Michail Solomonowitsch Wogman
Michail Solomonowitsch Wogman (russisch Михаил Соломонович Вогман, wissenschaftliche Transliteration Mihail Solomonovič Vogman; * 28. September 1896 in Mosyr, Russisches Kaiserreich; † 10. Januar 1964) war ein sowjetisch-russischer Maler und Zeichner.[1]
Leben
Wogman wurde 1896 als Sohn einer kinderreichen jüdischen Familie in Mosyr geboren. Sein Vater war Schullehrer und lehrte Mathematik an einer jüdischen Schule. In den 1910er Jahren zog die Familie in einen Vorort von Kiew.[1]
1915 bis 1918 studierte Wogman an der Kunstschule von Kiew, anschließend zog er nach Samarkand, wo kurz zuvor seine Familie bereits hingezogen war. Dort befreundete er sich mit den Künstlern Warscham Jeremjan, Nikolai Karachan und Oganes Tatewosjan. Die Natur und Menschen Zentralasiens wurden in dieser Zeit ein häufiges Thema in seinem Werk und die Bekanntschaft mit den dortigen Künstlern beeinflusste ihn auch stilistisch.[1]
1921 zog Wogman nach Moskau und studierte an der WChUTEMAS von 1921 bis 1928 im Atelier von Robert Falk. In den 1930er Jahren nahm er in einer Gruppe gemeinsam mit Bogdanow, Rudakow und Stenschinski an Ausstellungen im ganzen Land teil, darunter auch in Zentralasien. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von 1942 bis 1943 nach Taschkent und von 1944 bis 1945 nach Samarkand evakuiert.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er wieder in Moskau in einer kommunalen Wohnung in einem Zimmer gemeinsam mit seiner Familie. Er besaß kein Atelier und konnte daher nur in den Sommermonaten in einer angemieteten Datscha bei Podmoskowske malen. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er als Kopist. Nach seiner Pensionierung 1956 konnte er sich vollständig seiner kreativen Arbeit widmen. In den 1940er und 1950er Jahren beteiligte er sich an einigen Gruppenausstellungen.[1]
Werke von Wogman befinden sich etwa in der Kasachischen Kunstgalerie in Almaty und im Sawizki-Museum in Nukus.[1]
Werke (Auswahl)
- Reiter, 1926, Kohle auf Papier, 28,7 × 40,5 cm, Moskau, Sammlung W. M. Jesipow
- Demonstranten, 1926, Kohle auf Papier, 28,5 × 40,5 cm, Moskau, Sammlung W. M. Jesipow
- Porträt eines Kasachen, 1936, Öl af Leinwand, 52 × 42,5 cm, Moskau, Privatsammlung
- Junger Kasache, 1936, Öl auf Leinwand, montiert auf Karton, 36 × 28 cm, Nukus, Staatliches Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“
Literatur
- Viktor Yesipov: Vogman, Mikhail Solomonovich. In: Homage to Savitsky. Collecting 20th-Century Russian and Uzbek Art. Stuttgart 2015, S. 182–185 (siehe auch die Kurzbiografie auf S. 212).