Lukaskirche (Haifa)

Lukaskirche
כְּנֵסִיַּת לוּקָאס הַקָּדוֹשׁ Knessijjat Lūqās haQadōsch
كَنِيْسَة مَار لُوقَا, DMG Kanīsat Mār Lūqā
Blick auf Süd- und Ostfassade des Baus, 2014
Basisdaten
Konfession anglikanisch
Ort Sderot haZijjonut 10-14 (שְׂדֵרוֹת הַצִּיּוֹנוּת ‚Zionismusallee‘)
Israel 3531330 Haifa, Israel
Bistum Jerusalem: Evangelisch-Bischöfliche Kirche in Israel
Patrozinium Lukas (Evangelist)
Baugeschichte
Bauherr Jerusalem and East Mission
Architekt Gottlieb Schumacher
Fertigstellung 1899
Baubeschreibung
Baustil Neogotik
Bautyp Längsbau
Funktion und Titel

Pfarrkirche

Koordinaten 32° 49′ 3″ N, 34° 59′ 33,8″ O

Kirche
Haifa

Die Lukaskirche in Haifa, Israel, ist die ältere der beiden Kirchen der anglikanischen Pfarre St John’s & St Luke’s parish. Die Kirche von 1899 reiht sich ein in eine bauliche Nachbarschaft eher niedrig gehaltener Gebäude, die von den vorstädtischen Anfängen des heute zentralen Viertels Wadi al-Nisnas zeugen. Ihre einfache, aber feine Gestaltung strahlt den Geist einer jungen Missionsgemeinde aus, die 1890 entstanden war. Mit lokalen Baumaterialien und neogotischen Stilelementen wie einem seitwärts gestellten Kirchturm schuf Gottlieb Schumacher eine Kirche mit Wiedererkennungswert in der levantinischen Hafenstadt. Die Pfarre gehört zur Evangelisch-Bischöflichen Kirche in Israel, einem Synodalverband im anglikanischen Bistum Jerusalem.

Namen

Die Namen der Lukaskirche lauten auf arabisch كَنِيْسَة مَار لُوقَا, DMG Kanīsat Mār Lūqā, auf hebräisch כְּנֵסִיַּת לוּקָאס הַקָּדוֹשׁ Knessijjat Lūqās haQadōsch und auf englisch St Luke’s Church.[1] Gemäß europäisch-australischer Orthographie der Englischen Sprache folgt dem Kürzel St kein Punkt. Die arabische Namensvariante enthält den westsyrisch-aramäischen Titel ‹Mar› (Herr, Verehrter), was daher rührt, dass Reste der Traditionen der christlichen Aramäer, deren Arabisierung seit der Islamischen Eroberung der Levante voranschreite, in der Orthodoxen Kirche überlebt, aus deren Mitte die anglikanische Mission ihre Proselyten gewann und einen Rest der Traditionen.

Lage

Die Lukaskirche befindet sich in den Sderot haZijjonut 10-14 (שְׂדֵרוֹת הַצִּיּוֹנוּת ‚Zionismusallee‘) am westlichen Rand des Viertels Wadi al-Nisnas an der Grenze zur benachbarten haMoschava haGermanit (ehemals Templerkolonie) beides Stadtteile, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als westliche Vorstädte der Altstadt Haifas entstanden, ersteres als vor allem von arabischen Christen bevorzugtes Wohngebiet. Über nichtjüdische arabische Israelis in Haifa waren als potentiell feindlich agierende Einwohner bis 1953 die mandatszeitliche Defence (Emergency) Regulations von 1945[2] als Notrecht verhängt. Im Rahmen dessen wurden im Juli 1948 – seit dem 15. Mai, dem Tag nach Gründung Israels, führten die arabischen Nachbarstaaten den Krieg um Israels Unabhängigkeit – in der Stadt verbliebene arabische Haifaner ins Wadi al-Nisnas umquartiert.

