Mauerkircherstraße

Mauerkircherstraße
Straße in München
Eckhaus Mauerkircherstraße 2
Basisdaten
Landeshauptstadt München
Stadtbezirk Bogenhausen
Name erhalten 1906[1]
Anschluss­straßen Montgelasstraße, Oberföhringer Straße
Querstraßen Thomas-Mann-Allee, Kufsteiner Straße, Herzogparkstraße, Poschingerstraße, Vilshofener Straße, (Isarring), Redwitzstraße, Felix-Dahn-Straße, Gustav-Freytag-Straße, Dehmelstraße, Opitzstraße, Gellertstraße, Bonselstraße, Isolde-Kurz-Straße, Bürgerstraße, Flemingstraße, Rümelinstraße, Fontanestraße, Max-Halbe-Weg, Grüntal. Pernerkreppe
Plätze Kufsteiner Platz
Nummern­system Orientierungsnummerierung
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr

Die Mauerkircherstraße ist eine Innerortsstraße im Stadtbezirk 13 Bogenhausen von München.

Verlauf

Die Straße zweigt knapp östlich der Max-Joseph-Brücke über die Isar in nordöstlicher Richtung von der Montgelasstraße ab und führt geradlinig parallel und in einigem Abstand zur Isar durch den Herzogpark. Nördlich der Rümelinstraße beschreibt sie einen Bogen nach Osten, überquert vor der Einmündung der Pernerkreppe den kleinen Brunnbach und führt das östliche Isarhochufer hinauf zur Oberföhringer Straße, an der sie endet.

Öffentlicher Verkehr

Die Mauerkircherstraße wird von der vom Michaelibad kommenden Stadtbuslinie 187 befahren (Haltestellen Mauerkircherstraße – Übergang zur Straßenbahn –, Kufsteiner Platz, Poschingerstraße, Redwitzstraße, Gustav-Freytag-Straße, Gellertstraße, Rümelinstraße, Grüntal, Bürgerpark Oberföhring).

Namensgeber

Die Straße ist nach Friedrich Mauerkircher (gest. 1485), Bischof von Passau und Kanzler des Landshuter Herzogs, benannt.

Geschichte

Die Straße ist zusammen mit der Bebauung des Herzogparks als dessen Hauptachse durch die Terraingesellschaft Herzogpark entstanden, der ab 1904 auf dem weitläufigen Gelände, das zuvor zum Schloss Stepperg (München) gehörte, als großbürgerliches Wohnquartier errichtet wurde und nur über die Mauerkircherstraße zugänglich war, die am Kufsteiner Platz durch eine Schranke abgesperrt war. Das unter Denkmalschutz stehende Schrankenwärterhäuschen wird heute als Blumengeschäft genutzt. Die Kanalisation bis zur damaligen Leonhard-Eck-Straße (jetzt Isarring) erfolgte 1913.[2] Die Fortführung der Straße bis zur Oberföhringer Straße und damit eine Zufahrtsmöglichkeit von Oberföhring wurde erst in den 1960er Jahren geschaffen.[3] Bis zur Eingemeindung Oberföhrings im Jahr 1913 gehörte der Nordteil der Straße zu Oberföhring.[4] In der Mauerkircherstraße wohnten (wie auch in anderen Straßen des Herzogsparks) zahlreiche prominente Persönlichkeiten (siehe bei den Baudenkmälern), weiter der Dirigent Hans Knappertsbusch (Nr. 76).

Grünanlagen

  • Herzog-Albrecht-Anlage, zwischen Mauerkircherstraße, Vilshofener Straße, Schönbergstraße und dem heutigen Isarring, mit der Plastik Jäger mit Hund des Bildhauers Ernst Moritz Fischer.

