Maya-Klasse (2020)
| Die Maya im Februar 2020.
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Die Maya-Klasse (japanisch まや型護衛艦 Maya-gata Goeikan) ist eine Klasse von zwei Lenkwaffenzerstörern der japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF) und eine verbesserte Version der Atago-Klasse. Sie stellt, bis zur Indienststellung der ASEVs, die größten Lenkwaffenschiffe der japanischen Streitkräfte da.
Geschichte
Die Maya-Klasse basiert auf der japanischen Variante der Arleigh-Burke-Klasse (Flight IIa) der United States Navy. Im Unterschied zur Atago-Klasse hat sie ein kombiniertes vollelektrisches und Gasturbinen-Antriebssystem. Sie besitzt einen vergrößerten Rumpf, um dieses System aufzunehmen. Auf Basis eines 6,6-kV-Stromverteilungssystems soll genügend elektrische Energie zur Verfügung stehen, um zukünftige, in Japan entwickelte Railguns sowie Laser-Energiewaffen zur Nahbereichsverteidigung zum Einsatz bringen zu können.
Wie die Atago-Klasse hat sie einen Hangar für die dauerhafte Mitführung eines Hubschraubers.
Die Maya-Klasse ist mit dem Aegis-Kampfsystem ausgestattet. Die verbaute Version bietet Cooperative Engagement Capability (CEC), also den vernetzten Echtzeitdatenaustausch mit kompatiblen Einheiten sowohl der eigenen als auch alliierter Streitkräfte zur Lagedarstellung und Feuerleitung. Für die Zukunft ist die Ausstattung mit SM-6-Flugkörpern vorgesehen, die dafür ausgelegt sind, ihre Zieldaten über CEC direkt von anderen im Netzwerk angeschlossenen Einheiten erhalten zu können.
Erstmals für Japan ist von Anfang an die BMD-Funktionalität zur strategischen Raketenabwehr mit dem Flugkörper SM-3 verfügbar, wie sie bei der Atago-Klasse nachgerüstet wurde.
Einheiten
| Kennung | Name | Bauwerft | Kiellegung | Stapellauf | Indienststellung |
|---|---|---|---|---|---|
| DDG-179 | Maya (まや) | JMU, Yokohama | 17. April 2017 | 30. Juli 2018[1] | 19. März 2020[2] |
| DDG-180 | Haguro (はぐろ) | 23. Januar 2018 | 17. Juli 2019[3] | 19. März 2021[4] |
Namensvorgängerinnen
Maya trägt den gleichen Namen wie der Schwere Kreuzer Maya der Takao-Klasse und ist nach dem Berg Maya-san in Kōbe benannt. Haguro trägt den gleichen Namen wie der schwere Kreuzer Haguro der Myōkō-Klasse und ist nach dem Berg Haguro-san benannt.
Technische Beschreibung
Rumpf und Antrieb
Der Rumpf eines Zerstörers der Maya-Klasse ist 169,9 Meter lang, 22,2 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 10.250 Tonnen einen Tiefgang von 6,4 Metern. Der Antrieb erfolgt durch zwei Gasturbinen (integrierter elektrischer Antrieb) General Electric LM2500IEC, die zwei Elektromotoren mit Energie versorgen. Diese geben die Leistung an zwei Wellen mit je einer Schraube weiter.
Bewaffnung
Neben denn drei separat aufgeführten Waffensystemen verfügen die Schiffe der Klasse über ein 127-mm-Geschütz in Kaliberlänge 62 (Mark 45 Mod.4) von BAE Systems und zwei Vierfachstarter für Typ-17-Seezielflugkörper. Des Weiteren noch vier Mk 36 SRBOC-Täuschkörperwerfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen und eine Reihe von Handfeuerwaffen.