Das Kirchengebäude steht im Nordosteck eines weitläufigen Grundstücks der Pfarre, das im Süden bis an den Rechov Sent Luqas 4 (רְחוֹב סֶנְט לוּקָאס) heranreicht. Nördlicher Nachbar in den Sderot haZijjonut ist das Pfadfinderheim der Homenetmen der armenisch-apostolischen Kirchgemeinde. Nordwestlich angrenzend steht die rum-orthodoxe Johanniskirche mit Gemeindezentrum nur 60 Meter von der Lukaskirche entfernt.[3] Auf dem Gelände steht südlich benachbart zur Kirche das ehemalige St Luke’s Hospital, jetzt gemeindeeigene private Grundschule arabischer Unterrichtssprache.[4]

Geschichte

Die Kampagne der erneuerten Waterlookoalition aus Großbritannien und Irland, Österreich, Preußen und Russland, insbesondere die Seegefechte von Österreichischer Marine und Royal Navy beendeten die von 1831 bis 1841 währende ägyptische Besatzung der osmanischen Levante zwischen Erstem und Zweitem Ägyptisch-Osmanischen Krieg, bewog das Osmanische Reich dazu, seinen hilfreichen Verbündeten in einigen Fragen entgegenzukommen. So konnten protestantische Kirchen sich erstmals im Osmanischen Reich als solche präsentieren und betätigen, wobei deren Interesse mehr der Heimat Jesu galt, Judäa, woher auch andere Juden und einige Judenchristen und Christen im Kanon der biblisch relevanten Personen stammten.

Der glaubenstreue Protestant Friedrich Wilhelm IV. von Preußen hatte als Monarch seiner Mittelmacht die Britische Weltmacht gewonnen, das gemeinsame Bistum Jerusalem unter der Schirmherrschaft der Staatskirchen Kirche von England (führend) und Kirche von Preußen (sekundierend) zu gründen. Es ging darum die Landschaft des einstigen Judäa, das Land der Bibel, zu erkunden und so Gläubigen zugänglich zu machen (durch Pilgerhospize, Pilgerspitäler) und zugleich protestantische Konfessionen erstmals im Heiligen Land zu vertreten. Freilich ging das osmanische Entgegenkommen nicht so weit, eine protestantische Kirche als Religionsgemeinschaft mit Körperschaftsrechten im osmanischen Millet-System anzuerkennen.[5] Auch die einheimischen katholischen Melkiten, die seit der Union mit Rom 1724 in der lateinischen Millet subsumiert wurden, erlangten erst 1848 osmanische Anerkennung als eigene Millet.

Außer den Protestantismus im fernen Heiligen Land zu repräsentieren, schloss das englisch-preußische Engagement auch ein, dass protestantische Missionare im Auftrag oder mit Billigung und Förderung des Bistums Einwohner des Landes zu Übertritt zum Protestantismus und Gründung eigener lokaler Kirchgemeinden gewannen. Dabei war Muslimen im Osmanischen Reich die freie Religionswahl gesetzlich verboten und ein Abfall vom Islam bestrafte die osmanische Justiz mit dem Tode. So galt die Mission jüdischen und nichtprotestantischen christlichen Untertanen des Sultans. Verschiedene Missionsgesellschaften (London Society for Promoting Christianity Amongst the Jews, LJS; etc.) stifteten so Kirchgemeinden (siehe auch Peter Martin Metzler) die sich in ihrem Kirchenverständnis schlecht einig wurden.