Denkmalgeschützte Gebäude

  • Nr. 1a: neoklassizistisches villenartiges Walmdachhaus (Villa Albert), 1921/22 von Ludwig Grothe; zeitweise Institut für Fotogrammetrie[5], seit Herbst 2018 Generalkonsulat von Ungarn (Denkmalliste D-1-62-000-4374)
  • Nr. 2: Eckhaus, barockisierender Jugendstil, mit Jagdszenen-Reliefs, bezeichnet 1906, von Max Langheinrich (ehemals Restauration mit Bierstube St. Franziskus)[6][7] (Denkmalliste D-1-62-000-4375)
  • Nr. 3: Mietshaus, Jugendstil, 1910 von Max Neumann (Denkmalliste D-1-62-000-4376)
  • Nr. 4: Mietshaus, Jugendstil, mit reichem Putzdekor, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4377)
  • Nr. 5: Mietshaus, Jugendstil, 1910 von Max Neumann (ehemals Sitz des Bayerischen Jugendrings)[8] (Denkmalliste D-1-62-000-4378)
  • Nr. 6: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4379)
  • Nr. 7: Mietshaus, Jugendstil, 1908 von Max Neumann (Denkmalliste D-1-62-000-4380)
  • Nr. 8: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliedert, 1909 von Franz Popp (Denkmalliste D-1-62-000-4381)
  • Nr. 9: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4382)
  • Nr. 10: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliedert, um 1909–10, von Max Neumann mit Tekturplänen von Franz Popp (Denkmalliste D-1-62-000-4383)
  • Nr. 11: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4384)
  • Nr. 12: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4385)
  • Nr. 13: Mietshaus, Jugendstil, 1910 von Max Neumann, mit Gedenktafel für Thomas Mann, der hier mit Familie von 1910 bis 1914 wohnte; Gedenkstele für Paula und Siegfried Jordan anstelle der wieder entfernten Stolpersteine; Wohnung von Moritz und Meta Wallach[9] (Denkmalliste D-1-62-000-4386)
  • Nr. 16: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliederter Eckbau, 1910 von Eugen Drollinger, bildet eine Gruppe mit Herzogparkstraße 1, 2 und 3[10] (Denkmalliste D-1-62-000-4387)
  • Nr. 17/19: Doppelmietshaus, viergeschossige verputzte Satteldachbauten mit achsensymmetrischen vierachsigen Straßenfassaden und überhöhten aufwändig profilierten Eingangsportalen mit Steingewänden, von Ignaz Schraudolph, 1936 (Denkmalliste D-1-62-000-11139)
  • Nr. 20: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4388)
  • Nr. 22: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4389)
  • Nr. 24: Mietshaus, Jugendstil, um 1910[11] (Denkmalliste D-1-62-000-4390). Mieterin (im Erdgeschoss) war Annette Kolb. Stolperstein für Minna Blume Salinger geb. Friedlaender.
  • Nr. 26: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4391)
  • Nr. 28: Mietshaus, Jugendstil, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4392)
  • Nr. 31: Verwaltungsgebäude, erbaut 1921 von Carl Jäger für die Mittlere Isar AG; neoklassizistisch, mit Säulenportal[12] (Denkmalliste D-1-62-000-4393)
  • Nr. 35: Villa, barockisierend, 1924 von Karl Stöhr (Denkmalliste D-1-62-000-4394)
  • Nr. 37: Villa, neobarock, Anfang 20. Jahrhundert, von Karl Stöhr (Denkmalliste D-1-62-000-4395)
  • Nr. 38: Mietshaus, viergeschossiger Traufseitbau mit betontem Treppenhausmittelrisalit und expressionistischer Putzgliederung, von Julius Metzger, 1929, nach Kriegsschäden 1955 wiederhergestellt (Denkmalliste D-1-62-000-11100)
  • Nr. 39: Villa, barockisierend, 1911 von Heilmann & Littmann; Wohnhaus von Gustav Waldau und Hertha von Hagen; mit Nr. 41 und 43 zu einem Block zusammengeschlossen (sog. Drillingshäuser, Architekt Paul Böhmer)[13][14] (Denkmalliste D-1-62-000-4396)
  • Nr. 40: Mietshaus, Eckbau im barockisierenden Jugendstil, um 1900 (Denkmalliste D-1-62-000-4397), ehemals Restauration Herzogparkquelle, nach Plan von Baumeister Lorenz Krieg[15][16]
  • Nr. 41: Villa, barockisierend, 1911 von Heilmann & Littmann; Wohnhaus von Bruno Frank; mit Nr. 39 und 43 zu einem Block zusammengeschlossen (Denkmalliste D-1-62-000-4398)[17]
  • Nr. 43: Villa, Wohnhaus von Bruno Walter, mit Nr. 39 und 41 zu einem Block zusammengeschlossen[18] (Denkmalliste D-1-62-000-4399)
  • Nr. 45: Villa Oordt, neoklassizistisch, mit Stuckdekor, Anfang des 20. Jahrhunderts, von Eugen Drollinger[19] (Denkmalliste D-1-62-000-4400)
  • Nr. 46: Walmdachvilla, barockisierend, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4401)
  • Nr. 48: malerische Villa (Villa Woerner), barockisierend, um 1910, von Carl Jäger (nach Kriegsschaden verändert)[20] (Denkmalliste D-1-62-000-4402)
  • Nr. 54: Villa mit Mansardsatteldach, um 1910[21] (Denkmalliste D-1-62-000-4403), von Richard Steidle für den Pianisten Walter Rummel
  • Nr. 55: Villa, barockisierend, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4404)
  • Nr. 59: Mansarddachvilla, barockisierend, um 1910; Generalkonsulat der Iranischen Republik[22] (Denkmalliste D-1-62-000-4405)
  • Nr. 67: herrenhausartige Villa, mit historischen Anklängen, aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts[23] (Denkmalliste D-1-62-000-4406)
  • Nr. 70: Villa, neoklassizistisch, um 1920 (Denkmalliste D-1-62-000-8507)
  • Nr. 71: Villa, historisierend, um 1910/20 (Denkmalliste D-1-62-000-4408)
  • Nr. 73: Villa, historisierend, um 1910/20 (Denkmalliste D-1-62-000-4409)
  • bei Nr. 73: Transformatorenhäuschen, historisierend, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4410)
  • Nr. 78: Mansarddachvilla, neoklassizistisch, mit Säulenportal, um 1910/20 (Denkmalliste D-1-62-000-4411)
  • Nr. 79: barockisierende Mansarddachvilla, ehemaliges Pius-Maria-Heim, um 1910[24][25] (Denkmalliste D-1-62-000-4412)
  • Nr. 87: Mansarddachvilla, barockisierend, um 1910/20 (mit Gartenmauer) (Denkmalliste D-1-62-000-4413)
  • bei Nr. 103: Transformatorenhäuschen, historisierend, um 1910 (Denkmalliste D-1-62-000-4414)

