die Droga krajowa 38 sowie die Bahnstrecke Racibórz–Krnov.
Nachbarorte von Mokre sind im Nordosten Dobieszów (Dobersdorf), im Süden Mokre-Kolonia (Kolonie Mocker) und im Westen Dobieszów.
Geschichte
Der Ort wurde 1377 erstmals als Mocre erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom polnische Begriff Mokre (dt. Nass, Feucht) ab.[2]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Mocker mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1743 wurde im Ort eine evangelische Kirche erbaut und 1749 eine evangelische Schule eröffnet, die 1751 ein steinernes Schulhaus erhielt.[3]
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Mocker ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1822 zerstörte ein Feuer mehrere Gebäude im Ort, u. a. die katholische Kirche, die evangelische Kirche und die evangelische Schule. 1825 wurde das Schulgebäude wieder aufgebaut, 1829 die evangelische Kirche, die fortan als Simultankirche genutzt wurde. 1845 wurden ein Vorwerk, eine evangelische Kirche, eine evangelische Schule, eine katholische Schule, eine Brennerei, eine Windmühle und 86 Häuser gezählt. Die Einwohnerzahl lag damals bei 510, davon 63 katholisch.[3] 1861 wurden acht Bauern, 25 Gärtner- und 52 Häuslerstellen gezählt.[4] 1874 wurde der Amtsbezirk Dobersdorf gegründet, cdfdie Landgemeinden Dobersdorf und Mocker und den Gutsbezirk Dobersdorf umfasste.[5]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Mocker 622 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und eine für Polen. Mocker verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[6] 1923 wurde das Dorf elektrifiziert. 1933 zählte der Ort 555 Einwohner, 1939 wiederum 578. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Leobschütz.[7]
1945 brannte die evangelische Kirche nieder. Der bisher deutsche Ort kam unter polnische Verwaltung, wurde in Mokre umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde Mokre der Woiwodschaft Oppeln zugeteilt. 1999 wurde es Teil des wiedergegründeten Powiat Głubczycki.
Sehenswürdigkeiten
- Katholische Kirche St. Maximilian Kolbe (św. Maksymiliana Kolbe), erbaut 1982/83 anstelle der 1945 niedergebrannten evangelischen Kirche
- Reste des evangelischen Friedhofs
- Wegekapelle
Vereine
- Fußballverein LZS Pogranicze Mokre
Söhne und Töchter des Ortes
- Dietrich Meyer (* 1937), deutscher evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker
Literatur
- Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Gmina Głubczyce Studium uwarunkowań i kierunków zagospodarowania przestrzennego gminy Głubczyce. S. 49 (poln.)
- ↑ Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 14 Digitale Version des Werkes
- ↑ a b Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 414.
- ↑ Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 872
- ↑ Amtsbezirk Dobersdorf
- ↑ Landsmannschaft der Oberschlesier in B-W ( vom 24. Januar 2017 im Internet Archive)
- ↑ Michael Rademacher: Verwaltungsgeschichte Kreis Leobschütz. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 10. Mai 2023.