Dabei konkurrierten Strömungen unter den protestantischen Missionaren: (1) Die Judenmission (London Society for Promoting Christianity Amongst the Jews (LJS), Carmel Evangelical and Medical Mission etc.) eher freikirchlich-evangelischen Verständnisses des allgemeinen Priestertums, sowie drei Richtungen des Proselytismus unter levantinischen Christen anderer Konfessionen wie (2) die hochkirchlich-anglikanische Mission einer bischöflichen Hierarchie (Jerusalem and East Mission, J&EM[6]), (3) die Mission auch im Sinne des Neuluthertums (Morgenländische Frauenmission, Jerusalemsverein) oder (4) Mission eher reformierten Verständnisses (Evangelische Karmelmission; London Missionary Society, LMS; Pilgermission, Basler Mission). Judenmission (1) und reformierte Mission (4) standen sich theologisch nahe, aber erstere kamen vor allem aus England, zweitere vor allem aus der Schweiz, Südwestdeutschland und Teilen Preußens. Vertreter der anglikanisches High Church Bewegung stützten kirchliche Hierarchie am stärksten, Lutheraner hatten hier eine Mittelposition, aber die „Differenzierung des englischen und des preußischen Ansatzes schritt fort“,[7] bis die englisch-preußische Zusammenarbeit schließlich am 3. November 1886 endete.[8.1] Und während die durch Judenmission entstandenen Gemeinden den christlichen Antijudaismus meist überwanden, gelang dies den anderen drei Strömungen kaum.

David Christopher Joseph (1836–1919[9.1]) gründete 1887 die Carmel Evangelical and Medical Mission,[10] ein Krankenhaus mit Entbindungsstation und angeschlossener missionarischer Patientenseelsorge,[11] das eine Lokalstation der Judenmission namens Evangelical Mission to Israel bildete,[12] die vor allem in Jerusalem tätig war. Das war der typische Beginn einer Missionsgemeinde, europäische oder nordamerikanische Spenden finanzierten die für Kranke untentgeltliche Behandlung, was die Patienten der Kirchengemeinschaft gewogen machte, die die Hilfe anbot, auch unentgeltliche Schulen gehörten zu den Angeboten, womit die verschiedenen Missionen für einen Übertritt warben. Im Jahre 1890 wurde die anglikanische Gemeinde Haifa gegründet.[13] Für die Jahre 1890 bis 1895 kam als Seelsorger der jüdisch geborene Pastor Alexander Wilhelm ‹William› Schapira (Russland, 1847–1915, Paddington, Sydney) nach Haifa, der vor- wie hinterher in London amtierte.[14] Schapira arbeitete eher mit etablierten Missionsgesellschaften nicht bevorzugt mit Judenmissionen.[14]

Die Evangelical Mission to Israel erwarb 1896 zwei Gebäude im heutigen Rechov haGephen am Nordhang des Karmel,[15.1] worin sie die Klinik und eine Schule einrichteten.[12] Unten in den westlichen Vororten der Altstadt Haifas (Kasbah genannt) erbaute Gottlieb Schumacher die Lukaskirche,[4] die 1899 eingeweiht wurde.[1] Den russischen Pogromen gegen Juden entflohen viele mittellos ins Heilige Land, wo sie sich in Haifa und anderen Häfen sammelten.[11] Gerade die Krankenarbeit der Evangelical Mission to Israel in Haifa bewog Juden sich der Gemeinde anzuschließen.[11]

David Christopher Joseph baute eine professionelle und freundschaftliche Beziehung zu Ben-Zion Friedman (1852–1916) auf, russischstämmiger Judenmissionar mit einer Klinik in Safed, wo seinerzeit eine der größten jüdischen Gemeinschaften des Heiligen Landes lebte.[12] Im Alter von 65 Jahren gab Joseph 1901 die Carmel Evangelical and Medical Mission an die London Jews Society, die sie als Dependance in Friedmans Obhut gab.[16] Wieder in London gewann Joseph die Unterstützung Henry Barnetts von der Gospel Hall, Commercial Road, und übernahm im Frühjahr 1904 seine Mission in Haifa wieder in eigene Regie,[17.1] da sie s. E. als Dependance zu kurz kam.[18] Südlich benachbart zur Lukaskirche bezog das 1887 gegründete St Luke’s Hospital einen Neubau, den Londons Bischof Arthur Winnington-Ingram am 14. März 1912 einweihte.[4] Problem der Protestanten war, dass sie sich zwar im Osmanischen Reich betätigen durften, aber als Glaubensgemeinschaft ein rechtliches Nichts waren, denn nur eine Millet hatte Korporationsrechte. Protestantisch-geistliches Eigentum (Kirchen, Schulen, karitative Stiftungen, Friedhöfe) konnte so nur auf Namen natürlicher Personen eingetragen werden.[8.2] Im Todesfall musste man darum ringen, dass die gesetzlichen Erben, das Eigentum weiter der kirchlichen Arbeit überließen und nicht privat einbehielten. Außerdem fielen Erbschaftssteuern oder Übertragungsgebüren an. Der Konditor Simon Bauer in Haifa bot gezielt getauften Juden Beschäftigung, wofür ihn der Berliner Frauen-Verein für Palästina und die Düsseldorfer Judenmission Ammiʾel um Ernst Ferdinand Ströter und Chaim Jedidjah Pollak (alias Christian Theophilus Lucky [1854‒1916]) aus Stanislau (Umkreis Theodor Zöcklers) unterstützten.[17.2]

