Meteoritensammlung

Eine Meteoritensammlung ist eine systematisch zusammengestellte Kollektion von Meteoriten – also natürlich entstandenen Gesteins- oder Metallfragmenten aus dem interplanetaren Raum, die den Durchgang durch die Erdatmosphäre überstanden haben und auf der Erdoberfläche gefunden wurden. Meteoritensammlungen werden aus wissenschaftlichen, kulturellen und privaten Motiven angelegt: In Forschung und Museumspraxis dienen sie der Klassifikation und dem Vergleich unterschiedlicher Meteoritenarten (etwa Stein-, Eisen- und Stein-Eisen-Meteorite) sowie der Untersuchung ihrer mineralogischen und chemischen Zusammensetzung. Neben öffentlichen Beständen in Universitäten und Naturkundemuseen existieren auch umfangreiche Privatsammlungen, die häufig durch Erwerb, Tausch oder eigene Fundstücke entstehen.

Je nach Zielsetzung können Meteoritensammlungen nach Klassifikation, Fundort, Fall- bzw. Funddatum, Masse oder Seltenheit geordnet sein und reichen von didaktischen Vergleichssammlungen bis hin zu spezialisierten Referenzbeständen. Öffentliche Sammlungen sind meist nach den Rubriken Eisen- bzw. Steinmeteoriten geordnet und innerhalb dieser nach Klassifikation und Fundorten. Die Beschreibungen in den Vitrinen enthalten üblicherweise den Fundort und des (vermutliche) Jahr des Meteoriten-Funds bzw. des Meteoritenfalls, die Art und das Gewicht des Fundstücks und gelegentlich auch die Umstände des Fundes.

Für die Forschung sind Meteoritensammlungen wertvoll, wenn sie systematisch dokumentiert und dauerhaft kuratiert werden. Nur so bleiben Provenienz, Masse, Analysedaten, Schnitte und Dünnschliffe sowie Literaturbezüge zuverlässig miteinander verknüpft und für Vergleiche reproduzierbar.

Meteoritensammlungen spielen auch eine zentrale Rolle für die wissenschaftliche Anerkennung neu gefundener oder neu gefallener Meteoriten, weil die Aufbewahrung eines Typusexemplars in einer dafür geeigneten Institution eine zentrale Voraussetzung für die Anerkennung als Meteorit ist. Durch die Aufbewahrung in einer anerkannten Meteoritensammlung soll das Meteoriten-Material dauerhaft für qualifizierte Forschende verfügbar bleiben. Die Richtlinien für die Meteoritennomenklatur der Meteoritical Society sehen vor, dass Typusexemplare aller neuen Meteoriten „in Institutionen hinterlegt werden, die über gut gepflegte Meteoritensammlungen und langjährige Verpflichtungen zu deren Aufbewahrung verfügen“. Die Mindestmasse eines Typusexemplars sollte 20 % der Gesamtmasse des Meteoriten oder 20 g betragen, je nachdem, welcher Wert geringer ist.[1]

Kategorisieren lassen sich Meteoritensammlungen nach der Zahl der unterschiedlichen Meteoriten. Seit mehreren Jahrzehnten ist die Antarktis der weltweit ergiebigste Fundort für Meteoriten. Etwa 60 % aller bisher knapp 80.000 jemals auf der Erde gefundenen Meteoriten wurden an der Oberfläche des Eisschildes in der Antarktis gesammelt.[2] Über die größten Meteoriten-Sammlungen verfügen deshalb jene Institutionen, die Meteoriten aufbewahren, die auf Expeditionen in der Antarktis gefunden worden sind.

Institutionelle Meteoritensammlungen

Johnson Space Center (Houston, Texas, USA) - 24.000 Meteoriten

Das Johnson Space Center beherbergt die Antarctic Meteorite Collection. Dort werden alle Meteoriten gesammelt, die seit Beginn des US-amerikanischen Programms zur Suche von Meteoriten in der Antarktis (ANSMET) im Jahr 1976 gefunden worden sind. Im Jahr 2024 wurde die Zahl der Meteoriten, die im Rahmen des Programms aus Blaueisgebieten entlang des transantarktischen Gebirges auf dem antarktischen Polarplateau geborgen wurden mit 24.000 angegeben.[3] In der Sammlung befinden sich mit Allan Hills A81005 und Elephant Moraine 79001 auch jene beiden Antarktis-Meteoriten, die im Jahr 1983 erstmals als Meteoriten von Mond (ALH A81005) und Mars (EETA79001) identifiziert werden konnten.

