Marienplatz 2 (München)

Das Haus Marienplatz 2 in München ist ein Wohn- und Geschäftshaus. Es ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.[1]

Lage

Das Haus liegt am westlichen Ende des Marienplatzes in der Münchner Altstadt. Es bildet eine bauliche Einheit mit dem benachbarten Haus Marienplatz 1.

Geschichte

Das Gebäude entstand im 16. Jahrhundert aus der Zusammenfassung von zwei benachbarten Häusern, was heute noch an den unterschiedlichen Breiten der Fensterachsen sichtbar ist. Es beherbergte den Gasthof zum Lamm.[2]

Auf dem Stadtmodell Münchens von Jakob Sandtner aus dem Jahr 1570 und einer Ansicht des Marienplatzes von Matthäus Merian aus dem Jahr 1642 ist das Haus mit Arkaden im Erdgeschoss und einer gezinnten Vorschussmauer vor dem Grabendach dargestellt.[2]

Die Fassade wurde etwa um 1800 in schlichten klassizistischen Formen umgestaltet.[2] Ein Aquarell von Carl August Lebschée aus dem Jahr 1868 zeigt das Haus als viergeschossigen Bau mit Satteldach und "Ohrwaschln" (Dachgauben mit Pultdach) an beiden Enden der Fassade.

1865 erwarb der Juwelier und Unternehmer Carl Thomass das Haus. 1870 ließ er es gemeinsam mit dem südlich angrenzenden Nachbarhaus Marienplatz 1 um zwei Geschosse aufstocken und unter einem gemeinsamen einseitigen Walmdach zusammenfassen.[2]

Nach den Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg ließ die Stadt, die seit 1930/32 Eigentümerin des Gebäudes war, es 1951 wiederaufbauen und wie das Nachbarhaus im Erdgeschoss mit Fußgängerarkaden versehen. Die Fassade erhielt eine Fassadenbemalung.[2]

Beschreibung

Das sechsgeschossige Gebäude ist etwa 14 Meter breit und 17 Meter tief. Es trägt gemeinsam mit seinem Nachbarhaus Nr. 2 ein einseitiges Walmdach. Die Fassade hat sechs Fensterachsen, wobei die linken drei breiter sind als die rechten drei. Die Fassade ist im Altmünchner Stil bemalt. Dabei ist die Bemalung der linken drei Fensterachsen anders ausgeführt als die der rechten drei, was den Unterschied zwischen den Gebäudehälften weiter betont. Im Erdgeschoss hat das Haus breite Fußgängerarkaden mit Rechtecköffnungen.

Literatur

  • Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München. Mitte. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Bayern - Kreisfreie Städte und Landkreise. Band I.2/1. Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2, S. 555.
Commons: Marienplatz 2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Denkmalliste für München (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Abgerufen am 27. Oktober 2025 (Denkmalnummer D-1-62-000-4286)
  2. a b c d e Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München – Mitte (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.2/1). Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2, S. 555.

Koordinaten: 48° 8′ 15,2″ N, 11° 34′ 29,2″ O