Der osmanische Versuch im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Mittelmächte, den Suezkanal zu blockieren, um so die Verbindungen zwischen den Teilen des Britischen Imperiums auf weite Umwege zu zwingen und im Falle eines Sieges das bis 1882 osmanische Chedivat Ägypten dem britischen Einfluss wieder zu entreißen, endete schließlich mit der Niederlage und Auflösung des Osmanischen Reiches. Gleich nach dem osmanischen Kriegseintritt am 29. Oktober 1914 mussten britische Staatsangehörige als feindliche Ausländer das Reich verlassen.[5] David Christopher Joseph blieb im Lande und sollte abseits der Küste in Damaskus interniert werden, die die Royal Navy dominierte, weshalb feindliche Ausländer als potentielle Kollaborateure einer Invasion galten. Die osmanische Verwaltung ersparte ihm wegen seiner schweren Erkrankung das Internierungslager, während der drei deutsche Freunde im Viertel Templerkolonie (hebräisch הַמּוֹשָׁבָה הַגֶּרְמָנִית haMoschava haGermanit) sich seiner annahmen, alldieweil andere den Mittsiebzigjährigen wegen seiner Staatsangehörigkeit feindselig begegneten.[19] Hinreichend genesen reiste er im Januar 1915 auf einem Schiff neutraler Flagge nach Ägypten aus.[20.1] Vielen jüdischen Flüchtlingen hatte es Russland nicht leicht gemacht, ihre Staatsbürgerschaft in der Fremde zu wahren, warum auch, konnten jüdische Russen schon in ihrer Heimat nicht auf den Schutz ihres Staates hoffen, wieso sollte dies also im Ausland anders sein. Viele jüdische oder jüdischstämmige Russen waren daher staatenlos oder nahmen im Kriege die osmanische Untertätigkeit an und konnten bleiben. Anders als im südlich benachbarten Mutesarriflik Jerusalem, aus dem die osmanische Militärleitung viele Juden ohne oder mit russischer Staatsangehörigkeit als vermeintliche Fünfte Kolonne ausgewiesen wurden. Obwohl die osmanische Obrigkeit die Evangelical Mission to Israel geschlossen hatte,[19] blieb die Gemeinde zusammen, ein deutsches Mitglied vertrat sie gegenüber osmanischen Behörden und beim deutschen Konsulat Haifa.[20.2]