National Institute of Polar Research (Tokio, Japan) - 17.400 Meteoriten

Das National Institute of Polar Research in Tokio beherbergt mehr als 17.400 antarktische Meteoriten, die hauptsächlich im Rahmen japanischer Antarktisexpeditionen aus Blaueisfeldern nahe des Königin-Fabiola-Gebirge (japanisch: Yamato-Gebirge) und Sør-Rondane-Gebirges geborgen wurden. Im Jahr 1969 hat eine japanische Antarktisexpedition neun Meteoriten bei der Erforschung des Eisschildes nahe des Yamato-Gebirges entdeckt. Seither wurden bei 24 Expeditionen insgesamt 17.400 Meteoriten gefunden, die in der Antarctic Meteorite Collection aufbewahrt werden.[4]

Smithsonian Institution – National Museum of Natural History (Washington, D.C., USA) - 16.850 Meteoriten

Das National Museum of Natural History in Washington D.C. hat Proben von 16.850 verschiedenen Meteoriten mit insgesamt 45.000 Einzelstücken in seiner Obhut.[5] Ein beträchtlicher Teil davon stammt aus dem Programm Antarctic Search for Meteorites (ANSMET). Die in der Antarktis geborgenen Meteoriten gelangen zunächst an das Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas. Dort wird von jedem Exemplar ein kleines Stück abgetrennt und an die Smithsonian Institution (National Museum of Natural History) zur Klassifikation und langfristigen Archivierung übermittelt.[6]

Chinesische Antarktis-Sammlung am Polar Research Institute (Beijing/Nanjing, China) - 12.665 Meteoriten

Die chinesische Antarktis-Meteoritensammlung am Polar Research Institute ist nach der amerikanischen und der japanischen Sammlung, die weltweit drittgrößte Sammlung von Antarktis-Meteoriten. Im Rahmen einer chinesischen Antarktisexpedition (CHINARE) wurden in der Feldsaison 1998–1999 vier Antarktis-Meteoriten in den Grove Mountains gefunden. Bei den sechs folgenden Antarktis-Expeditionen zur Meteoriten-Suche in den Grove Mountains wurden zwischen 1999 und 2016 mehr als 12.000 Meteoriten gefunden.[7][8]

Museum für Naturkunde (Berlin, Deutschland) - 4.100 Meteoriten

Die Meteoritensammlung des Museum für Naturkunde in Berlin umfasst rund 6.000 Exemplare von etwa 4.100 verschiedenen Meteoriten.[9] Als erster Meteorit der Sammlung ist im Jahr 1781 ein Stück des von Peter Simon Pallas erstmals beschriebenen Stein-Eisen-Meteoriten Krasnojarsk erworben worden. Historisch bedeutsamen Zuwachs erhielt die Meteoritensammlung auch durch den Pionier der Meteoritenforschung Ernst Florens Friedrich Chladni, der seine 41 Meteoriten umfassende private Sammlung dem Museum vererbte.[9]

Meteoritensammlung am Institut für Planetologie der Universität Münster (Deutschland) - 4.000 Meteoriten

Die Meteoritensammlung am Institut für Planetologie der Universität Münster umfasst etwa 4.000 unterschiedliche Meteoriten und rund 5.000 Dünnschliffe. Sie zählt damit zu den größeren Forschungssammlungen weltweit. Entstanden ist die Sammlung seit Anfang der 1980er Jahre im Zusammenhang mit Forschungsarbeiten zu Meteoriten durch Addi Bischoff. Sie wurde durch den Ankauf einer größeren Sammlung sowie Ankäufe, Schenkungen und Klassifizierungsarbeiten kontinuierlich erweitert. Nur eine kleine Auswahl von Schaustücken wird im Geomuseum der Universität Münster gezeigt.[10]

Yale Peabody Museum of Natural History (New Haven, Connecticut, USA) - 3.600 Meteoriten