Weitere Gebäude

  • Nr. 52: Villa, ehemals im Besitz des Verlegers Carl Hanser, seit 2014 Musikschule Fanderl-Wastl-Schule.[26]
  • Nr. 76: Villa, ab 1941 von dem Dirigenten Hans Knappertsbusch bewohnt.[27]
  • Wohnanlage Mauerkircherstraße 177–197: Die Anlage mit 100 Wohneinheiten in sieben Blöcken gegenüber dem Stauwehr Oberföhring wurde von 1978 bis 1980 errichtet (Entwurf: Herbert Kochta und Peter Buddeberg).[28]
  • Amerikanersiedlung Grüntal: Im Bereich Mauerkircher/Flemingstraße[29] wurden ab 1954 Reihenhäuser errichtet, die zunächst für amerikanische Diplomaten bestimmt waren und zur Freigabe beschlagnahmter Wohnungen führen sollten. Da sich später herausstellte, dass für Diplomatenwohnungen kein so großer Bedarf bestand, wurden die Häuser an Armeeangehörige überlassen, bis 1992 aber vollständig geräumt.[30]

Gebäude in der Nähe

  • Fährwarthaus Oberföhring (abgegangen), Rümelinstraße 1 (zuvor Pienzenauerstraße 201), von Martin Dülfer, nach Thomas Mann, Herr und Hund „eine Art Villa in zwergenhaften Ausmaßen, launisch und leicht gebaut“, in den 1960er Jahren abgebrochen.[31]
  • ehem. Schrankenwärterhaus Kufsteiner Platz 5, später Blumengeschäft

Brunnen und Plastiken

Literatur

  • Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Auflage. Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 290 f.
  • Willibald Karl (Hrsg.): Der Herzogpark. Wandlungen eines Zaubergartens. Buchendorfer Verlag, München 2000, ISBN 3-934036-17-1.
  • Geist und Schönheit in der Mauerkircherstraße 12, in Rudolf Reiser: Alte Häuser-Große Namen - München, 2. überarb. Aufl., München: Bruckmann, 1988, ISBN 3-7654-2187-1, S. 260–264.