Den osmanisch eröffneten Sinaifeldzug trieben siegreiche Gegenvorstöße der Egyptian Expeditionary Force (EEF) der Triple Entente vom ägyptischen Sinai immer weiter nordostwärts über die osmanische Grenze ins Mutesarriflik Jerusalem, das westliche Pilger, Theologen, Historiker und Geographen als Teil Palästinas ansahen. Das britische Militär spiegelte die europäische Fremdbezeichnung des Heiligen Landes als Palästina im Begriff Palästinafront für die levantinische Frontlinie zwischen Entente und Mittelmächten, entsprechend nutzt auch die Militärhistoriographie den Begriff, obwohl es keine osmanische Verwaltungseinheit dieses Namens und dieser territorialen Fassung gab.[21] Im Mai 1917 riefen US-Konsulate und die Gesandtschaft im Osmanischen Reich US-Bürger auf, das Reich zu verlassen, da der Kriegseintritt der USA auf Seiten der Triple Entente bevorstand.[20.3] Bis September 1918 waren die Kampfhandlungen fern Haifas, gehörte es doch zum Vilâyet Beirut, dem osmanischen Libanon. Doch waren die Folgen des Krieges zu spüren. Einheimische junge Männer wurden für den Kriegsdienst in der Osmanischen Armee gezogen, Lebensmittel und Zugtiere requiriert,[20.2] teils entschädigt durch die per Notenpresse inflationierte osmanische Währung. Die Menschen hatten mit Mangel und Hunger zu kämpfen, wenn auch nicht politisch extra verschärft wie die Hungersnot im nahen Libanongebirge, wo die Hohe Pforte christliche Minderheiten durch Hunger vernichten ließ.

Mandatszeit

Im Herbst 1918 kehrten britische Anglikaner in den südlichen Libanon zurück. Die Einnahme des Vilâyets Beirut durch Entente-Streitkräfte leitete die Neuaufteilung des Gebiets ein. Ihren Vorstellungen entsprechend (Sykes-Picot-Abkommen von 1916) teilten Briten und Franzosen die Levante neu auf und gliederten 1918 die südlichen zwei Drittel Galiläas vom osmanischen Libanon um in die Occupied Enemy Territory Administration South (OETA South), die dann 1920/1922 als Völkerbundsmandat für Palästina auch amtlich namentlich an die römische Bezeichnung aus dem Jahre 135 anschloss. Der 1914 neu gewählte anglikanische Bischof von Jerusalem, Rennie MacInnes, zuvor Missionar in Ägypten, konnte am 18. Dezember 1918 ins Heilige Land einreisen, er führte die Arabisierung seines Bistums fort.[8.3] Auch David Christopher Joseph kehrte zurück und regelte die Nachfolge. Er übergab die Carmel Evangelical Mission to Israel 1919 an die London Jews Society unter Sir Andrew Wingate.[9.2] Am 22. Dezember 1919 verstarb Joseph und in der Lukaskirche wurde ihm die Trauerfeier ausgerichtet.[9.1] Ihm folgte Pastor Shabbetai Benjamin Rohold (1879–1931, Jerusalemer Rabbinerssohn).

Nachdem der Völkerbund 1922 für die OETA South den Briten das Völkerbundsmandat für Palästina erteilt hatten, stellte das neue Government of Palestine den vom Osmanischen Reich übernommenen legalen Status quo fest und führte das Millet-System anerkannter Religionsgemeinschaften fort, die anglikanische Kirche gehörte weiter nicht dazu.[5] Immerhin verbesserten sich die rechtlichen Möglichkeiten während der Mandatszeit. Nach Vorbild britischen Rechts konnten kirchliche Einrichten leichter als Körperschaften und ihr Vermögen auf deren Namen eingetragen werden, wenn das dann auch nicht die Kirche selbst war, sondern eben eine Stiftung zum Zwecke die Arbeit der Gemeinde zu unterstützen. Zwischen 1917 und 1921 flohen vermutlich über 500.000 Juden aus Ostmittel- und Osteuropa (Estland, Lettland, Litauen, Polen und Sowjetunion) vor dem Ersten Weltkrieg, dem gewalttätigen Antisemitismus, Krieg um neue Grenzen, Bürgerkrieg um neue Regime, Hungertod oder auch Diktaturen in neuen Staaten.[22] „Von 10 Maß des Unglücks, das mit jenen Ereignissen in die Welt kam, mußte das Ostjudentum 9 ertragen: Gewalt und Plünderung, Mord und Untergang, Seuchen und Hungersnot. Und nun nach all dem, was über das Ostjudentum hereingebrochen ist, liegt auch dieses zerstört und verwüstet vor uns, verwundet und blutüberströmt. Tausende und abertausende Juden sind entwurzelt und irren unter den Völkern umher, um ein Asyl für den Augenblick zu finden, bis die Wut vorüber ist.“[23] Überlebende dieses wievielfachen Judenmords erreichten auch Haifas rettendes Ufer und Pastor Shabbetai Benjamin Rohold gewann unter ihnen einige, die sich zur Taufe bereit fanden.[20.4] Der Muttersprachler Rohold machte Hebräisch zu einer Gemeindesprache der Lukaskirche, neben dem Englischen, das viele Kirchenmitglieder aus dem britischen Einwohnersegment mitbrachten, das Rohold gleichermaßen beherrschte aus seiner Zeit als Judenmissionar in Toronto.[24] In einem der Gebäude am Rechov haGefen führte er die religiöse Lehranstalt Mount Carmel Bible School.[25] Seine Frau Bella Dean Rohold leitete das Spital.[24]