Die Meteoritensammlung des Peabody Museum of Natural History gilt als älteste Nordamerikas. Sie geht zurück auf das Jahr 1807, als die Yale-Professoren Benjamin Silliman und James Kingsley in Connecticut nach dem ersten beobachteten Fall in den USA Fragmente des Meteoriten von Weston sammelten und dokumentierten. Heute umfasst die Meteoritensammlung des Peabody Museums etwa 5.000 Exemplare (darunter 54 antarktische Meteoriten) von rund 3.600 Fundorten weltweit. Die Sammlung wurde zuletzt durch Schenkungen durch die Planetary Studies Foundation erweitert, die dem Museum im Jahr 2017 die etwa 1.300 Meteoriten umfassende Sammlung des im Jahr 1994 verstorbenen Sammler James M. DuPont zukommen ließ und im April 2023 aus der eigenen Sammlung 1.800 Meteoriten an das Museum übertrug.[11]

Naturhistorisches Museum Wien (Österreich) - 2.675 Meteoriten

Das Naturhistorische Museum Wien (NHM) beherbergt die älteste Meteoritensammlung der Welt[12] und gilt als eine der umfangreichsten, mit Exemplare von 2.675 verschiedenen Meteoriten (darunter ca. 470 Fälle und ca. 2.080 Funde) und besteht aus rund 10.800 katalogisierten Objekten (8.092 Präparate und 2.733 Dünnschliffe und polierte Präparate). Die öffentlich zugängliche Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums Wien ist die größte Meteoriten-Schausammlung der Welt. In Saal 5 werden rund 1.100 Meteoriten (650 verschiedene) gezeigt, darunter zahlreiche Hauptmassen historischer Fälle.[13]

Naturhistorisches Museum Bern (Schweiz) - 2.408 Meteoriten

Die größte Meteoritensammlung der Schweiz befindet sich am Naturhistorischen Museum Bern. Sie enthält 3.493 Exemplare von 2.408 verschiedenen Meteoriten. In der Sammlung befinden sich 517 Exemplare des Schweizer Eisenmeteoriten Twannberg, sowie 2.232 Exemplare von Meteoriten aus dem Oman, wo das Museum regelmäßig Such-Kampagnen durchführt.[14]

Monnig Meteorite Collection (Fort Worth, Texas, USA) - 2.300 Meteoriten

Der Amateurastronom und Privatsammler Oscar Monnig übertrug seine über Jahrzehnte aufgebaute Meteoritensammlung im Zeitraum zwischen 1977 und 1987 in mehreren Transfers an die Texas Christian University. Die Sammlung beherbergt heute 2.300 verschiedene Meteoriten und etwa 3.000 Exemplare und ist damit eine der größten universitären Meteoritensammlungen der Welt. Ein kleiner Teil der Sammlung wird seit 2003 in der Monnig Meteorite Gallery öffentlich ausgestellt, der Rest der Sammlung wird für die Forschung verwendet.[15]

Buseck Center for Meteorite Studies, Arizona State University (Tempe, Arizona, USA) - 2.000 Meteoriten

Die Meteoritensammlung der Arizona State University am Buseck Center for Meteorite Studies umfasst Exemplare von mehr als 2.000 einzelnen Meteoriten mit mehr als 40.000 Einzelstücken.[16] Sie zählt damit zu den weltweit größten universitären Meteoritensammlungen. Der Ursprung der Sammlung geht auf den Sammler Harvey H. Nininger zurück, der Mitte des 20. Jahrhunderts die größte private Meteoritensammlung aufbaute. Im Jahr 1960 erwarb die Arizona State University den Großteil von Niningers Kollektion (rund 700 Meteoriten) mit Unterstützung der National Science Foundation.[17]

Natural History Museum London (London, Großbritannien) - 2.000 Meteoriten

Des Natural History Museum (NHM) in London verfügt über eine der renommiertesten Meteoritensammlungen Europas. Die Sammlung umfasst etwa 2.000 verschiedene Meteoriten in rund 5.000 Einzelstücke und beinhaltet fast 4.000 polierte Präparate.[18]

