Merkendorf (Memmelsdorf)
Merkendorf Gemeinde Memmelsdorf
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 58′ N, 10° 57′ O |
| Höhe: | 286 m ü. NHN |
| Einwohner: | 924 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 96117 |
| Vorwahl: | 09542 |
Merkendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Memmelsdorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Merkendorf hat eine Fläche von 6,534 km². Sie ist in 1168 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5594,30 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Laubend.[4]
Geografie
Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur am Gaisbach, einem rechten Zufluss des Ellernbaches. Zwei Hochspannungsleitungen, die eine von Nordwesten kommend und die andere von Nordosten kommend, schneiden sich 0,7 km südlich beim Teufelsgraben. Die Kreisstraße BA 16 führt nach Laubend (1,2 km westlich) bzw. die Bundesautobahn 70 unterquerend nach Drosendorf (2,3 km südlich). Die Kreisstraße BA 48 führt nach Weichendorf (1,9 km südlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde 1162 zum ersten Mal genannt. Ein Domkanoniker übergab Merkendorf an das Bistum Bamberg. Früher wurde der Ort „Mirckendorf“ oder auch „Merckhendorf“ genannt. Ein Domherr des Bamberger Domkapitels hatte als Obleiherr die Vogteilichkeit.
Der Zustand des Ortes verschlechterte sich nach dem Dreißigjährigen Krieg dramatisch.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Merkendorf aus 50 Anwesen. Das Hochgericht übte die Oblei Merkendorf des Domkapitels Bamberg im begrenzten Umfang aus, es hatte ggf. an das bambergische Centamt Memmelsdorf auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Domkapitel Bamberg. Grundherren waren
- das Amt Memmelsdorf: 1 Söldenhaus, 1 Häuslein;
- das Domkapitel Bamberg, Oblei Merkendorf: 2 Güter, 19 Sölden, 1 Söldenhaus, 4 Häuser, 1 Haus mit Schenkstatt und Brauhaus, 2 Häuslein, 4 Tropfhäuslein;
- die Theodorische Güterverwaltung: 1 Wohnhaus, 1 Haus mit Stadel;
- das bambergische Kollegiatstift St. Stephan: 1 Gut, 1 Sölde, 2 Söldenhäuser, 1 Haus mit Schmiede;
- das bambergische St. Elisabeth und St. Katharina-Hospital: 1 Achtelhof, 3 Sölden, 3 Söldenhäuser;
- die Gemeinde: 1 Haus mit Gemeindeschmiede.[6]
Merkendorf soll zu dieser Zeit den „besten Getreideboden“ und „viel Wieswachs“ gehabt haben.[7]
Im Jahre 1802 kam Merkendorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Merkendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Drosendorf zugewiesen. Seit 1817 gab es in Merkendorf eine Schule. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Merkendorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[8] Am 1. Mai 1949 wurde Laubend eingemeindet. Dadurch vergrößerte sich die Gebietsfläche der Gemeinde von 4,740 km²[9] auf 6,551 km².[10]
Merkendorf wurde während des Zweiten Weltkriegs Anfang April 1945 von amerikanischen Truppen eingenommen. Sie zerstörten Straßen und Felder. Mit 550 alteingesessenen Merkendorfern und ca. 300 Flüchtlingen war das Dorf überbelegt.
Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Merkendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Memmelsdorf eingemeindet.[11][12]
Baudenkmäler
In Merkendorf gibt es fünf Baudenkmäler:[13]
- Laubender Straße 2: Bauernhaus
- Lindenstraße 14: Bauernhaus
- Pointstraße 5: Scheune
- Katholische Pfarrkirche Kreuzerhöhung
- Bildstock
- ehemaliges Baudenkmal
- Austraße 11: Bauernhaus
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Merkendorf gibt es drei Bodendenkmäler.[13]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Merkendorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 289 | 353 | 370 | 370 | 365 | 383 | 398 | 408 | 416 | 387 | 384 | 382 | 372 | 412 | 435 | 409 | 397 | 412 | 419 | 583 | 804 | 786 | 682 | 710 |
| Häuser[14] | 56 | 67 | 67 | 68 | 71 | 75 | 110 | 125 | ||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [9] | [25] | [25] | [25] | [10] | [25] | [26] | [27] |
Ort Merkendorf
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 289 | 365 | 398 | 387 | 372 | 397 | 599 | 542 | 574 | 619 | 924 |
| Häuser[14] | 56 | 67 | 67 | 71 | 75 | 87 | 101 | 156 | |||
| Quelle | [8] | [16] | [18] | [21] | [23] | [9] | [10] | [26] | [27] | [28] | [1] |
Religion
Merkendorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach Mariä Himmelfahrt (Memmelsdorf) gepfarrt.[6][26]
Besonderheiten
Im Ort befinden sich zwei Brauereien mit Gasthöfen: Brauerei und Gasthof Hummel und Brauerei und Gasthof Wagner.
Einrichtungen
- SV 1950 Merkendorf
- Sportschützen Merkendorf
- RV Concordia 09 Merkendorf
- Sportzentrum
- Freiwillige Feuerwehr, 1874 gegründet
- Haus für Kinder (Kindertagesstätte und Kindergarten)
- Jugend- und Vereinshaus
Städtefreundschaften
Merkendorf unterhält freundschaftliche Beziehungen zu gleichnamigen Orten im deutschsprachigen Raum. Die folgenden Orte haben sich zum Verein Europäische Merkendorfs e. V. zusammengeschlossen:
- Merkendorf bei Bamberg in Bayern
- Merkendorf bei Coburg in Bayern
- Merkendorf bei Ansbach in Bayern
- Merkendorf bei Zeulenroda-Triebes in Thüringen
- Merkendorf bei Eutin in Schleswig-Holstein
- Merkendorf bei Feldbach in der Steiermark
Alle zwei Jahre findet ein Treffen in einem anderen Merkendorf statt, um sich auszutauschen und sportliche und kulturelle Veranstaltungen durchzuführen.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Merkendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 575–576 (Digitalisat).
- Konrad Schrott: Memmelsdorf: seine Ortsteile und ihre Menschen im Spiegel der Geschichte. Gemeinde Memmelsdorf, 1982, DNB 209759305.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Ortsteile. In: memmelsdorf.de. Abgerufen am 22. Dezember 2024.
- Merkendorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 7. Januar 2022.
- Merkendorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- Merkendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 23. Dezember 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Einwohnerzahlen nach Ortsteilen. Gemeinde Memmelsdorf, abgerufen am 10. Februar 2025.
- ↑ Gemeinde Memmelsdorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 22. Dezember 2024.
- ↑ Gemarkung Merkendorf (092229). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ a b W. Weiß: Bamberg, S. 146.
- ↑ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 576.
- ↑ a b c W. Weiß: Bamberg, S. 255.
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1014 (Digitalisat).
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 878 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 430.
- ↑ Memmelsdorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ a b Denkmalliste für Memmelsdorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 137, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 832, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 127 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1003, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 48 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 949 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 993 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 139 (Digitalisat).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 135, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 646 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 290 (Digitalisat).