Mikrodermabrasion
Bei der Mikrodermabrasion (zusammengesetzt aus den gr. Begriffen μικρός ‚klein‘, derma ‚Haut‘ sowie lat. Abrasion ‚Abkratzung‘; sinngemäß „kleines Abschleifen von Haut“) handelt es sich um eine kontrollierte, mechanische Abtragung der oberen Hautschichten mit kleinen Kristallen (Aluminiumoxid, Salz, mikrofeiner Sand). Die Kristalle werden mit hoher Geschwindigkeit auf die Haut gestrahlt und durch ein Vakuum wieder abgesaugt.
Anwendung
In seinen Grundzügen entspricht dieses Verfahren dem Sandstrahlen. Behandelt werden mit dieser Methode der Hautabschleifung ohne chemische Wirkstoffe: Faltenbildungen im Gesicht und an Hals/Dekolleté, Narben, Pigmentstörungen, verhornte Hautstellen, Dehnungsstreifen (z. B. nach einer Schwangerschaft), Hautunreinheiten und große Poren. Nicht immer ist eine komplette Beseitigung der Befunde möglich. Es sind meist mehrere Behandlungen nötig, wobei die genaue Anzahl abhängig von der Hautbeschaffenheit, dem Hauttyp und dem zu behandelnden Hautproblem ist. In der Regel werden sechs bis zehn Behandlungen empfohlen, wobei meist die ersten vier Behandlungen im Wochenabstand durchgeführt werden und die folgenden dann monatlich. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass diese auch für die Hauttypen IV bis VI geeignet ist.
Effekte
- die Haut wird elastischer
- die Poren der Haut werden feiner
- die Festigkeit der Haut nimmt zu
- die Tiefe der Falten reduziert sich deutlich
- die Wirkstoffaufnahme der Haut wird optimiert
- Aktivierung der hauteigenen Collagen- und Elastinproduktion (Tiefeneffekte)
Kontraindikationen
Bei florider Akne und anderen entzündlichen Hautveränderungen (z. B. Rosazea) sollte die Methode nicht angewendet werden, da diese sich weiter ausdehnen können. Auch bei einer Krebsvorgeschichte sollte dies mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Nebenwirkungen und Komplikationen
Die kosmetische Mikrodermabrasion gilt als nichtinvasive Behandlung und geht nicht so tief wie die ärztliche Dermabrasion und verletzt die Haut nicht, sodass bei geschulten Kosmetikern keine Blutungen entstehen (ausgenommen bei der Narbenschleifung, die tiefer geht). Es kann jedoch in den ersten Tagen nach der Mikrodermabrasion zu einer Verschlechterung des Hautbildes bei Menschen kommen, die Hautunreinheiten behandeln lassen, da durch die Mikrodermabrasion die Haut den Impuls bekommt, aus der Tiefe heraus zu arbeiten, und so die Unreinheiten an die Oberfläche bringt. Dies ist aber eher positiv und als gewollt anzusehen. Anschließend sollte sich das Hautbild stark verbessern.
Die ärztliche Mikrodermabrasion hingegen gilt als minimalinvasive ästhetische Behandlung, bei der es durch das stärkere Abschleifen typischerweise zur Beeinträchtigung des Stratum papillare der Dermis mit punktförmigen Hautblutungen kommt. Es kann jedoch auch zu Rötungen und Narbenbildung kommen, welche auch langfristig bestehen bleiben können. Auch Zystenbildung durch Verschließen von Ausführungsgängen von Hautdrüsen sind möglich. In diesem Fall müssen die Zysten wieder operativ eröffnet werden.
Siehe auch
Literatur und Quellen
- Thomas Dirschka, Boris Sommer, Jerko Usmiani: Leitfaden ästhetische Medizin. Urban & Fischer, München/Jena 2002, ISBN 978-3-437-23090-5, S. 305–307