Senckenberg Naturmuseum (Frankfurt, Deutschland) - 1.900 Meteoriten

Das Senckenberg Naturmuseum beherbergt etwa 1.900 Meteoriten, die zum Großteil vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz stammen, wo die Meteoritensammlung vom österreichischen Physiker Heinrich Wänke aufgebaut worden ist. Als die kosmochemische Abteilung am Max-Planck-Institut für Chemie geschlossen wurde, wurde die gesamte Meteoritensammlung im Juni 2005 als Dauerleihgabe an das Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt übergeben.[19]

Muséum National d’Histoire Naturelle (Paris, Frankreich) - 1.800 Meteoriten

Die Meteoritensammlung des Muséum national d’histoire naturelle umfasst über 4.000 Exemplare, die fast 1.800 verschiedene Meteoriten repräsentieren, darunter sind mehr als 550 Meteoriten von beobachteten Meteoritenfällen.[20]

Field Museum of Natural History – Pritzker Center (Chicago, Illinois, USA) - 1.791 Meteoriten

Das Robert A. Pritzker Center for Meteoritics and Polar Studies am Field Museum of Natural History in Chicago beherbergt 1.791 verschiedene Meteoriten, mit 13.084 Exemplaren - und gilt damit als die größte Meteoritensammlung an einer privat finanzierten Forschungsinstitution.[21] Die Meteoritensammlung geht zurück auf eine von Henry August Ward angelegte Sammlung mit 170 Meteoriten, die Teil der naturkundlichen Ausstellung von Ward's Natural Science Establishment auf der Weltausstellung 1893 in Chicago waren. Die komplette Ausstellung mitsamt der 170 Meteoriten wurde vom Museumsstifter, dem Unternehmer Marshall Field gekauft, und später durch den Ankauf einer weiteren Meteoriten-Sammlung von Ward, die Ward-Coonley-Collection ergänzt.[22]

Cascadia Meteorite Laboratory Collection at Portland State University (Portland, Oregon, USA) - 1.778 Meteoriten

Das Cascadia Meteorite Laboratory an der Portland State University wurde im Jahr 2003 gegründet. Die Sammlung begann mit einem einzigen Meteoriten, ein 15,9 kg schweres Exemplar des Eisenmeteoriten vom Meteoritenkrater in Odessa (Texas), der bereits 1968 von der Universität erworben wurde. Über die Jahre ist die Sammlung deutlich gewachsen. Ende 2024 wird der Bestand mit 1.778 verschiedenen Meteoriten angegeben.[23] Die Sammlung entstand einerseits durch Spenden von Meteoriten durch einige Großspender, andererseits auch durch Klassifikationstätigkeit und als Repository für Typusexemplare.[24]

Königlich-Belgisches Institut für Naturwissenschaften (Brüssel, Belgien) - 1.620 Meteoriten

Die geologische Sammlung des Königlich-Belgischen Instituts für Naturwissenschaften umfasst 1.620 Meteoriten, darunter Stücke der sechs in Belgien gefundenen Meteoriten sowie eine 420 Stücke umfassende Sammlung antarktischer Meteoriten, die bei einer belgisch-japanischen Antarktis-Expedition in den Jahren 2012–2013 auf dem Nansen-Eisfeld gefunden wurden.[25] Ein 18 Kilogramm schwerer antarktischer Meteorit ist in der Dinosaurier-Galerie des Museum für Naturwissenschaften in Brüssel zu sehen.[26]

Museo Nazionale dell’Antartide (Siena, Italien) - 1.522 Meteoriten

Die Sammlung am Museo Nazionale dell’Antartide am Standort in Siena umfasst insgesamt 1.522 verschiedene Meteoriten, darunter 1.106 Meteoriten, die von Forschern in der Antarktis im Rahmen von Expeditionen des italienischen Nationalen Antarktisforschungsprogramms (PNRA) gesammelt wurden, aber auch 416 Exemplare von besonderem wissenschaftlichem Interesse von anderen Kontinenten.[27][28]

UCLA Meteorite Collection (Los Angeles, USA) - 1.500 Meteoriten

Die Meteoritensammlung der University of California, Los Angeles ist eine der größten Meteoritensammlungen der Vereinigten Staaten. Sie befindet sich im Geologiegebäude der UCLA. Die Sammlung begann 1934 mit der Schenkung eines 162 kg schweren Fragments des Canyon-Diablo-Meteoriten und ist im Laufe der Zeit auf über 2.400 Proben von etwa 1.500 verschiedenen Meteoriten angewachsen. Ein Museum, das 100 Exponate aus der Sammlung ausstellt, wurde 2013 eröffnet.[29]

