Hatakaze-Klasse

Hatakaze-Klasse
Die Hatakaze (DDG-171)
Schiffsdaten
Land Japan Japan
Schiffsart Lenkwaffenzerstörer
Bauwerft Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki
Bauzeitraum 1983 bis 1988
Stapellauf des Typschiffes 9. November 1984
Gebaute Einheiten 2
Dienstzeit seit 1986
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 150 m (Lüa)
Breite 16,4 m
Tiefgang (max.) 4,8 m
Verdrängung 4.600 t (leer)
5.500 t (max.)
 
Besatzung 260
Maschinenanlage
Maschine COGOG
Maschinen­leistung 72.000 PS (52.956 kW)
Höchst­geschwindigkeit 30 kn (56 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Sensoren

Die Hatakaze-Klasse (japanisch はたかぜ型護衛艦 Hatakaze-gata goeikan) ist eine Klasse von zwei Lenkwaffenzerstörern der japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF).

Allgemeines

Die in den 1980er-Jahren in Dienst gestellten Schiffe, deren Hauptaufgabe die U-Bootjagd und der Schutz einer Kampfgruppe vor Luftangriffen ist, basieren technisch auf der Tachikaze-Klasse. Gegenüber dieser wurde der Rumpf vergrößert, um sie auch als Flaggschiffe für Zerstörerverbände einsetzen zu können. Sie sind die ersten Einheiten mit Gasturbinenantrieb im Dienst der Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte.

Einheiten

Kennung Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Außerdienststellung Bemerkungen
DDG-171/
TV-3520
Hatakaze
(はたかぜ)
MHI, Nagasaki 20. Mai 1983 9. November 1984 27. März 1986 17. März 2025 Schulschiff vom 19. März 2020 bis Außerdienststellung
DDG-172/
TV-3521
Shimakaze
(しまかぜ)
13. Januar 1985 30. Januar 1987 23. März 1988 Schulschiff seit dem 19. März 2021

Technik

Rumpf und Antrieb

Der Rumpf eines Zerstörers der Hatakaze-Klasse ist 150 Meter lang, 16,4 Meter breit und hat bei einer maximalen Verdrängung von 5.500 Tonnen einen Tiefgang von 4,8 Metern. Der Antrieb erfolgt durch vier Gasturbinen – zwei Kawasaki Spey SM1A für die Marschfahrt und zwei Rolls-Royce Olympus TM3B für Hochgeschwindigkeitfahrten. Diese wirken auf zwei Wellen mit einer Gesamtleistung von 72.000 Wellen-PS.

Am Heck befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz, jedoch sind die Schiffe nicht mit einem Hangar zur permanenten Stationierung eines Helikopters ausgestattet.

Bewaffnung

Neben den im Folgenden aufgeführten Waffensystemen verfügen die Schiffe der Hatakaze-Klasse über zwei Mark-42-Geschütze, je eins vor der Brücke und achtern hinter den Aufbauten. Des Weiteren einen am Bug montierten Mk.13-Starter für Standard-Missile-Flugabwehrraketen (bei der Indienststellung wurden noch RIM-24 Tartar eingesetzt), einen Mk.112-Starter für Anti-U-Boot-Raketen RUR-5 ASROC und zwei Mk 36 SRBOC-Werfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen.

Nahbereichsverteidigungssystem

Zur Nächstbereichsverteidigung dienen zwei radargesteuertes Maschinenkanonensystem Phalanx Mk.15, welche beidseitig am achteren Deckshaus angebracht sind. Dieses System besteht aus einem Geschützturm mit einer 20-mm-Maschinenkanone des Typs M61 Vulcan und einem separaten Feuerleitradar. Es ist daher nicht auf die Feuerleitung durch die Gefechtsleitzentrale des Trägerschiffes angewiesen und benötigt von diesem nur Energie. Das System kann gegen anfliegende Flugkörper, Luftfahrzeuge und Seeziele eingesetzt werden.

Seezielflugkörper

Als Seezielflugkörper sind zwei Viererstarter für RGM-84 Harpoon am achteren Deckshaus montiert. Die Harpoon wird von einem Turbojet angetrieben und mit einem Booster gestartet. Der Flugkörper verfügt über einen Gefechtskopf mit 221 Kilogramm Hochexplosivsprengstoff. Die Navigation zum Ziel erfolgt mit einem inertialen Navigationssystem, während die Harpoon in der Anflugphase rund 15 Meter über dem Wasser zum Ziel navigiert. Dabei kann ein Knick in die Flugbahn integriert werden, um das Zielgebiet aus einer bestimmten Richtung anzufliegen. Sobald sich die Rakete in einer vorbestimmten Distanz zum vermuteten Ziel befindet, schaltet sie ihr bordeigenes Radar ein, um das Ziel zu finden. Alternativ kann das Radar sofort nach dem Start oder intermittierend aktiviert werden. Sobald das Ziel erfasst ist, nähert sich die Lenkwaffe diesem in einer Flughöhe von 2 bis 5 Metern bis zum Einschlag. Der Gefechtskopf zündet nicht direkt beim Aufschlag, sondern zeitverzögert, so dass die Explosion im Schiffsinneren stattfindet und erheblich mehr Schaden verursacht als bei einer kontaktzündenden Waffe. Die Reichweite beträgt über 140 km.[1]

Torpedorohre

Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ HOS 301 befinden sich mittschiffs auf Höhe des Schornsteine, sowohl an Backbord als auch an Steuerbord. Der Drilling kann nach außen gedreht werden, um Mark-46-Torpedos mit Druckluft auszustoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus Kunststoff, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.[1]

Sensoren

Zur Luftraumüberwachung wird ein 3D-Radar vom Typ SPS-52C verwendet, das sich auf dem Gittermast befindet. Vor diesem befinden sich oberhalb der Brücke zwei Feuerleitradare vom Typ SPG-51C und auf dem achterlichen Deckshaus ein Seeaufklärungsradar vom Typ OPS-28B.

Commons: Hatakaze-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Norman Friedman: The Naval Institute Guide to World Naval Weapons Systems. US Naval Institute Press, 2006, ISBN 1-55750-262-5, S. 262–263.