Literarisches Zentrum Göttingen

Das Literarische Zentrum Göttingen e.V. ist eine überregionale Einrichtung, die sich als Ort der Debatte versteht und Literatur in Nähe zu Film, Musik, Wissenschaft, Schauspiel und Popkultur diskutiert. Sie wurde im April 2000 unter dem Vorsitz von Heinz Ludwig Arnold, Thedel von Wallmoden und Hilmar Beck gegründet und war zwei Jahre lang im Lichtenberghaus untergebracht. Ab 2002 hatte das Literarische Zentrum seinen Sitz in Göttingens Altstadt (Düstere Straße), bevor man 2022 in das neue und mit dem Göttinger Literaturherbst gemeinsam betriebene Literaturhaus zog. Es wird aus Mitteln des Landes Niedersachsen, der Stadt Göttingen, verschiedener Sponsoren sowie aus Eigenmitteln finanziert.

Seit Mai 2023 bilden Gesa Husemann und Anna-Lena Markus die Geschäftsführung. Die beiden folgen damit auf Anja Johannsen (2010–2023) und Hauke Hückstädt (2000–2010).

Im Jahr 2025 bilden Thedel von Wallmoden, Christiane Freudenstein-Arnold und Hilmar Beck den Vorstand.

Programm

Das Literarische Zentrum bietet jährlich 60 bis 80 Veranstaltungen sowie 80 bis 100 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche zu zeitgenössischer deutschsprachiger und internationaler Literatur und zeitdiagnostischen, gesellschafts- und kulturpolitischen Themen an. Neben deutschsprachigen und internationalen Autoren ist das Zentrum ist auch Gastgeber für Autoren wie Thomas Kapielski, Schriftsteller wie Daniel Kehlmann, Filmschaffende wie Dominik Graf, Schauspieler wie Martina Gedeck, Kritiker wie Michael Braun, Musiker wie 2raumwohnung, Maler wie Jonathan Meese, Verleger wie Michael Krüger und TV-Macher wie Roger Willemsen.

Volontariate und Schulprojekt

Das Literarische Zentrum bietet jedes Jahr eine kleine Anzahl von der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen getragene, studiumbegleitende Volontariate. Seit 2002 können Studierende der Philosophischen Fakultät für jeweils ein Jahr Praxiserfahrung sammeln.

Das Projekt Literatur macht Schule soll Schulen in Göttingen und der Region mit dem Kulturbetrieb vernetzen. Literatur soll auch außerhalb der Schulbetriebs lebendig werden, die Lücke zwischen Schule und zeitgenössischer Literatur geschlossen werden. Das Projekt gewährt Schülern Einblicke in die Praxis künstlerischen Schaffens in seinen unterschiedlichen Ausprägungen, in die Hintergründe des Schreibens, des Filmens und des Autorendaseins.

Arbeitsgemeinschaft und gemeinsame Projekte

Das Literarische Zentrum ist Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft der Literaturbüros und -zentren aus Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück.[1] Aus dieser Arbeitsgemeinschaft entstanden die Projekte Stand der niedersächsischen Literaturhäuser und Netznotizen eines Zeitgenossen.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind seit 2005 auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Mit dem Stand der niedersächsischen Literaturhäuser bieten sie „84 qm Höflichkeit“ für ungezwungene, zweckfreie Begegnungen mit Zeitgenossenschaft.

Außerdem ist das Literarische Zentrum Göttingen Mitglied im Netzwerk der Literaturhäuser,[2] das unter anderem den Preis der Literaturhäuser und der Preis der Jungen Literaturhäuser auf der Leipziger Buchmesse vergibt.

Literatur

  • Blumenkamp/Hückstädt (Hg.): Das begehbare Feuilleton. Gespräche und Berichte aus dem Kulturbetrieb. blumenkamp Verlag, Göttingen 2007.
  • Moritz von Uslar: 100 Fragen an. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004. (Gespräch mit Martin Walser)
  • Warum tun Sie das? – 34 Statements von Göttinger Büchermenschen. VHS.

Einzelnachweise

  1. Literaturhäuser Niedersachsen. literaturhaeuser-niedersachsen.de, abgerufen am 25. September 2025.
  2. Mitglieder des Netzwerks der Literaturhäuser. literaturhaus.net, abgerufen am 25. September 2025.