Mansour El Souwaim
Mansour El Souwaim (arabisch منصور الصويم; * 18. Februar 1970 in Nyala) ist ein sudanesischer Schriftsteller.[1] 2009/2010 wurde er auf die Beirut39-Liste der vielversprechendsten Vertreter der jungen Generation arabischer Autorinnen und Autoren aufgenommen.[2] Im Jahr 2023 erhielt er für den Roman Ṭuḥlub azraq (‚Blaualge‘) den zweiten Preis des Tayeb-Salih International Award for Creative Writing.[3]
Leben
El Souwaim wurde am 18. Februar 1970 in Nyala (Darfur) geboren und studierte an der Abteilung für Musik und Theater der Universität Sudan für Wissenschaft und Technologie.[1] Seit den 2000er-Jahren arbeitet er als Autor und publizistischer Beobachter für die sudanesische Presse und war mehrere Jahre in der saudischen Online-Presse tätig.[1] 2009 nahm er an der ersten „Nadwa“ (Schreibwerkstatt) des International Prize for Arabic Fiction teil.[4] Im April 2010 trat er im Rahmen des Hay-Festival-Projekts Beirut39 in Beirut auf.[2]
Wirken
Seine Texte befassen sich immer wieder mit dem Leben der Ausgeschlossenen und den sozialen Rändern des Sudan, was Kritiker als prägend für seine Poetik beschrieben haben.[1]
Seine Debüt-Novelle Tuḫūm ar-Ramād (‚Grenzen der Asche‘) ist in Darfur angesiedelt und nutzt den Blickwinkel eines Generals zur literarischen Auseinandersetzung mit der Verflechtung von Gewalt, Klientelismus und ethnischen Spannungen.[5][3]
Für seinen 2005 erschienenen Roman Ḏākirat Širrīr (‚Memoiren eines Schurken‘) erhielt er den von der Abdel-Karim-Mirghani-Stiftung vergebenen Tayeb-Salih-Preis.[6] Die französische Übersetzung Souvenirs d’un enfant des rues erschien 2011/2012 und wurde in der französischen Presse rezipiert.[7][8]
Mit Āḫir as-Salāṭīn (2014; ‚Der letzte der Sultane‘) widmete er sich der historischen Figur des Darfur-Herrschers ʿAlī Dīnār und verknüpfte dokumentarische und fiktionale Ebenen.[9]
ʿArabat al-Amwāt (2017; ‚Der Wagen der Toten‘) setzt seine formale Experimentierfreude fort und verfolgt das Schicksal mehrerer Figuren – vom Leichenwagenfahrer bis zum Journalisten – in einer von Gewalt und gesellschaftlicher Härte geprägten Gegenwart.[6]
Mit dem 2024 in Juba erschienenen Roman Ṭuḥlub Azraq (‚Blaualge‘) setzte El Souwaim sein Werk fort; das Manuskript war 2023 mit dem zweiten Preis des Tayeb-Salih-Preises ausgezeichnet worden.[3][10] Der Roman verknüpft die Wege des Generals Ǧaʿfar al-Bašīr und des Scheichs Maǧid an-Nūrānī, überblendet Zeitebenen und legt autoritäre Kontinuitäten offen.[10]
Werke
- Tuḫūm ar-Ramād (‚Grenzen der Asche‘), Khartum: Maktabat al-Šarīf al-Akādīmiyya, 2001
- Ḏākirat Širrīr (‚Memoiren eines Schurken‘), Beirut: ad-Dār al-ʿArabiyya li-l-ʿUlūm, 2011, ISBN 978-614-010-057-2
- Ašbāḥ Faransāwī (‚Französische Gespenster‘), Kairo: Dār al-ʿAin, 2014, ISBN 978-977-490-261-1
- Āḫir as-Salāṭīn: Ḥurūb as-Sulṭān ʿAlī Dīnār ʿalā Tuḫūm Madāfin as-Salāṭīn (‚Der letzte der Sultane‘), Kairo: Awraq li-n-Našr wa-t-Tawzīʿ; Khartum: Dār Āfāq, 2014; Neuauflage: Kairo: Dār al-Bašīr li-ṯ-ṯaqāfa wa-l-ʿUlūm, 2025, ISBN 978-977-879-630-8
- ʿArabat al-Amwāt (‚Der Wagen der Toten‘), Tunis: Meskiliani Publishing & Distribution, 2017, ISBN 9789938833768
- Kānat wa kān .. wa kānat al-uḫrā (‚Sie war, er war … und die andere auch‘), Khartum: Dār al-Muṣawwarāt li-n-Našr wa-t-Tawzīʿ, 2020, ISBN 978-99942-72-35-8
- Ṭuḥlub Azraq (‚Blaualge‘), Juba: al-Mawsūʿa aṣ-Ṣaġīra li-ṭ-ṭibāʿa wa-n-Našr wa-t-Tawzīʿ, 2024
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Writer Mansour Alsouwaim: When The Language Glows. In: Sudanow Magazine. 7. März 2021, abgerufen am 13. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Beirut39 – Event listings (incl. Mansour El Souwaim). In: Hay Festival. 15. April 2010, abgerufen am 13. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c Organizers Announce 2023 Winners of the Tayeb Salih International Award for Creative Writing. In: ArabLit. 15. Februar 2023, abgerufen am 13. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Mansour El Souwaim on Literature in Sudan. In: ArabLit. 25. März 2010, abgerufen am 13. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ على تُخُوم رماد دارفور. In: Al-Quds al-ʿArabī. 5. September 2023, abgerufen am 13. Oktober 2025 (arabisch).
- ↑ a b منصور الصويم: «عربة الأموات». In: Al-Quds al-ʿArabī. 23. September 2017, abgerufen am 13. Oktober 2025 (arabisch).
- ↑ Souvenirs d'un enfant des rues : roman / Mansour el Souwaim; trad. par France Meyer. In: Bibliothèque nationale de France. 2011, abgerufen am 13. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ "Souvenirs d'un enfant des rues", de Mansour El-Souwaim. In: Le Monde. 19. Januar 2012, abgerufen am 13. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ "آخر السلاطين" لمنصور الصويم .. استعادة التاريخ سرديا. In: aljazeera.net. 15. August 2014, abgerufen am 13. Oktober 2025 (arabisch).
- ↑ a b طحلب أزرق. In: الموسوعة الصغيرة للطباعة والنشر والتوزيع. 23. November 2024, abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).