Lydia L. Jennings
Lydia Luisa Jennings ist eine US-amerikanische Umweltwissenschaftlerin, Aktivistin und Wissenschaftskommunikatorin indigener Abstammung (Wixárika/Huichol und Pascua Yaqui). Sie ist bekannt für ihre Arbeiten zur Bodengesundheit, Umweltsanierung, Umweltgerechtigkeit und für ihren Einsatz, indigenes Wissen mit moderner Umweltwissenschaft und -technologie zu verbinden. Jennings gehört zu einer neuen Generation indigener Wissenschaftlerinnen, die in den USA an der Schnittstelle von Forschung, Aktivismus und traditionellem Wissen arbeiten.[1][2]
Leben und Ausbildung
Jennings wuchs in Sante Fe im US-Bundesstaat New Mexico auf und ist Angehörige der Wixárika (Huichol) und Pascua Yaqui-Völker. Sie erwarb ihren Bachelorabschluss in Umweltwissenschaften an der California State University und promovierte anschließend an der University of Arizona im Fach Umweltmikrobiologie und Bodenkunde (Soil Microbiology and Environmental Science). Hier arbeitete sie zusammen mit Karletta Chief, die sie als Mentorin und role model bezeichnet.
Während ihrer Promotion am University of Arizona Superfund Research Program untersuchte sie mikrobielle Prozesse in kontaminierten Böden, insbesondere im Zusammenhang mit der Sanierung ehemaliger Bergbauflächen. Ihre Arbeit fokussierte sich auf Strategien zur Wiederherstellung von Bodengesundheit in Gebieten mit schwerem Bergbaueinfluss und auf die Einbindung lokaler und indigener Gemeinschaften in die wissenschaftliche Forschung.[1]
Nach dem Abschluss war Jennings als Postdoktorandin und wissenschaftliche Beraterin im Bereich Indigenous Food and Energy Sovereignty tätig und ist Mitglied des Indigenous Food Knowledges Network (IFKN). Sie unterstützt Projekte, die ökologische Forschung, Energieunabhängigkeit und nachhaltige Ernährungssysteme in indigenen Gemeinschaften fördern.[2]
Forschungsschwerpunkte
Jennings’ Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von moderner Umwelttechnik und indigenem Wissen. Zu ihren Schwerpunkten gehören:
- Bodengesundheit und mikrobielle Regeneration degradierter Böden
- Sanierung von Schwermetall- und Uran-belasteten Bergbauflächen
- Umweltgerechtigkeit und partizipative Umweltforschung in indigenen Territorien
- Dekoloniale Ansätze in Umweltwissenschaft und Forschungsethik
Sie veröffentlichte Arbeiten über Indigenous Pedology (indigene Bodenkunde) und war an interdisziplinären Projekten beteiligt, die Geowissenschaft, Umwelttechnik und soziales Engagement verbinden. Jennings’ Forschung wird durch die National Science Foundation (NSF) und andere Förderinstitutionen unterstützt.
Sie arbeitet derzeit als Assistant Professor of Environmental Studies am Dartmouth College.[3]
Aktivismus und Öffentlichkeitsarbeit
Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sich Jennings in der Wissenschaftskommunikation und im Bildungswesen. Sie setzt sich für mehr Sichtbarkeit indigener Frauen in der Wissenschaft ein und organisiert Workshops über Umweltgerechtigkeit, partizipative Forschung und kulturell respektvolle Methoden.
Im Jahr 2021 erlangte Jennings nationale Aufmerksamkeit durch ihr Projekt Running for the Land, einen 50-Meilen-Ultramarathon, mit dem sie indigene Doktorandinnen ehrte und auf Landrechte, Bildungsgerechtigkeit und ökologische Verantwortung aufmerksam machte.[4] Ihre Beiträge erscheinen regelmäßig in Medien wie High Country News, Scientific American und bei Organisationen wie der American Indian Science and Engineering Society (AISES).
Sie wird häufig als Rednerin bei Konferenzen und Panels zu den Themen Umweltgerechtigkeit, indigenes Wissen und nachhaltige Technologie eingeladen, unter anderem bei der American Geophysical Union (AGU) und dem Bioneers-Kongress.
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2015 National Science Foundation - Graduate Research Fellowship
- 2018 American Indian Science and Engineering Society (AISES) - Leadership Award
- 2022 Advocacy & Action Grant - Protect Our winters
- 2022 100 Inspiring Woman in Mining - Women in Mining Society
- 2022 Data Science Institute - Data Science Fellow
- 2023 Women of Soil Science - Women in Science Incentive Prize[5]
Publikationen (Auswahl)
- Jennings, L. L. et al. (2020): Indigenous Pedology: Rethinking Soil Science through Indigenous Knowledge Systems. University of Arizona Press.
- Jennings, L. L. (2019): Restoring Mining Lands: Microbial Approaches to Soil Health in Indigenous Territories. Journal of Environmental Science and Policy.
- Jennings, L. L. (2021): Soil, Science, and Sovereignty: Bridging Indigenous Knowledge and Environmental Technology. Vortrag, American Geophysical Union.[6]
Mitgliedschaften
- Mitglied bei Indigenous Food Knowledges Network (IFKN)
- Mitglied der American Indian Science and Engineering Society (AISES)
- Mitglied im Netzwerk für Umweltgerechtigkeit der Environmental Protection Agency
Weblinks
- Profil bei der University of Arizona Superfund Research Program
- Indigenous Food Knowledges Network – Lydia Jennings
- Liste ihrer wissenschaftlichen Publikationen auf google scholar
- Persönliche Website
Einzelnachweise
- ↑ a b Lydia Jennings – Doctoral Researcher Profile. University of Arizona, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ a b Member Biography: Lydia Jennings. Indigenous Food Knowledges Network, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Lydia Jennings Assistant Professor of Environmental Studies, E.E. Just Early Career Faculty Fellow. Dartmouth College, abgerufen am 13. November 2025 (englisch).
- ↑ Running for the Land: Honoring Indigenous Scholars. High Country News, 2021, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Lydia Jennings, PhD. In: nativesoilnerd.com. Abgerufen am 13. November 2025 (englisch).
- ↑ Lydia Luisa Jennings. google scholar, abgerufen am 13. November 2025 (englisch).