Maria Adelheid von Rivera

Maria Adelheid Gräfin von Rivera (geborene Maria Adelheid Theresa Gräfin von Preysing 1648 auf Schloss Hohenaschau; gestorben 1725 in Erding) war eine Unternehmerin und Stifterin.

Leben

Maria Adelheid Theresa Gräfin von Preysing wurde 1648 auf Schloss Hohenaschau geboren.[1] Sie heiratete in erster Ehe Franz Ernst Graf Criechingen, der 1686 nach vier Jahren Ehe starb. Aus der Ehe hatte sie keine Kinder.[2][3] In zweiter Ehe heiratete sie Johann Baptist Simeon de Balbi Graf Rivera, den Kommandeur der Leibgarde von Kurfürst Max Emmanuel, aus einem Adelsgeschlecht aus Savoyen. Aufgrund ihres geschäftlichen Geschickes übertrug ihr Mann ihr die Verwaltung als Gutsherrin der Ländereien in Ottenhofen, Oberneuching und Kirchötting. Sie bekam eine Tochter Maria Antonia Josepha, die auf Schloss Ottenhofen geboren wurde.[1]

Graf Rivera ließ nach der Geburt der Tochter für seine Familie ein prunkvolles Stadtpalais an der Theatinerstraße 45 in München bauen. Die Planung übernahm der Hofbaumeister des Kurfürsten, Giovanni Antonio Viscardi. Noch bevor das Palais fertiggestellt war, fiel Graf Rivera 1695 bei der Erstürmung von Namur im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Gräfin Rivera zog 1697 mit ihrer Tochter allein ein.[3] Doch in München fühlte sie sich nicht wohl und so wählte sie Erding als neues Domizil und ließ sich dort in der Münchener Straße nieder. Sie ließ sich dort von Viscardi ein neues Haus, das repräsentative Palais Rivera, erbauen. Es zählt zu den bedeutendsten weltlichen Barockbauten in Bayern. Das Haus in München überließ sie ihrer Tochter.[1]

In Erding, im Palais Rivera, empfing sie viele Gäste, wie Fürstbischöfe von Freising, Mitglieder des kurfürstlichen Hofs und des Freisinger Domkapitels. Aber auch das nahe gelegene Kapuzinerkloster, welches 1802 nach der Säkularisation aufgelöst worden war, war ihr wichtig und sie unterstützte es. Der Spanische Erbfolgekrieg hinterließ auch in Bayern Spuren und hatte viele Familien auseinandergerissen und viele Kinder waren verwaist. 1722 stiftete Maria Adelheid Gräfin von Rivera das erste Erdinger Waisenhaus neben der Wallfahrtskirche Heilig Blut, in dem 15 Kinder ein Zuhause fanden und führte es anfangs selbst.[1] Später übergab sie die Leitung einem Priester der Bartholomäer. Nach ihrem Tod geriet das Waisenhaus in Schwierigkeiten, da ihr Schwiegersohn mit den regelmäßigen Zahlungen nicht nachkam und die Unterstützung 1740 einstellte. So wurde das Waisenhaus 1740 geschlossen und die Waisenkinder wurden weggeschickt. Danach wurden kranke und verwundete Soldaten in dem Haus gepflegt, bis es 1742 bei einem Brand zerstört wurde.[2]

Maria Adelheid Gräfin von Rivera starb 1725 in Erding. Sie wurde in Erding mit einem FrauenOrt geehrt.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c d Altersruhesitz einer wohltätigen Gräfin. In: merkur.de. 2022, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  2. a b Das Rivera-Palais. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche.de, 2015, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  3. a b c Starke Frauen Bayern: Maria Adelheid Gräfin von Rivera. In: bayerns-frauen.de. Starke Frauen Bayern, abgerufen am 11. Dezember 2025.