Maria Grzegorzewska
Maria Stefania Grzegorzewska (* 18. April 1887[1] in Wołucza; † 7. Mai 1967[2] in Warschau, Polen) war eine polnische Pädagogin, Psychologin und Gründerin der Sonderpädagogik in Polen[3].
Leben
Bildung
1907 beendete Maria Grzegorzewska die Mädchenschule von Paulina Heweltówna[4]. Nachdem Maria einen Vorbereitungskurs beendet hatte, fing sie im Jahr 1907 ein Studium an der Fakultät für Biologie und Geowissenschaften an der Jagiellonen-Universität an. Maria gab private Nachhilfe, um sich zu unterhalten. Wegen einer schweren Krankheit musste sie das Studium abbrechen. Dann verließ sie Polen und kam nach Italien. 1913 begann sie ein nächstes Studium an der Internationalen Fakultät für Pädagogik in Brüssel, Belgien. Dort lernte Maria unter anderen Józefa Joteyko, Édouard Claparède und Ovide Decroly kennen. Die neuen Beziehungen beeinflussten ihre pädagogischen Ansichten stark. Der Erste Weltkrieg erlaubte Maria nicht mehr, in Brüssel zu bleiben. Deswegen zog sie sich dann nach London, Vereinigtes Königreich, um, wo sie ihr Studium fortsetzte. Im Jahr 1916 erwarb sie an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Paris (Sorbonne) auch ihren Doktortitel.
Das Staatliche Institut für Sonderpädagogik in Warschau
Nachdem Maria Grzegorzewska ihren Titel erworben hatte, traf sie die Entscheidung, sich der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen zu widmen und wurde dann Lehrerin an einer Pariser Schule für sinnesbehinderte Kinder.
Im Mai 1919 kam sie nach Warschau zurück. Seitdem arbeitete sie in dem Ministerium für Glaubensbekenntnisse und Öffentliche Aufklärung, wo sie die Sonderpädagogik popularisierte. Maria eröffnete Schulen für Kinder mit verschiedenen Behinderungen. 1922 wurde von ihr auch das Staatliche Institut für Sonderpädagogik in Warschau erschaffen. Das bekannteste Zitat, das von ihr stammt, ist: „Es gibt keinen Behinderten, es gibt nur einen Menschen“. Heutzutage heißt das Institut die Maria-Grzegorzewska-Akademie für Sonderpädagogik[5].
Der Zweite Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Maria als Lehrerin an der Schule Nummer 177 in Warschau. Ständig bildete sie andere Lehrer aus, indem sie einen einjährigen Kurs für Lehrkräfte führte. Maria half auch Juden und diente als Sanitäterin im Warschauer Aufstand (1944). Dann brannten ihr Haus, ihre manchen Forschungen und manche Aufsätze ihrer Schüler ab. Leider konnte man die Arbeiten nach dem Aufstand nicht wiederherstellen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Maria mit der Problematik der Menschen mit Behinderungen und spezifischen Bedürfnissen auseinander. Sie schrieb Briefe an einen jungen Lehrer (polnisch: Listy do młodego nauczyciela), in denen sie Persönlichkeitseigenschaften einer Lehrkraft beschrieb. Bis zu ihrem Tod blieb sie die Direktorin des Institutes für Sonderpädagogik in Warschau[3].
Gedächtnis
Maria Grzegorzewska ist die Namensgeberin vieler Schulen in ganz Polen, besonders der Schulen für Kinder mit Behinderungen. Ihr Name erscheint ebenfalls im Namen der Akademie für Sonderpädagogik in Warschau.
Im Gebäude der Akademie gibt es auch das Maria-Grzegorzewska-Museum[6]. Ebenfalls die Maria-Grzegorzewska-Stiftung[7] ist dort tätig.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Cezary W. Domański: Geschichte der Psychologie in Mitteleuropa: Forscher, Inspirationen und Konzepte. Wydawnictwo Naukowe PWN, Warschau 2018, ISBN 978-83-01-20149-4 (polnisch, Originaltitel: Historia psychologii w Europie Środkowej: badacze, inspiracje i koncepcje.).
- ↑ Grzegorzewska Maria. In: Encyklopedia PWN. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (polnisch).
- ↑ a b Wincenty Okoń: Neues pädagogisches Wörterbuch. 3., überarbeitete Auflage. "Żak", Warschau 2001, ISBN 83-8814941-5 (polnisch, Originaltitel: Nowy słownik pedagogiczny.).
- ↑ Nasz Patron. In: Specjalny Ośrodek Szkolno-Wychowawczy w Krośnie. 20. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025 (polnisch).
- ↑ Akademia Pedagogiki Specjalnej im. Marii Grzegorzewskiej. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (polnisch, die offizielle Webseite der Maria-Grzegorzewska-Akademie für Sonderpädagogik in Warschau).
- ↑ Wirtualne Muzeum Marii Grzegorzewskiej. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (polnisch, die offizielle Webseite des Maria-Grzegorzewska-Museums).
- ↑ Akademia Pedagogiki Specjalnej: Fundacja im. Marii Grzegorzewskiej. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (polnisch).