Marienplatz 21 (München)

Das Haus Marienplatz 21 in München ist ein Wohn- und Geschäftshaus. Es ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.[1] Von den vor dem Zweiten Weltkrieg an der Südseite des Marienplatzes stehenden Gebäuden ist es das einzige noch erhalten gebliebene.

Lage

Das Haus liegt an der Südseite des Marienplatzes in der Münchner Altstadt. Es ist ein Eckbau, seine Westseite liegt am Rindermarkt. Die Südseite des Hauses liegt am Petersplatz gegenüber der Peterskirche.

Geschichte

In dem Stadtmodell Münchens von Jakob Sandtner (1570) steht an dieser Ecke ein drei- bis viergeschossiges Haus mit zwei Flacherkern und Giebel zum Marienplatz. Auch in einer Ansicht des Marienplatzes von Domenico Quaglio aus dem Jahr 1812 ist es noch in dieser Form dargestellt (direkt rechts von der Mariensäule).[2]

Im frühen 19. Jahrhundert wurde das Haus zu einem fünfgeschossigen Bau mit fünf Fensterachsen am Marienplatz und Arkaden im Erdgeschoss umgebaut. Die Fenster waren mit Fensterläden versehen. Die einzige Fassadengliederung bestand in einem Gurtgesims unterhalb der Fenster des dritten Obergeschosses.[2]

1910 wurde dieses Haus abgerissen und 1911 unter Verbreiterung des Rindermarkts durch den heute noch bestehenden Neubau nach Plänen von Georg Meister ersetzt. Hinter den Schaufensterarkaden des Erdgeschosses waren zwei unterschiedlich große Läden untergebracht.[2]

Rund 50 Jahre lang war in dem Haus eine Filiale der Deutschen Bank untergebracht, bis sie 2021 geschlossen wurde.[3]

Beschreibung

Das Haus ist fünfgeschossig hat einen Nordflügel am Marienplatz, einen Westflügel am Rindermarkt und einen der Kirche St. Peter am Petersplatz gegenüberliegende Südflügel. Die Flügel sind u-förmig um einen schmalen Innenhof an der Ostseite des Grundstücks angeordnet. Der Eingang zu dem Gebäude liegt in einem modernen zweigeschossigen Anbau, der der Südfassade vorgesetzt ist. Das Treppenhaus befindet sich zwischen dem Eingang und dem Innenhof.

Die Fassade hat auf der am Marienplatz gelegenen Schmalseite vier Fensterachsen, auf der am Rindermarkt gelegenen Längsseite sieben. Auch die Südfassade am Petersplatz hat vier Fensterachsen, allerdings mit paarweise angeordneten Fenstern. Das Erdgeschoss ist höher als die anderen Geschosse und hat große Rundbogenarkaden, zwei am Marienplatz und fünf am Rindermarkt. Rundbogenfenster im ersten Obergeschoss, drei am Marienplatz und sieben am Rindermarkt, vermitteln zwischen den Arkaden des Erdgeschosses und den Rechteckfenstern der weiteren Geschosse.

Aus den Bogenschlusssteinen der sieben Erdgeschossarkaden treten nahezu lebensgroße, fast vollplastische Kopfskulpturen aus Stein hervor. Die Steinfassungen der Rundbogenfenster des ersten Obergeschosses haben geschwungene Aufsätze aus Stein. Die jeweils übereinander liegenden Fenster des zweiten und dritten Obergeschosses sind durch flach aufgebrachte, reduzierend barockisierende Ornamente miteinander verbunden, in deren Mitte jeweils eine Löwenmaske mit Ring im Maul angebracht ist. Zwischen den Fenstern des dritten und vierten Obergeschosses gliedert ein Gurtgesims die Fassade horizontal.

Die Ecke Marienplatz/Rindermarkt ist abgeschrägt. Vom ersten bis zum dritten Obergeschoss erstreckt sich ein Natursteinerker, der im vierten Obergeschoss durch ein Balkongitter abgeschlossen wird. Er ruht auf zwei Konsolen, deren Frontseite in der Form wappenhaltender Löwen gebildet sind. Beidseitig der Erkerfenster angeordnete, auf Konsolen stehende Putti tragen jeweils wie Atlanten die vorspringende Fensterbrüstung des darüberliegenden Geschosses und den abschließenden Balkon. In der Mitte der Fensterbrüstungen ist ein muschelförmiges Ornament angebracht, darüber eine kleinere Blume.

Literatur

  • Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München – Mitte (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.2/1). Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2, S. 567.
Commons: Marienplatz 21 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Denkmalliste für München (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Abgerufen am 27. Oktober 2025 (Denkmalnummer D-1-62-000-4290)
  2. a b c Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München – Mitte (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.2/1). Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2, S. 567.
  3. Nina Job: Filiale am Marienplatz: Deutsche Bank wird ausgeräumt. In: Abendzeitung. 28. Dezember 2021, abgerufen am 28. Oktober 2025.

Koordinaten: 48° 8′ 12,8″ N, 11° 34′ 33,1″ O