Matsumi Kanemitsu
Matsumi „Mike“ Kanemitsu (japanisch 金光 松美; * 28. Mai 1922 in Ogden, Utah; † 11. Mai 1992 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Maler und Grafiker japanischer Herkunft. Er gilt als Vertreter der abstrakten amerikanischen Moderne und ist vor allem für seine Tusch-Pinsel Arbeiten (Sumi-e) sowie seine Lithografien bekannt.[1][2]
Leben
Matsumi Kanemitsu wurde in Ogden, Utah, geboren und wuchs bei seinen Großeltern in Hiroshima auf. Mit 16 Jahren kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück, besuchte zunächst eine Schule in Utah und arbeitete anschließend in der Kupferindustrie in Nevada. 1938 ging er erneut nach Japan, um die Schule abzuschließen. Danach kehrte er dauerhaft in die USA zurück. In Los Angeles fand er zunächst Arbeit als Gärtner, bevor er sich der US-Armee anschloss. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurde Kanemitsu verhaftet, verhört und später wieder freigelassen. Während des Zweiten Weltkriegs war er in mehreren Militärlagern im Mittleren Westen der USA interniert, unter anderem in Fort Douglas in Utah und in Fort Riley in Kansas. Er diente weiterhin als Soldat. In dieser Zeit fertigte er Porträts an und stattete Offizierskasinos mit seinen Werken aus. Später meldete er sich freiwillig für den Auslandseinsatz und diente in Frankreich als Sanitätsassistent. Dort kam er mit Künstlern und Intellektuellen in Kontakt, die ihn mit der modernen Kunst vertraut machten und ihn zu einer künstlerischen Ausbildung ermutigten.[1][2]
Nach Kriegsende studierte Matsumi Kanemitsu ab 1946 mit Unterstützung durch die G. I. Bill Bildhauerei bei Karl Metzler in Baltimore. Anschließend verbrachte er ein Jahr in Paris, wo er bei Fernand Léger studierte. 1951 zog er nach New York und besuchte die Art Students League, wo er unter anderem von Yasuo Kuniyoshi unterrichtet wurde. In dieser Zeit entwickelte er einen eigenständigen Stil, der Einflüsse der japanischen Tuschemalerei mit Elementen des abstrakten Expressionismus verband. Im Jahr 1961 folgte er einer Einladung der Künstlerin June Wayne nach Los Angeles, um im Tamarind Lithography Workshop zu arbeiten. Ab 1965 war er als Lehrer am Chouinard Art Institute (heute California Institute of the Arts) tätig und blieb bis zu seinem Tod in Los Angeles ansässig. 1964 reiste er nach Japan und knüpfte Kontakte zu den avantgardistischen Künstlergruppen Gutai und Bokujin.[1]
Matsumi Kanemitsu stellte in zahlreichen Ausstellungen aus, darunter:
- Whitney Annual, Whitney Museum of American Art, New York (1956)
- 14 Americans, Museum of Modern Art, New York (1962)
- Japanese Artists Who Studied in USA, 1875–1960, Hiroshima Museum of Modern Art, Hiroshima (1986)
- Made in California: Art, Image and Identity, 1900–2000, Los Angeles County Museum of Art (2000)
- Drawing the Line: Japanese American Art, Design & Activism in Post-War Los Angeles, Japanese American National Museum, Los Angeles (2011)
Im Jahr 1990 zeigte eine Wanderausstellung in vier japanischen Städten Lithografien von Matsumi Kanemitsu aus drei Jahrzehnten. Kanemitsu starb am 11. Mai 1992 in Los Angeles an Lungenkrebs.[1][2]
Literatur
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970, Stanford University Press, Stanford (Calif.) 2008.
- James Foster: Matsumi Kanemitsu, Honolulu Academy of Arts, Honolulu 1967.
- Mike Kanemitsu – Japanese American National Museum: Drawing the Line: Japanese American Art, Design & Activism in Post-War Los Angeles.