Márta Demeter
Márta Demeter (* 6. März 1983 in Budapest) ist eine ungarische Politikerin. Von 2014 bis 2022 war sie als Mitglied verschiedener Fraktionen Abgeordnete im ungarischen Parlament und war von 2018 bis 2019 Co-Vorsitzende der LMP.
Leben und Wirken
Demeter studierte zunächst Politikwissenschaften an der Dennis Gabor Universität in Budapest. 2007 trat sie in die MSZP ein und engagierte sich zunächst in der Regionalpolitik in der Ortsgruppe des XIV. Budapester Bezirks. 2012 wurde sie in den Regionalvorstand der Partei gewählt. 2014 erwarb sie an der Zsigmond-Király-Universität in Budapest einen Abschluss in Politikwissenschaften. Bei den Parlamentswahlen 2014 wurde Demeter für die MSZP als Abgeordnete in das ungarische Parlament gewählt. Als solche widmete sie sich insbesondere der Sicherheitspolitik und war Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten. Im Januar 2017 verließ Demeter die MSZP-Fraktion und trat komplett aus der Partei aus;[1] ihre Entscheidung begründete sie damit, dass die Partei sich zu sehr auf das reine politische Überleben konzentriere und zu wenig Ambitionen zeige, selbst die Regierung zu übernehmen.[2] Nach mehreren Monaten als fraktionslose Abgeordnete schloss sie sich im September 2017 der LMP-Fraktion an.[3] Zwei Versuche, auch Mitglied der Partei zu werden, scheiterten im Frühjahr 2018 am Widerstand einzelner Abgeordnete, aus deren Reihen ihr „Mandatsdiebstahl“ vorgeworfen wurde.[4][5] Im Juli 2018 wurde sie schließlich doch als Vollmitglied aufgenommen.[6]
Bereits drei Monate nach ihrer Aufnahme in die Partei wurde Demeter am 20. Oktober 2018 als Nachfolgerin von Bernadett Szél zur Co-Vorsitzenden der Partei gewählt.[7] Die Wahl stieß innerhalb und außerhalb der Partei auf teilweises Unverständnis, da sie wenige Tage zuvor offiziell bei Innenminister Sándor Pintér und Verteidigungsminister Tibor Benkő nachgefragt hatte, ob Premierminister Viktor Orbán eine seiner Töchter mit einer Militärmaschine von Zypern habe ausfliegen lassen und die Regierung sich danach zu der Klarstellung veranlasst gesehen hatte, dass die an Bord befindliche Person die Tochter eines zufällig gleichnamigen Militärangehörigen gewesen sei.[8] Hiernach leitete Parlamentspräsident László Kövér beim Generaldirektor des Verfassungsschutzes eine Überprüfung ein, und die Fidesz-Fraktion wandte sich an die Nationale Behörde für Datenschutz und Informationsfreiheit, die feststellte, dass Demeter nicht öffentliche „Qualitätsdaten“ preisgegeben hatte. Dies hatte zur Folge, dass Demeter zunächst aus der Parlamentarischen Versammlung der NATO abberufen wurde.[9] Im Februar 2019 musste sie auch den Nationalen Verteidigungsausschuss verlassen.[10]
Im Mai 2019 trat Demeter gemeinsam mit dem kompletten Parteivorstand der LMP nach der für die Partei desaströsen Europawahl von ihrem Amt als Co-Vorsitzender zurück.[11] 2021 kündigte sie an, im Falle einer Wiederwahl als Parlamentsabgeordnete sich der Jobbik-Fraktion anschließen zu wollen.[12] Hierzu kam es indes nicht, da sie der Parlamentswahl 2022 kein neues Mandat erringen konnte und sich einstweilen aus der Politik zurückzog.[13] Seit Anfang 2025 arbeitet Demeter als leitende Mitarbeiterin beim der DK nahestanden Nachrichtenportal Nyugati Fény.[14]
Verurteilung
Im November 2019 wurde gegen Demeter wegen der Veröffentlichung der von ihr gegen Orban erhobenen Vorwürfe über die missbräuchliche Beförderung seiner Tochter mit einem Militärflugzeug Anklage wegen Amtsmissbrauchs erhoben.[15] Das Bezirksgericht Pest verurteilte sie aufgrund dieser Anklage im März 2022 zu einer Geldstrafe von 1,8 Millionen Forint.[16] Im Februar 2023 reduzierte das zuständige Berufungsgericht die Strafe auf 900.000 Forint.[17]
Weblinks
- Demeter Mária. Offizielle Daten zur Tätigkeit als Abgeordnete. In: parlament.hu. (ungarisch).
- Ms Márta Demeter (Hungary, NR). Offizielle Daten zur Tätigkeit bei der EU. In: pace.coe.int. Europarat (englisch, französisch).
Einzelnachweise
- ↑ Demeter Márta az MSZP-ből is kilépett, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Ezért lépett le Demeter Márta: az MSZP feladta, nem a kormányváltásért dolgozik!, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ LMP-s lett Demeter Márta, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Nem vették fel az LMP-be az LMP képviselőjét, Demeter Mártát, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Demeter Mártát tolvajnak mondják LMP-sek, és második nekifutásra is megfúrták tagságát, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Teljes jogú tagja lett az LMP-nek Demeter Márta, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Demeter Mártát választották az LMP társelnökévé, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ A kormányfő vagy egy százados Flóra nevű lányát hozta haza a HM gépe Ciprusról?, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Kövér visszavonta Demeter tagságát, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Demeter Mártát kirúgták a Honvédelmi bizottságból, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Lemond az LMP elnöksége, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Grüne LMP-Abgeordnete tritt in die Jobbik-Fraktion ein, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Az MSZP-t, LMP-t és a Jobbikot is megjárt Demeter Márta lett a DK-közeli Nyugati Fény főmunkatársa, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Demeter Márta a Nyugati Fény főmunkatársaként folytatja, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Vádat emeltek Demeter Márta ellen, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Demeter Mártát 1,8 millió forint pénzbüntetésre ítélték hivatali visszaélés miatt, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).
- ↑ Megfelezte Demeter Márta pénzbüntetését a bíróság, abgerufen am 3. Oktober 2025 (ungarisch).