American Museum of Natural History (New York, USA) - 1.255 Meteoriten

Das American Museum of Natural History (AMNH) in New York besitzt eine Meteoritensammlung mit etwa 5.000 Exemplaren von rund 1.255 verschiedene Meteoriten. Etwa 155 Exemplare sind in der Dauerausstellung in der Arthur Ross Hall of Meteorites ausgestellt, darunter auch der 34 Tonnen schwere Ahnighito-Meteorit, ein Fragment des grönländischen Cape York-Meteoriten.[30] Auch der Meteorit Willamette gehört zur Sammlung des Museums.

Russische Akademie der Wissenschaften (Moskau, Russland) - 1.230 Meteoriten

Die Meteoritensammlung der Russische Akademie der Wissenschaften ist die größte Meteoritensammlung Russlands. Sie umfasst mehr als 1.230 verschiedene Meteoriten und etwa 25.000 Einzelproben.[31] Die Sammlung ist auf mehrere Institutionen wie das Fersman-Museum und das Vernadsky-Institut in Moskau aufgeteilt.

National Meteorite Collection of Canada (Ottawa, Kanada) - 1.100 Meteoriten

Die Nationale Meteoritensammlung Kanadas befindet sich beim Geological Survey of Canada. Diese Sammlung umfasst 2.700 Meteoritenproben, die 1.100 verschiedenen Meteoriten zugeordnet sind.[32]

Meteorite Collection des Western Australian Museum (Perth, Australien) - 750 Meteoriten

Die Meteorite Collection des Western Australian Museum umfasst rund 14.000 Einzelstücke von etwa 750 verschiedenen Meteoriten.[33] Darunter das mit 9.980 kg schwerste Stück des Mundrabilla-Meteoriten[34] und das mit 2.626 kg schwerste Einzelstück des Youndegin-Meteoriten.[35]

Institute of Meteoritics an der University of New Mexico (Albuquerque, USA) - 650 Meteoriten

Das Institute of Meteoritics an der University of New Mexico wurde 1944 gegründet und verfügt über eine Sammlung von 650 verschiedenen Meteoriten.[36] Ein Teil der Sammlung wird im öffentlich zugänglichen Meteoriten Museum des Instituts auf dem Hauptcampus der Universität gezeigt. Ein Highlight der Ausstellung ist ein 1.000 kg schweres Stück des Steinmeteoriten von Norton County, der im Jahr 1948 als beobachteter Fall über Kansas niedergegangen ist.[37]

Museo di Scienze Planetarie (Prato, Italien) - 521 Meteoriten

Die Meteoritensammlung des Museo di Scienze Planetarie in Prato umfasst 521 verschiedene Meteoriten mit insgesamt 1.586 Exemplaren, darunter 274 Dünnschliffe. Die Sammlung beinhaltet Funde von Museumsmitarbeitern aus Forschungsmissionen in heißen Wüsten wie Hammadah al-Hamra (Libyen), Acfer (Algerien) und der Atacama-Wüste (Chile).[38][39] In der öffentlichen Ausstellung sind 125 verschiedene Meteoriten ausgestellt, darunter 12 der insgesamt 47 offiziell anerkannten Meteoriten, die bisher in Italien gefallen sind. Und als größter Meteorit der Sammlung ein 272 kg schweres Fragment des Meteoriten von Nantan.[40]

Vatican Observatory Meteorite Collection (Castel Gandolfo, Italien) - 500 Meteoriten

Die Meteoritensammlung der Vatikanischen Sternwarte in Castel Gandolfo beherbergt rund 1.200 Meteoriten-Proben von 500 Meteoriten. Die Sammlung geht auf eine Reihe von Schenkungen von Adrien-Charles, Marquis de Mauroy zurück, wobei der Großteil der Exemplare nach seinem Tod im Jahr 1935 von seiner Witwe gestiftet wurde.[41][42]

