Mirjam Wittig

Mirjam Wittig (* 1996 in Rheine) ist eine deutsche Schriftstellerin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihren 2022 erschienenen Debütroman An der Grasnarbe.

Leben

Mirjam Wittig wuchs in Rheine (Westfalen) und Darmstadt auf. Sie absolvierte ein Studium der Philosophie und an der Universität Witten/Herdecke sowie des Kreativen Schreibens und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim.[1]

Während ihres Studiums engagierte sie sich in der literarischen Szene; so war sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste und gehörte 2020 zur künstlerischen Leitung des Festivals für junge Literatur Prosanova. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie zeitweise für das Projekt „Weiter Schreiben“, eine Plattform für Autorinnen und Autoren aus Krisengebieten.[2][3]

Wittig lebt und arbeitet in Berlin.

Literarisches Werk

Wittigs Texte umfassen Prosa, Essays und Lyrik. Ihre Arbeiten wurden in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht.

Ihr Debütroman An der Grasnarbe erschien im Frühjahr 2022 im Suhrkamp Verlag. Der Roman thematisiert die psychische Fragilität eines Individuums vor dem Hintergrund globaler Bedrohungsszenarien wie dem Klimawandel. Die Protagonistin Noa verlässt aufgrund von Panikattacken ihr Leben in der Großstadt, um als Freiwillige auf einem abgeschiedenen Bauernhof in Südfrankreich zu arbeiten.

Die Literaturkritik lobte den Roman für seine sinnliche, präzise Sprache und die unaufdringliche Verknüpfung von persönlicher Angststörung und ökologischer Krise. Rezensenten hoben hervor, dass Wittig auf eine Romantisierung des Landlebens verzichte und stattdessen die harte physische Realität der Arbeit in den Fokus rücke.[4][5]

Für ihre Arbeit an einem zweiten Romanprojekt und für ihre Lyrik erhielt Wittig mehrere renommierte Stipendien, darunter das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds (2024) und das Arbeitsstipendium für deutschsprachige Literatur der Berliner Senatsverwaltung (2023).

Auszeichnungen und Stipendien

Werke

  • An der Grasnarbe. Roman. Suhrkamp, Berlin 2022, ISBN 978-3-518-43062-0
  • Annika Reich (Herausgeberin), Mirjam Wittig (Herausgeberin): Wenn ich deine Worte lese, finde ich den Weg zurück nach Hause. Briefe von Autor:innen im Exil. Ullstein, Berlin 2022, ISBN 978-3-550-20450-0

Einzelnachweise

  1. Mirjam Wittig – Autorin. In: Suhrkamp Verlag. Abgerufen am 27. Oktober 2023.
  2. Herausgeber:in Mirjam Wittig auf ullstein.de, abgerufen am 2. Dezember 2025
  3. Artists in Residence: Mirjam Wittig. In: MuseumsQuartier Wien. Abgerufen am 27. Oktober 2023.
  4. Thorsten Schulte: Enttäuschte Hoffnungen - Mirjam Wittigs Debütroman „An der Grasnarbe“ erzählt von der Flucht aufs Land. In: Literaturkritik.de. 22. September 2022, abgerufen am 27. Oktober 2023.
  5. Mirjam Wittig: An der Grasnarbe. In: Kulturnews. 19. April 2022, abgerufen am 27. Oktober 2023.
  6. Preisträger: Mirjam Wittig. In: GWK – Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit. Abgerufen am 27. Oktober 2023.
  7. Nominierte 2023: Mirjam Wittig. In: Literarischer März. Abgerufen am 27. Oktober 2023.
  8. 920.000 Euro vergeben: Arbeitsstipendien des Deutschen Literaturfonds. In: Börsenblatt. 28. November 2023, abgerufen am 27. Oktober 2023.