Mitsubishi Ki-109

Mitsubishi Ki-109

Mitsubishi Ki-109
Typ Jagdflugzeug
Entwurfsland

Japanisches Kaiserreich Japan

Hersteller Mitsubishi Heavy Industries
Erstflug September 1944
Indienststellung 1945
Produktionszeit

1944 bis 1945

Stückzahl 2 Prototypen
22 Serienmaschinen

Die Mitsubishi Ki-109 Hiryu (alliierter Codename: Peggy) war ein zweimotoriges schweres Jagdflugzeug der Japanischen Luftwaffe am Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie basiert auf der Mitsubishi Ki-67. Es wurden insgesamt 24 Flugzeuge, darunter zwei Prototypen, hergestellt.[1]

Geschichte

Konstruktion und Bau

Um den immer stärker werdenden Bombenangriffen der USAAF, besonders der Boeing B-29, auf das japanische Mutterland entgegenzuwirken, forderte das japanische Luftwaffenkommando schon 1943 ein geeignetes Jagdflugzeug. Man entschied sich für eine Variante der Mitsubishi Ki-67. Die komplette Bombenlast wurde entfernt und stattdessen im Bug eine Typ 88 7,5-cm-Flugabwehrkanone eingebaut. Diese wurde von Kopiloten geladen und bedient. Für das Geschütz wurden nur 15 Schuss Munition mitgeführt. Im Heck wurde als Verteidigungswaffe ein 12,7 mm Maschinengewehr eingebaut. Auf seitliche, obere und untere Waffenstände wurde komplett verzichtet. Man hoffte aufgrund der hohen Reichweite der 7,5 cm Kanone die amerikanischen Bomber außerhalb deren Verteidigungsreichweite angreifen zu können. Alternativ wurde statt der Bugkanone ein Luftsuchradar und ein 40 cm Suchscheinwerfer eingebaut. Die Konstruktion begann im Januar 1944 und im September 1944 konnten die Prototypen den Jungfernflug absolvieren. Es wurden 44 Flugzeuge beauftragt. Bis zum Ende des Krieges wurden 22 Flugzeuge gebaut.[2]

Einsatzgeschichte

Alle Ki-109 wurden in der 107. Einsatzgruppe (Sentai) eingesetzt. Sie operierten immer paarweise. Eine Maschine nahm per Radar Kontakt auf und beleuchtete das Ziel und die Zweite griff es mit ihrer Kanone an. Es haben mehrere Angriffe auf amerikanische Bomberverbände stattgefunden. Allerdings konnten keine Abschüsse erzielt werden. Aufgrund der niedrigen Steigrate und zu geringer Geschwindigkeit konnten die Ki-109 nicht in Schussposition kommen bzw. diese für einen Treffer halten. Ein zweiter Anflug war ebenfalls nicht möglich. Als Ausweg dieser Situation hat man die beiden Prototypen mit Turbo-supercharging-Triebwerken Ha-104 RU ausgerüstet. Damit sollte die Ki-109 in der Lage sein, sich über den Bomberverbänden in Schussposition zu bringen. Aufgrund des Kriegsendes wurden keine Serienmaschinen mehr umgerüstet.[2]

Verbleib

Nach Kriegsende konnten eine Ki-109 von amerikanischen Truppen unbeschädigt beschlagnahmt werden. Diese wurden an Bord des Geleitflugzeugträgers USS Core in die USA gebracht. Dort wurde sie vermutlich verschrottet.[2]

Technische Daten

Kenngröße Daten Mitsubishi Ki-109 Hiryu
Länge 18,70 m
Spannweite 22,40 m
Höhe 7,70 m
Flügelfläche 64,90 m²
Flügelstreckung 7,7
Leermasse 7427 kg
Startmasse 10.800 kg
Antrieb zwei Kolbentriebwerke Mitsubishi Ha-104
Leistung je 1.900 PS (ca. 1.400 kW) Startleistung
Höchstgeschwindigkeit 550 km/h
Steiggeschwindigkeit 450 m/min
Gipfelhöhe 9470 m
Reichweite 2200 km
Bewaffnung ein 12,7 mm Maschinengewehr
eine Typ 88 7,5-cm-Flugabwehrkanone
alternativ ein Luftsuchradar und ein 40 cm Suchscheinwerfer

Literatur

  • Richard M. Bueschel: Mitsubishi Ki-67/Ki-109 Hiryu in Japanese Army Air Force Service. Schiffer, 1997, ISBN 978-0-7643-0350-0. (englisch)
  • Marc Chambers: Wings of the Rising Sun. Bloomsbury, Oxford 2018, S. 150–156, ISBN 978-1-4728-2372-4. (englisch)
  • William Green: War Planes of the Second World War, Volume Three – Fighters, MacDonald, 4. Auflage 1966, ohne ISBN, S. 60 f.
  • The United States Bombing Survey: Mitsubishi Heavy Industry Ltd. Corporation Report No. 1, 1949, S. 81. (englisch)
Commons: Mitsubishi Ki-109 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Richard M. Bueschel: Mitsubishi Ki-67/Ki-109 Hiryu in Japanese Army Air Force Service. Schiffer, 1997, ISBN 978-0-7643-0350-0. (englisch)
  2. a b c Marc Chambers: Wings of the Rising Sun. Bloomsbury, Oxford 2018, S. 150–156, ISBN 978-1-4728-2372-4. (englisch)