Melencolia
| Melancolia | ||||
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| Studioalbum von Theo Jörgensmann / Albrecht Maurer | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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| Label(s) | Nemu Records | |||
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
10 | |||
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51:39 | ||||
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Besetzung |
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Theo Jörgensmann, Albrecht Maurer | ||||
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Studio(s) |
Topaz Studio, Köln; Kulturknastfenster Brüel | |||
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Melencolia ist ein Musikalbum von Theo Jörgensmann und Albrecht Maurer. Die im Februar bzw. Mai 2011 im Topaz Studio, Köln, bzw. (Stück 10) im Kulturknastfenster Brüel in Mecklenburg-Vorpommern entstandenen Aufnahmen erschienen 2012 auf Nemu Records.
Hintergrund
Der Geiger Albrecht Maurer und der Klarinettist Theo Jörgensmann hatten seit 1993 zusammengearbeitet, als Maurer (neben Rainald Schückens, Donja Eghbal und Achim Krämer) Mitglied im Theo Jörgensmann Werkschau Ensemble wurde.[1] Der Titel des Albums „Melencolia“ basiert auf Albrecht Dürers gleichnamigem Kupferstich aus dem Jahr 1514.
Titelliste
- Albrecht Maurer & Theo Jörgensmann: Melencolia (Nemu Records NEMU 011)[2]
- Part 1 5:57
- Part 2 8:43
- Part 3 4:49
- Part 4 5:12
- Part 5 4:04
- Part 6 5:26
- Part 7 2:32
- Part 8 8:39
- Part 9 6:27
- Melencolia Epilog 5:34
Die Kompositionen stammen von Albrecht Maurer und Theo Jörgensmann, die Texte von Robert Bossard.
Rezeption
Nach Ansicht von Glenn Astarita, der das Album in All About Jazz rezensierte, harmoniert das untere Register von Theo Jorgensmanns G-Tief-Klarinette mit den Phrasierungen von Albrecht Maurers Violine und Bratsche. Melencolia bringe das Duo klanglich näher zusammen. So würde die Musik auf einer ähnlichen Ebene entstehen und eine dichtere Klanglandschaft mit einem schmaleren Abstand zwischen höheren und tieferen Registern vermitteln. Mit subtilen Harmonien und munteren Spitzen im Geschehen, allesamt mit klassischen Obertönen durchzogen, würden Jörgensmann und Maurer inmitten ihres synergetischen Schaffens eine weitläufige musikalische Ebene erschaffen. Ob sie düstere Umstände nachahmen oder eine entspannte Stimmung vermitteln, ihr Rahmen sei stets ausgewogen. Mal vertreiben sie die Dämonen, mal bewegen sie sich in wogenden Strömungen und rätselhaften Passagen.[3]
Das Programm basiere auf halbstrukturierten Songformen und einer harmonischen Einbindung „abstruser Abschweifungen, freundlichem Chaos und einer mechanischen Zerstörungswut“, die schlussendlich im „Melencolia Epilog“ skizziert werde, so Astarita weiter. Überflüssige Bewegungen oder frei geformte Burnouts würden das enge Engagement nicht beeinträchtigen. Die Künstler vereinten das Beste aus vielen musikalischen Welten und verliehen den Höhen und Tiefen eine unverwechselbare Identität, unterstützt durch ihren lebendigen künstlerischen Scharfsinn, ihr überragendes musikalisches Können und ihre bahnbrechende Vision.[3]
Ein Großteil der Begeisterung für den frühen europäischen Free Jazz sei aus Deutschland gekommen, wo lokale Holzbläser mit langer Marschkapellentradition mit Lautstärke und Intensität spielten, vermutete Ken Waxman (JazzWord). Der Tenorsaxophonist Peter Brötzmann, der Bassklarinettist Michel Pilz und der G-Klarinettist Theo Jörgensmann wären Teil dieser Begeisterung. Spätere Duo-Sessions mit Partnern, die zunehmend kraftvollere Texturen verwendeten, würden zeigen, wie sich jeder einzelne weiterentwickelt habe. So habe sich Jörgensmann, etwa in Bands wie Clarinet Contrast, auf die tiefe Klarinette konzentriert. Die Melencolia-Suite mit dem Kölner Bratschisten/Geiger Albrecht Mauer sei jedoch alles andere als düster. Auch wenn die Besetzung Zartheit suggeriere, würden sich stattdessen Staccato-Schleifungen zwischen melodische Töne mischen. Mauers extremer Bogendruck und seine Spiccato-Züge vermieden Lyrik, und wenn er Streicher-Geschrubbe mit gutturalem Gesang harmonisiert, könnte das Ergebnis von einer Drehleier stammen. Mit seiner Fähigkeit zur Chalumeau-Färbung und seinem klaren Altton gleiche Jörgensmann Mauers zackige Läufe mit absteigendem Zungenflattern aus.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen 12. Oktober 2025)
- ↑ Theo Jörgensmann, Albrecht Maurer – Melencolia. In: Discogs. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Glenn Astarita: Theo Jorgensmann / Albrecht Maurer: Melencolia. In: All About Jazz. 4. Februar 2012, abgerufen am 11. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Ken Waxman: Theo Jörgensmann / Albrecht Maurer. In: JazzWord. 6. Juli 2012, abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).