Senkrechtstartanlage
Als Senkrechtstartanlage wurde das Mark 41 (Mk. 41) eingerüstet. Das System befindet sich in zwei Blöcken, einer hinter dem 127-mm-Geschütz und vor der Brücke besteht aus 8 × 8 (= 64 Zellen) und der zweite auf dem Dach des achteren Aufbaus bestehnt aus 4 × 8 (= 32 Zellen), welche in zwei Reihen back- und steuerbordseitig angeordnet sind. Die „Zellen“ bestehen praktisch nur aus einem Gestell mit Plenum am Ende und Deckel am Kopf. Zwischen den zwei Viererreihen einer Einheit befindet sich der Gaskanal, welcher ebenfalls zum Schutz vor Wasser abgedeckt ist. An dem Gestell, das mehr als zwei Decks benötigt, befinden sich drei Geräte: Auf dem obersten Deck ein „Launch Sequencer“ (LSEQ), der eine Verbindung zwischen Schiff und Flugkörper herstellt und den Systemstatus überwacht. Auf dem Deck darunter befindet sich das „Motor Control Panel“ (MCP), welches über Ethernet an das LSEQ angebunden ist. Das MCP steuert die Klappen und Ventile sowie das Entwässern des Plenums. Ein Deck tiefer befinden sich am unteren Ende des Mk. 41 die zwei „Programmable Power Supply“-Einheiten (PPS), welche das VLS mit Energie versorgen und über Ethernet vom LSEQ angesteuert werden.
Die Waffen werden in eckigen Kanistern angeliefert, die von oben in die Senkrechtstartanlage eingeführt und über 145-Pin-Standardstecker mit dem System verbunden werden. Die Kanister schützen den Flugkörper vor Umwelteinflüssen und ermöglichen es dem LSEQ, den Typ der Waffe zu erkennen. Die Startsequenz läuft wie folgt ab: Der Deckel der Zelle und des Gaskanals (Uptake) werden geöffnet und die Entwässerungsventile des Plenums geschlossen. Dann zündet der Raketenmotor, wodurch die Heckklappe des Kanisters durchstoßen wird. Der Flugkörper beschleunigt und durchstößt die Frontkappe des Kanisters. Anschließend werden die Klappen geschlossen und das Entwässerungsventil des Plenums wieder geöffnet.
Die Bestückung mit Flugkörpern verteilt sich auf Zellen für Anti-U-Boot-Raketen vom Typ Typ 07 VL-ASROC und Zellen für SM-2, SM-3, SM-6 und RIM-162 ESSM-Flugabwehrlenkwaffen.
Nahbereichsverteidigungssystem
Zur Nächstbereichsverteidigung dienen zwei radargesteuerte Maschinenkanonensysteme Phalanx Mk.15. Dieses System besteht aus einem Geschützturm mit einer 20-mm-Maschinenkanone des Typ M61 Vulcan und einem separaten Feuerleitradar. Es ist daher nicht auf die Feuerleitung durch die Gefechtsleitzentrale des Trägerschiffes angewiesen und benötigt von diesem nur Energie. Das System kann gegen anfliegende Flugkörper, Luftfahrzeuge und Seeziele eingesetzt werden.
Torpedorohre
Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ HOS 303 befinden sich auf Höhe des ersten Schornsteine, sowohl an Backbord als auch an Steuerbord, und sind durch die Aufbauten abgeschirmt. Durch die Längsöffnung in der Außenhaut kann der Drilling nach außen gedreht werden, um Mark 46-, Typ-97- oder Typ-12-Torpedos mit Druckluft auszustoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus Kunststoff, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.
Bordhubschrauber
Ebenso wie bei den Einheiten der Vorgängerklasse dient ein Bordhubschrauber der Bekämpfung von U-Booten und für Verbindungsaufgaben. Es können Hubschrauber vom Typ Mitsubishi SH-60 mitgeführt werden. Die Bordhubschrauber werden mit Hilfe einer Verfahranlage automatisch vom Helipad in den Hangar und umgekehrt verfahren.
Besatzung
Die Besatzung hatte eine Stärke von 300 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften.
Weblinks
- Maya class Guided Missile Destroyer auf seaforces.org (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Japan Launches Future Aegis Destroyer JS Maya. In: navyrecognition.com. 1. August 2018, abgerufen am 11. Dezember 2020 (englisch).
- ↑ Xavier Vavasseur: JMSDF to Put its Latest Aegis Destroyer JS Maya through its Paces. In: navalnews.com. 17. Juli 2019, abgerufen am 11. Dezember 2020 (englisch).
- ↑ Yoshihiro Inaba: JMU Launches ‘Haguro’ – Second Maya-class AEGIS Destroyer for the JMSDF. In: navalnews.com. 13. Mai 2020, abgerufen am 11. Dezember 2020 (englisch).
- ↑ Xavier Vavasseur: Japan Commissions New Maya-class AEGIS Destroyer JS Haguro はぐろ DDG-180. In: navalnews.com. 19. März 2021, abgerufen am 19. März 2021 (englisch).