Mārtiņš Grundmanis
| Mārtiņš Grundmanis | ||
Grundmanis (1935) 1. von links
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| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Mārtiņš Alberts Grundmanis | |
| Geburtstag | 18. November 1913 | |
| Sterbedatum | 1946 | |
| Sterbeort | Riga, Lettische SSR | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1929–1930 | JKS Riga | |
| 1931–1933 | LSB Riga | |
| 1934 | JKS Riga | |
| 1935–1936 | Vilhelms Ķuze Riga | mind. 3 (0) |
| 1939–1940 | RPDS | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Mārtiņš Alberts Grundmanis (deutsch: Martin Albert Grundmann; * 5. Novemberjul. / 18. November 1913greg.; † 1946 in Riga) war ein lettischer Basketball- und Fußballspieler deutsch-baltischer Herkunft. Mit der Basketballnationalmannschaft gewann Grundmanis 1935 die Europameisterschaft und nahm ein Jahr später an den Olympischen Spielen teil.
Karriere und Leben
Mārtiņš Grundmanis wurde im Jahr 1913 in die Familie des Arbeiters Jānis Grundmanis und seiner Ehefrau Kristīne (geb. Siliņa) geboren. Er arbeitete in der Süßwarenfabrik von Vilhelms Ķuze, und ab Mitte der 1930er Jahre als Verkäufer in der Manufakturabteilung des Wirtschaftsgeschäfts der lettischen Armee. In den 1930er Jahren leistete Grundmanis auch seinen Wehrdienst in einem Schweren Artillerieregiment ab. Seit 1935 war er verheiratet mit Milda (geb. Rēdliha). Er studierte einige Zeit Sportwissenschaften und absolvierte einen vierjährigen Kurs in Leibeserziehung an der Universität Tartu. Während der deutschen Besatzung Lettlands im Zweiten Weltkrieg arbeitete er im Wasserleitungs- und Kanalisationsunternehmen Neimanis. Im August 1944 wurde er in die Lettische Legion eingezogen. Aus dieser desertierte Grundmanis später und befand sich von November 1944 bis März 1945 wegen Dienstverweigerung in Haft der NS-Behörden unter anderem im KZ Stutthof. Durch den Vormarsch der Roten Armee wurde er im März 1945 aus der Haft befreit. Von Mai bis September 1945 diente er in der Roten Armee, im 206. Reserve-Schützenregiment im besetzten Deutschland. Nach seiner Rückkehr auf sowjetisches Territorium im September 1945 kam Grundmanis in Prüf- und Filtrationslagern der sowjetischen Behörden – unter anderem in Charkiw und Kiew. Die letzte bekannte und in den Akten dokumentierte Vernehmung von Grundmanis fand am 22. Mai 1946 statt. Die Umstände und das genaue Datum seines Todes sind unbekannt; laut unbestätigten Angaben soll er Selbstmord in einem Kriegsgefangenenlager in Sarkandaugava, Riga, begangen haben.
Basketball
Mārtiņš Grundmanis war vor allem als herausragender Basketballspieler bekannt und galt als einer der besten lettischen Verteidiger der Zwischenkriegszeit. Er wurde 1932 lettischer Meister mit JKS Riga und 1939 mit dem ASK Riga. Mit der lettischen Basketballnationalmannschaft wurde Grundmanis im Jahr 1935 in der Schweiz Europameister. Grundmanis vertrat Lettland auch bei den Olympischen Sommerspielen 1936 im Basketball in Berlin. An der Basketball-Europameisterschaft 1937 nahm er ebenfalls teil. Sein letztes Länderspiel bestritt er am 23. Oktober 1938 in Berlin gegen Italien (26:18-Sieg). Er absolvierte insgesamt 20 Länderspiele für die Basketballnationalmannschaft. Nach der Wiederherstellung der lettischen Unabhängigkeit 1990 wurde das Team von 1935 in die „Hall of Fame“ des Lettischen Basketballverbands (LBS) aufgenommen. Am 19. November 2012 fand in Riga die Premiere des Spielfilms „Sapņu komanda 1935“ (deutsch: „Traumteam 1935“) von Regisseur Aigars Grauba statt, der dem lettischen Basketball-Team von 1935 und ihrem historischen Erfolg gewidmet ist. Die Rolle von Mārtiņš Grundmanis wurde darin vom Schauspieler Mārtiņš Liepa verkörpert.
Fußball
Mārtiņš Grundmanis begann seine Fußballkarriere bei der Mannschaft von JKS Riga, dem lettischen Ableger der Christlichen Jungen Menschen. Im Jahr 1931 wechselte Grundmanis zum LSB Riga, für den er in drei Spielzeiten aktiv war, davon zwei in der Virslīga. 1934 spielte Grundmanis kurzzeitig für seinen ehemaligen Verein JKS Riga. Später wechselte Grundmanis in das Betriebsteam seines Arbeitgebers Vilhelms Ķuze. In seinem ersten Jahr gelang 1935 der Aufstieg in die Virslīga. Nach der Erstligasaison 1936, in der er nur drei Spiele für die Mannschaft bestritt, blieb er zunächst ohne Verein bevor er 1939 und 1940 für RPDS dem Verein der Gewerkschaft der Straßenbahner spielte.
Weblinks
- Lebenslauf bei kazhe.lv (lettisch)
- Lebenslauf bei timenote.info (lettisch)
- Mārtiņš Grundmanis in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)