Miyoko Ito

Miyoko Ito (* 27. April 1927 in Berkeley, Kalifornien; † 18. August 1983 in Chicago, Illinois) war eine US-amerikanische Malerin und Grafikerin japanischer Herkunft (Nisei). Sie schuf vor allem abstrakte Ölgemälde und Druckgrafiken.[1]

Leben

Miyoko Ito wurde als ältestes Kind japanischer Einwanderer in Berkeley geboren. 1923 zog die Familie nach Japan, wo sie fünf Jahre lang eine Grundschule mit Schwerpunkt Kunst besuchte. Dabei erlernte sie unter anderem Landschaftsmalerei und Kalligrafie. 1937 kehrte die Familie aus gesundheitlichen Gründen nach Kalifornien zurück. Anschließend besuchte sie die Berkeley High School und belegte zahlreiche Kunst- und Musikkurse. Auf Wunsch ihrer Eltern begann sie ein Studium der Malerei an der University of California in Berkeley bei Worth Ryder, John Haley und Erle Loran. Während ihres Studiums lernte sie ihren späteren Ehemann Harry Ichiyasu kennen. Um einer Trennung während der Internierung japanischstämmiger US-Bürger im Zweiten Weltkrieg gemäß Executive Order 9066 zu entgehen, heirateten die beiden am 11. April 1942. Anschließend wurden sie im Tanforan Assembly Center und später im Internierungslager Topaz im US-Bundesstaat Utah untergebracht. [1].[1]

Miyoko Ito bewarb sich 1943 aus dem Lager heraus erfolgreich für ein Graduiertenstudium am Smith College in Northampton, Massachusetts. Dort erhielt sie im Museum des Colleges ihre erste Einzelausstellung. 1944 wechselte sie an die School of the Art Institute of Chicago. Ihr Ehemann folgte ihr 1945 nach seiner Entlassung aus dem Lager. In den späten 1940er Jahren begann sie, mit Lithografie und anderen Drucktechniken sowie mit Ölmalerei zu arbeiten. Sie erhielt ein John-Hay-Whitney-Stipendium und besuchte regelmäßig die Oxbow Summer School. Auch nach der Geburt ihrer Kinder in den 1950er Jahren arbeitete sie täglich in ihrem Atelier in Chicago. 1977 wurde sie mit einem Guggenheim-Stipendium ausgezeichnet.[1]

Miyoko Ito nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, unter anderem im San Francisco Museum of Art (1941, 1943, 1946–1953), im Riverside Museum in New York (1947), in einer Wanderausstellung des Illinois Arts Council (1967), im Whitney Museum of American Art (1975) sowie im Crocker Art Museum in Sacramento (1977). Einzelausstellungen fanden unter anderem im Hyde Park Art Center in Chicago (1971) und in der Phyllis Kind Gallery in New York (1973, 1978, 1992) statt. Im Jahr 2000 wurde in der Thomas McCormick Gallery in Chicago eine Retrospektive präsentiert. Miyoko Ito starb am 18. August 1983 in Chicago.[1]

Werk

Ab den 1970er-Jahren produzierte sie im Durchschnitt etwa ein Gemälde pro Monat.[2] Ihre Gemälde zeichnen sich durch eine Kombination aus gebogenen, gemusterten Formen und rechteckigen Strukturen aus. Miyoko Ito arbeitete mit feinen Abstufungen von Ton- und Farbwerten, um Atmosphäre und räumliche Tiefe zu erzeugen. Die Oberflächen ihrer Bilder zeigen unterschiedliche Materialwirkungen – von dicken, pastosen Farbschichten bis zu Bereichen, die sehr dünn aufgetragen sind und in denen die Leinwandstruktur und Vorzeichnungen sichtbar bleiben. In vielen ihrer reifen Arbeiten findet sich eine dünne, mäandernde Linie, die bisweilen mit einem kleinen Kreis verbunden ist.[2] Itos Werk weist Bezüge zu Paul Klee auf und steht im Zusammenhang mit den Positionen der Chicago Imagists.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c d Miyoko Ito | Densho Encyclopedia. Archiviert vom Original am 13. August 2025; abgerufen am 25. November 2025 (englisch).
  2. a b From natural and political disaster, she became one of America’s great artists. Abgerufen am 25. November 2025.
  3. Chicago Imagists | Study Center. Abgerufen am 25. November 2025 (amerikanisches Englisch).