Metrô Brasília
| _ Metrô Brasília Metrô do Distrito Federal (Metrô DF) | |
|---|---|
| Ein Zug der Metrô Brasília in der Endstation Central (2007) | |
| Basisdaten | |
| Ortslage | Brasília, Brasilien |
| Betreiber | Companhia do Metropolitano do Distrito Federal (Metrô DF) |
| Eröffnung | 31. März 2001 |
| Netz | |
| Linien | 2 |
| Streckenlänge | 42,4 km |
| Stationen | 27 |
| Tunnelstationen | 11 |
| Einzugsbereich | 2.997.000 Ew. (Schätzung 2025)[1] |
| Fahrgastzahl | 42,5 Mio. (2024)[2] –0,9 % |
| Technik | |
| Fahrzeugtypen | 20 Mafersa/Alstom Série 1000 12 Alstrom Série 2000 |
| Spurweite | 1600 mm (Irische Breitspur) |
| Stromsystem | 750 V über Stromschiene |
| Topographischer Netzplan mit geplantem Ausbau | |
Die Metrô Brasília, offiziell Metrô do Distrito Federal oder kurz Metrô DF, ist die seit 2001 betriebene U-Bahn der brasilianischen Hauptstadt Brasília, die zurzeit aus zwei Strecken mit 42,4 Kilometern und 27 Stationen besteht. Diese verbinden zusammen Brasílias Busbahnhof im Zentrum mit den südwestlichen Vorstädten Brasílias in Form eines Ypsilons. Als Nebeneffekt der Eröffnung war das Gebiet um die Station Águas Claras aufgrund der gut ausgebauten U-Bahn der am schnellsten wachsende Stadtteil Brasílias. Betreiber des Netzes ist die Companhia do Metropolitano do Distrito Federal, kurz ebenfalls Metrô DF.
Geschichte
Aufgrund der großen Entfernungen der einzelnen Stadtteile und eines nur bedingt funktionierenden Stadtbussystems war ein Schnellbahnsystem in der brasilianischen Planhauptstadt bereits in den 1970er Jahren angedacht. Der erste Vorentwurf wurde 1976 von der brasilianischen Stadtverkehrsgesellschaft Empresa Brasileira de Transportes Urbanos (EBTU) der Regierung des Bundesdistrikts vorgelegt und sah die Einführung eines Pre-Metro-Systems vor, das Projekt wurde jedoch nie realisiert.
Im Februar 1986 kündigte Gouverneur José Aparecido an, dass innerhalb von drei Jahren ein U-Bahn-System im Bundesdistrikt errichtet werden solle. Etwa zur gleichen Zeit bot die Firma Coester dem Bundesdistrikt das Aeromóvel-System an, das jedoch letztendlich verworfen wurde. Im Juli des Jahres vergab die Regierung den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie an das Instituto Mauá de Tecnologia, das seine Ergebnisse im Januar 1987 vorlegte. Aparecido lehnte deren Projekt jedoch ab und beauftragte die Companhia Vale do Rio Doce mit einer neuen Studie. Die Nachfolgeregierung von Joaquim Roriz erhielt trotz der hohen Kosten die Genehmigung der Bundesregierung für den Bau und die Finanzierung der Metro. Im Juli 1991 präsentierte Vizegouverneurin Márcia Kubitschek das Projekt mit einer geplanten Verlängerung auf 40 Kilometer, die geschätzten Kosten beliefen sich auf 690 Millionen US-Dollar.[3] Gouverneur Roriz schrieb den Bau der Metro im September 1991 öffentlich aus.[4]
Das Konsortium Brasmetrô erhielt den Zuschlag, weil die konkurrierende Bewerbergruppe um die AEG nicht nachweisen konnte, über ausreichend Kapital zu verfügen. Die Bauarbeiten für das neue Schnellbahnsystem begannen am 7. Januar 1992. Die Eröffnung sollte ursprünglich im April 1994 stattfinden, musste jedoch unter anderem wegen finanzieller Probleme mehrmals und zuletzt auf 2001 verschoben werden. Am 31. März 2001 konnte das Grundnetz mit den beiden Ästen nach Samambaia beziehungsweise Praça do Relógio mit insgesamt 11 Stationen und 31 Kilometern fertiggestellt werden. Den regelmäßigen, kommerziellen Betrieb nahm die Betreibergesellschaft am 24. September des gleichen Jahres auf. Die Inbetriebnahme schloss jedoch nur die Eröffnung einzelner Stationen ein, um schnellstmöglich den Betrieb aufzunehmen. Zu Beginn waren zahlreiche Stationen zwischen den Haltestellen Galeria und 114 Sul noch nicht fertiggestellt. Am 6. Februar 2002 folgte die Eröffnung der Stationen Samambaia Sul und Arniqueira, am 18. Mai 2004 der Station Concessionárias.