University of Alberta Meteorite Collection (Alberta, Kanada) - 450 Meteoriten

Die größte universitäre Meteoritensammlung Kanadas, die Meteoritensammlung der Universität Alberta beherbergt 450 verschiedene Meteoriten mit etwa 2.000 Exemplaren[43], darunter Proben des Tagish-Lake-Meteoriten, der im Jänner 2000 in British Columbia in Kanada einschlug, sowie Fragmente des Eisenmeteoriten vom Whitecourt-Krater in Alberta. Einige Exemplare der Meteoritensammlung können im Museum für Mineralogie und Petrologie der Universität Alberta besichtigt werden.[44]

Naturmuseum St. Gallen (Schweiz) - 435 Meteoriten

Die Meteoritensammlung des Naturmuseum St. Gallen umfasst 435 verschiedene Meteoriten mit 547 Exemplaren von Meteoriten aus aller Welt.[14] Die Meteoritensammlung geht auf die vom Schweizer Unternehmer Eduard Bally begründete historisch bedeutsame Sammlung zurück, die im Museum Bally-Prior in Schönenwerd ausgestellt wurde. Die Sammlung wurde um die Jahrtausendwende aufgelöst und vom Schweizer Unternehmer Henri B. Meier erworben.[45] Dieser hat sie im Jahr 2021 dem Naturmuseum St. Gallen geschenkt.[46]

Naturhistoriska Riksmuseet (Stockholm, Schweden) - 337 Meteoriten

Die Meteoritensammlung des Naturhistoriska Riksmuseet umfasst über 1.100 Proben von 337 verschiedenen Meteoriten. Darunter sind alle anerkannten schwedischen Meteoriten, etwa 200 Steine aus dem Meteoriten-Einschlag von Hessle aus dem Jahr 1869 sowie mehrere Bruchstücke des Eisenmeteoriten Muonionalusta.[47]

Štefánik-Observatorium (Prag, Tschechien) - 80 Meteoriten

Das Štefánik-Observatorium beherbergt eine Meteoritenausstellung, mit 80 Schaustücken aus der Privatsammlung des tschechischen Meteoritensammlers Jiří Šimek. Highlight ist ein ca. 950 kg schweres Exemplar des Eisenmeteoriten Muonionalusta.[48]

Rieskrater-Museum (Nördlingen, Deutschland)

In der Ausstellung des Rieskrater-Museum sind Meteoriten verschiedener Stoffgruppen zu sehen, darunter der Erstfund des Neuschwanstein-Meteoriten aus dem Jahr 2002, ein Stück des Meteoriten Unter-Mässing, sowie der Meteorit Machtenstein, der um das Jahr 1956 gefunden und 2014 als Meteorit erkannt wurde.[49][50]

