Dianabrunnen (München)
| Dianabrunnen | |
|---|---|
| Der Dianabrunnen am Kufsteiner Platz | |
| Ort | München, Bayern |
| Land | Deutschland |
| Verwendung | Brunnen |
| Bauzeit | 1907–1908 |
| Architekt | Mathias Gasteiger |
| Baustil | barockisierend |
| Technische Daten | |
| Höhe | 8,5 m |
| Durchmesser | 12 m |
| Baustoff | Euviller Kalkstein (plastische Gruppen), Treuchtlinger Jurakalkstein (Bank und Treppe), Tuffstein (Grotte), Bronze (Hirschgeweih, Bogen, Falke) |
| Koordinaten | |
| Lage | Koordinaten: 48° 9′ 1,1″ N, 11° 36′ 6,9″ O48° 9′ 1,1″ N, 11° 36′ 6,9″ O |
Der Dianabrunnen ist ein Brunnen im Herzogpark im Münchner Stadtteil Bogenhausen. Er steht am Kufsteiner Platz im Zug der das großbürgerliche Wohngebiet des Parks erschließenden Mauerkircherstraße. Der Brunnen wurde in den Jahren 1907 bis 1908 von der Terrain-Aktiengesellschaft Herzogpark München-Gern nach Plänen des Bildhauers Mathias Gasteiger aufgestellt, der auch das heute in der Neuhauser Straße stehende Brunnenbuberl geschaffen hat. Der Brunnen steht unter Denkmalschutz (Denkmalliste D-1-62-000-3648).
Geschichte
Mit der Erschließung des Terrains des 1900 von Herzog Carl Theodor in Bayern an die von Jakob Heilmann initiierte Terraingesellschaft verkauften Herzogparks begann die Erschließung der zuvor hauptsächlich als Jagdgebiet genutzten 1,3 Millionen m² großen Auenlandschaft entlang der Isar. Auf die frühere Jagdnutzung spielt der am Übergang des Südteils des Herzogparks (weitgehend mit Blockbebauung) zu dem großzügig parzellierten nördlicheren Teil auf der Höhe der Kufsteiner Straße am Kufsteiner Platz (hier stand an der Mauerkircherstraße eine den Villenteil abschirmende Schranke) errichtete Dianabrunnen an. Der von der Terraingesellschaft mit Kosten von 45.000 Mark[1] errichtete Brunnen wurde am 3. Juni 1908 an das Wasserleitungssystem der Stadt angeschlossen; er ging in das Eigentum der Stadt über. Die Verbindung mit der Kanalisation erfolgte erst nach deren Errichtung 1914, zuvor erfolgte ein Überlauf des Wassers auf den Platz.[2] 1998 erfolgte eine umfassende Renovierung des Brunnens durch die Stadt München, bei der die bronzenen Attribute der Diana, Falke und Bogen wieder ergänzt sowie Gliedmaßen der Göttin und die Sitzbänke repariert und die Rehfiguren auf den Seitenpodesten nach den im Sommerhaus von Gasteiger am Ammersee vorhandenen formgleichen Gruppen restauriert wurden.[3]
Architektur
Die breit gelagerte Brunnenanlage besitzt einen hohen Mittelteil, auf dem die Göttin der Jagd vor einem Hirschbullen lagert. Sie trägt in der Hand einen Falken und einen Jagdbogen. Unterhalb der Jagdgöttin entspringt einer von zwei bossierten dorischen Säulen eingerahmten Grotte ein Wandbrunnen, der sein Wasser kaskadenartig in ein mehreckiges Becken entlässt. Seitlich erstrecken sich zwei vorschwingende Sitzbänke, die jeweils von Tierskulpturen abgeschlossen werden. Auf den Brunnen war das dahinter liegende vierstöckige Mietshaus („Dianahaus“, Architekt Eugen Drollinger) bezogen, das etwa gleichzeitig errichtet wurde, aber nach Kriegszerstörung durch die moderne Bebauung mit dem Haus des Deutschen Evangelischen Frauenbunds aus dem Jahr 1955 ersetzt ist.[4]
Siehe auch
Literatur
- Thorsten Marr: Mathias und Anna Gasteiger. Ein Münchner Künstlerpaar vor, während und nach den Weltkriegen, Bayerische Schlösserverwaltung, München 2025, ISBN 978-3-941637-90-0, hierin Kapitel: Der Diana-Brunnen am Kufsteiner Platz, S. 48–53
- Willibald Karl (Hrsg.): Der Herzogpark. Wandlungen eines Zaubergartens, Buchendorfer Verlag, München 2000. ISBN 3-934036-17-1, S. 36 f.
- Willibald Karl/Karin Pohl: Bogenhausen. Zeitreise ins alte München, hrsg. vom Stadtarchiv München, Volk Verlag München 2014, ISBN 978-3-86222-113-4, S. 74–76 und Abb. S. 192
Einzelnachweise
- ↑ Willibald Karl (Hrsg.): Der Herzogpark. Wandlungen eines Zaubergartens, Buchendorfer Verlag, München 2000, ISBN 3-934036-17-1, S. 36
- ↑ Thorsten Marr, Mathias und Anna Gasteiger, S. 51 mit Planwiedergabe S. 53
- ↑ Thorsten Marr: Mathias und Anna Gasteiger, S. 52
- ↑ Foto bei Willibald Karl/Karin Pohl: Bogenhausen …, S. 192
Weblinks
- Artikel beim Verein Nordostkultur
- Der Brunnen im München Wiki
- Ulrike Steinbacher: Im Revier der Jagdgöttin, Süddeutsche Zeitung vom 27. Mai 2016, im Internet unter https://www.sueddeutsche.de/muenchen/sz-serie-auf-die-plaetze-im-revier-der-jagdgoettin-1.3008210, abgerufen am 4. Oktober 2025