Im April 2008 wurde die Strecke über die bisherige Endhaltestelle Praça do Relógio bis zur neuen Endhaltestelle Terminal Ceilândia (ehemals Estação 27) erweitert. Dabei entstanden in diesem Bereich sechs neue Haltestellen, von denen zunächst die drei Guariroba, Ceilândia Centro, Ceilândia Norte und die neue Endstation in Betrieb genommen wurden. Im gleichen Monat wurde auch die 108 Sul eröffnet. Im Jahr 2020 wurden die Stationen 106 Sul, 110 Sul und Estrada Parque in Betrieb genommen.
Weitere Planungen
Derzeit verläuft die U-Bahn nur durch den Südflügel Brasílias bis zum Zentrum, zukünftig soll sie aber auch durch den Nordflügel der Stadt verlängert werden und am zukünftigen Terminal Asa Norte enden. Ferner soll erstmals eine Straßenbahnstrecke (Metrô Leve oder VLT) gebaut werden, die im Westen des Nord- und Südflügels parallel zur bisherigen U-Bahn-Strecke verlaufen soll und bis zum Flughafen von Brasília führen soll. Dabei soll man bei den Haltestellen Terminal Asa Sul und Terminal Asa Norte von der Straßenbahn in die Metrô umsteigen können. Die Straßenbahnstrecke sollte ursprünglich bis zu den Fußball-Weltmeisterschaften 2014 fertiggestellt sein.[5]
Betrieb
Streckenführung
Die Strecke der Metrô führt zuerst vom Busbahnhof über die Südachse des Plano Piloto nach Süden. Zunächst haben beide Linien eine gemeinsame Streckenführung, bis sie sich im Vorort Águas Claras gabeln und je eine Strecke nach Samambaia (Linha laranja, dt. Orange Linie) und nach Taguatinga (Linha verde, dt. Grüne Linie) führt. Die Metrô wird gegenwärtig mit drei Linien bedient: Grüne und Orange Linie sowie die Kombination aus beiden zwischen Central und Águas Claras. Von Central bis Asa Sul verläuft die U-Bahn im Tunnel, auf dem Rest der Strecke Richtung Westen an der Oberfläche.
Linien
Das Netz der Metrô Brasilia ist 31 Kilometer lang und besitzt derzeit 14 Stationen. Die Züge verkehren von Montag bis Freitag zwischen 6 und 23:30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen zwischen 7 und 19 Uhr. Auf der Grünen Linie besteht ganztägig ein 10-Minuten-, auf der Orangen Linie ein 20-Minuten-Takt. Derzeit besitzt die Companhia do Metropolitano do Distrito Federal zwanzig Züge mit je vier Wagen, pro Zug können bis zu 1350 Fahrgäste befördert werden. Alle Stationen sind mit Rolltreppen und Aufzügen ausgestattet.
| Linie | Strecke | Eröffnung | Stationen |
|---|---|---|---|
| Grün | Central ↔ Ceilândia | 31. März 2001 | 12 |
| Orange | Central ↔ Samambaia | 31. März 2001 | 12 |
Fahrscheine
Es gilt ein Pauschaltarif von 5,50 Brasilianischen Real (Stand: 12/2025) unabhängig von der gefahrenen Strecke. Daneben auch wiederaufladbare Fahrkarten, die auch für Fahrten mit dem Bus verwendet werden können. Der Zugang zu den Haltestellen ist nur mit gültiger Fahrkarte möglich, die Fahrgäste müssen jeweils Bahnsteigsperren mit Drehkreuzen am Eingang passieren. Der Zugang kann direkt mit Kreditkarte an den Bahnsteigsperren bezahlt werden.
Instandhaltung
Die Instandhaltung von Strecke, Stationen, Signaltechnik, Stromversorgung sowie der Züge wurde vom Betreiber Metro DF im Oktober 2007 an das Konsortium Metroman (mit den Firmen Serveng-Civilsan S.A Empresas Associadas de Engenharia und Siemens LTDA) übertragen.
Weblinks
- Offizielle Seite des Verkehrsunternehmens (portugiesisch)
- Fotos der Metrô Brasília, auch offizielle Fotos des Verkehrsunternehmens (englisch)
- Informationen bei urbanrail.net (englisch)
- Instandhaltungsorganisation der Metro ( vom 29. September 2015 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Brasilia - Panorama. IBGE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Victor Fuzeira: Metrô-DF passa dos 42,5 milhões de passageiros ao ano e projeta ampliação para 2025. Metrô DF, 20. Januar 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Brasília projeta metrô de superfície para 94. In: O Estado de S. Paulo. 9. Juli 1991, abgerufen am 15. Dezember 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Roriz abre licitação do metrô de Brasília. In: Jornal do Commércio (RJ). 25. September 1991, abgerufen am 15. Dezember 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Partners selected for Brasilia light rail project ( vom 16. November 2013 im Internet Archive) auf Railwaygazette.com