Einzelnachweise

  1. Guidelines For Meteorite Nomenclature. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
  2. Veronica Tollenaar, Harry Zekollari, Christoph Kittel, Daniel Farinotti, Stef Lhermitte, Vinciane Debaille, Steven Goderis, Philippe Claeys, Katherine Helen Joy, Frank Pattyn: Antarctic meteorites threatened by climate warming. In: Nature Climate Change. Band 14, Nr. 4, April 2024, ISSN 1758-6798, S. 340–343, doi:10.1038/s41558-024-01954-y (nature.com [abgerufen am 27. Dezember 2025]).
  3. Catherine M. Corrigan: The United States Antarctic Meteorite Collection - Informing and Being Informed by Sample Return Missions. In: AGU Fall Meeting Abstracts. Band 2024, Nr. 2523, Dezember 2024, S. U51C–2523 (harvard.edu [abgerufen am 27. Dezember 2025]).
  4. Japan’s Antarctic Meteorite Collection earns global recognition as IUGS Geo-collection > National Institute of Polar Research. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
  5. Emily Driehaus: How the Structure of a Mammoth Meteorite Reveals the Rough and Tumble Nature of the Asteroid Belt. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
  6. FAQs – ANSMET, The Antarctic Search for Meteorites. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  7. The collection,research and prospect of Antarctic meteorites in China. In: Chinese Journal of Polar Research. Nr. 3, 2024, S. 454–472 (oriprobe.com).
  8. XIA Zhipeng, ZHANG Jie, MIAO Bingkui, OU Ronglin, XIE Lanfang, YANG Rui, JING Yuan: Meteorite classification for building the Chinese Antarctic Meteorite Depository—Introduction of the classification of 500 Grove Mountains meteorites. In: Advances in Polar Science. Vol. 27, Issue (1), S. 56–63, doi:10.13679/j.advps.2016.1.00056.
  9. a b Meteorite. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
  10. Universität Münster, Zentrale Kustodie/Kulturbüro: Kustodie - Sammlungen. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
  11. Meteor shower: More than 1,800 meteorites land at Yale’s Peabody Museum | Yale News. 11. September 2023, abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
  12. Christian Koeberl, Franz Brandstätter, Mathias Harzhauser, Christa Riedl-Dorn: History and importance of the geoscience collections at the Natural History Museum Vienna. In: Museums at the Forefront of the History and Philosophy of Geology: History Made, History in the Making. Geological Society of America, 2018, ISBN 978-0-8137-2535-2, S. 131–162, doi:10.1130/2018.2535(09) (geoscienceworld.org [abgerufen am 1. Januar 2026]).
  13. Naturhistorisches Museum Wien - Meteoritensammlung. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
  14. a b J. Eschrig, M. M. M. Meier, B. A. Hofmann: A complete inventory of institutional and public meteorite collections in Switzerland. In: Meteoritics & Planetary Science. Band 60, Nr. 6, 2025, ISSN 1945-5100, S. 1384–1410, doi:10.1111/maps.14361 (wiley.com [abgerufen am 27. Dezember 2025]).
  15. Meteorite Collection. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
  16. ARES | Meteorite Falls | Further Exploration. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
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  19. Meteoriten – Stumme Zeugen aus dem All. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
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  22. P. R. Heck, J. Holstein: A Brief History of the Meteorite Collection at the Field Museum. In: 84th Annual Meeting of the Meteoritical Society. Band 84, Nr. 2609, August 2021, ISSN 0161-5297, S. 6222 (harvard.edu [abgerufen am 27. Dezember 2025]).
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  24. PSU in SPACE! | Portland State University. Abgerufen am 28. Dezember 2025 (englisch).
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  29. Space rocks hit UCLA: California's largest meteorite museum opens on campus. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
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  34. Mundrabilla iron meteorite (main mass 12.4 tonnes) | Western Australian Museum. Abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
  35. Youndegin iron meteorite (main mass 2626 kg) | Western Australian Museum. Abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
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  37. Meteorite Museum and Collection :: College of Arts & Sciences | The University of New Mexico. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  38. Faggi D., Carpino S. & Morelli M.: La collezione di meteoriti del museo italiano di scienze planetarie. Hrsg.: Museo Italiano di Scienze Planetarie – Fondazione ParSeC. (anms.it [PDF]).
  39. Marco Morelli, Annarita Franza, Daniela Faggi, Giovanni Pratesi: The catalog of the meteorite collection of the Italian Museum of Planetary Sciences in Prato (Italy). In: Meteoritics & Planetary Science. Band 58, Nr. 7, 2023, ISSN 1945-5100, S. 945–954, doi:10.1111/maps.13974 (wiley.com [abgerufen am 28. Dezember 2025]).
  40. Museum of Planetary Sciences. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
  41. Robert J. Macke: 108 Years of Meteorites at the Vatican Observatory. In: The Vatican Observatory, Castel Gandolfo: 80th Anniversary Celebration. Springer Verlag, 2018, S. 3–26 (philpapers.org [abgerufen am 27. Dezember 2025]).
  42. Vatican Observatory: Meteorite Collection. 6. Mai 2022, abgerufen am 27. Dezember 2025 (britisches Englisch).
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  45. 500 Ausserirdische für den Mystery Park - Plattform J. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
  46. Naturmuseum St.Gallen | Sammlung. Abgerufen am 28. Dezember 2025.
  47. About our geological collections | Naturhistoriska riksmuseet. 11. Juni 2024, abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
  48. Výstava-meteorit :: cas100geo. 3. Februar 2023, abgerufen am 27. Dezember 2025 (tschechisch).
  49. Online-Vortrag „Boten aus dem Weltraum“ anlässlich des 20-jährigen Falljubiläums Meteorit Neuschwanstein. In: RiesKraterMuseum Nördlingen. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
  50. Meteoriten im RiesKraterMuseum: heute, der Machtenstein. In: RiesKraterMuseum Nördlingen. Abgerufen am 28. Dezember 2025.