Einzelnachweise

  1. Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Auflage. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 290 f.
  2. Willibald Karl (Hrsg.): Der Herzogpark. Wandlungen eines ´Zaubergartens. Buchendorfer Verlag, München 2000, ISBN 3-934036-17-1, S. 39
  3. siehe den Artikel im München Wiki
  4. Die ungefähre Grenzziehung zwischen dem 1892 eingemeindeten Bogenhausen und dem 1913 eingemeindeten Oberföhring kann einer Kartenskizze bei Fritz Lutz: Daglfing, Denning, Englschalking, Johanneskirchen 50 Jahre bei München (1930–1980). Auslieferung Stadtarchiv München [1982], S. 12, entnommen werden
  5. Willibald Karl/Karin Pohl: Bogenhausen ..., S. 191
  6. Willibald Karl (Hrsg.): Der Herzogpark. Wandlungen eines Zaubergartens. Buchendorfer Verlag, München 2000, ISBN 3-934036-17-1, S. 38
  7. Mauerkircherstrasse 2, auf nordostkultur-muenchen.de
  8. Mauerkircherstraße 5, auf nordostkultur-muenchen.de
  9. Mauerkircherstraße 13, auf nordostkultur-muenchen.de
  10. Heinrich Habel, Klaus Merten, Michael Petzet, Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel-Verlag, München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, Abb. 226 mit Text.
  11. Mauerkircherstraße 24, auf nordostkultur-muenchen.de
  12. Mauerkircherstraße 31, auf nordostkultur-muenchen.de
  13. Willibald Karl (Hrsg.): Der Herzogpark. Wandlungen eines Zaubergartens. Buchendorfer Verlag München 2000, ISBN 3-934036-17-1, S. 67–70
  14. "Drillingshäuser" (Nr. 39/41/43) | Mauerkircherstraße 39, auf nordostkultur-muenchen.de
  15. Willibald Karl (Hrsg.): Der Herzogpark. Wandlungen eines Zaubergartens. Buchendorfer Verlag, München 2000, ISBN 3-934036-17-1, S. 37 f.
  16. | Mauerkircherstraße 40, auf nordostkultur-muenchen.de
  17. | Mauerkircherstraße 41, auf nordostkultur-muenchen.de
  18. »Drillingshäuser« (Nr. 39/41/43) | Mauerkircherstraße 43, auf nordostkultur-muenchen.de
  19. Villa Oordt | Mauerkircherstraße 45, auf nordostkultur-muenchen.de
  20. Villa Woerner | Mauerkircherstraße 48, auf nordostkultur-muenchen.de
  21. Villa | Mauerkircherstraße 54, auf nordostkultur-muenchen.de
  22. Villa | Mauerkircherstraße 59, auf nordostkultur-muenchen.de
  23. Villa | Mauerkircherstraße 67, auf nordostkultur-muenchen.de
  24. Villa | Mauerkircherstraße 79, auf nordostkultur-muenchen.de
  25. Karin Bernst: Oberföhring. Vom Zieglerdorf zum Münchner Stadtteil 1913–2013. Allitera Verlag, München 2013, ISBN 978-3-86906-543-4, S. 137.
  26. nordostkultur-muenchen.de
  27. nordostkultur-muenchen.de
  28. Karin Bernst: Oberföhring. Vom Zieglerdorf zum Münchner Stadtteil 1913–2013. Allitera Verlag, München 2013, ISBN 978-3-86906-543-4, S. 148.
  29. Nach Münchner Stadtadreßbuch 1969 wohl u. a. Nr. 140–146
  30. Karin Pohl in: Willibald Karl, Karin Pohl (Hrsg.): Amis in Bogenhausen. Volk Verlag, München 2015, ISBN 978-3-86222-198-1, S. 77–81.
  31. Dieter Klein: Martin Dülfer. Wegbereiter der deutschen Jugendstilarchitektur. Arbeitsheft 8 des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege, 2. Aufl. 1993, ISBN 3-87490-531-4, S. 127
  32. Brunnen »Radschlagender Pfau« | Mauerkircherstraße 160, auf nordostkultur-muenchen.de
  33. Gräf-Brunnen (Taubenbrunnen) | Mauerkircherstraße 171 , auf nordostkultur-muenchen.de

Koordinaten: 48° 8′ 56″ N, 11° 35′ 59″ O