Die Palestine Electric Company (חֶבְרַת הָחַשְׁמָל לְפָלֶשְׂתִּינָה Chevrat haChaschmal ləFalestīnah[26]) schloss 1927 die Lukaskirche mit Nebengebäuden und ihre Einrichtungen am Rechov haGefen ans Stromnetz an,[15.2] gespeist vom ersten Elektrizitätswerk der Stadt mit AEG-Kraftwerkstechnik. Zum 10. Jahrestag der Balfour-Deklaration im November 1927 kam es zu einem Protestumzug gegen jüdische Einwanderung der Kirchen diverser Konfessionen und Moscheen abschritt, um die Einheit der Protestierenden aus Islam und Christenheit in diesem Ansinnen zu demonstrieren, was Rohold erschreckte.[20.5] Die Kirchgemeinde schloss 1928 das St Luke’s Hospital und nutzte das Gedäude zur Schule um.[27] Für das Jahr 1929 berichtet Rohold von vielen Besuchern im Kirchgang und hohen Teilnehmerzahlen bei den Bibelkursen.[28] Seine Witwe Bella Dean Rohold und Ruth Lawless setzten ihre Arbeit auch nach 1931 fort.[20.6]

In der Mandatszeit schritt die Arabisierung der anglikanischen Kirche, zu der auch die Lukaskirche gehörte, auf Verlangen arabischer Laien wie auf Betreiben des englischen Klerus schnell voran und arabische Palästinenser avancierten in den Klerus, beide ethnische Gruppen in der Kirche, Araber wie Briten,[29] teilten einen entschiedenen Antizionismus,[30] einen Staat für Juden sollte es nach Ansicht anglikanischer Führungsfiguren nicht geben. Da vor allem anglikanische Judenchristen und Briten die Lukaskirche frequentierten, warb Bischof Francis Graham-Brown (1891–1942) von Jerusalem 1934 in den USA um Spenden für ein eigenes Gotteshaus für die arabische Anglikanische Gemeinde in Haifa (englisch Arabic Anglican congregation).[31] Die Johannes-Evangelist-Kirche (Haifa) entstand von 1935 bis 1938. Die Arabisierung von Klerus und Funktionären des Bistums Jerusalem zementierte den Bruch mit den Anglikanern, die jüdische Vorfahren hatten. Die Haltung der jüdischstämmigen Anglikaner, je einen Staat für jüdische Palästinenser und einen für nichtjüdische arabische Palästinenser zu befürworten, war für die übrigen Anglikaner ein rotes Tuch.

Auch bei der Erweiterung des Millet-Systems um neue Religionsgemeinschaften 1939 bezog das Government of Palestine die anglikanische Kirche nicht ein.[5] Überhaupt genoss die inzwischen stark von arabischen Nationalisten bestimmte anglikanische Kirchenleitung keine große Sympathie beim Government of Palestine, stammten doch gerade aus ihren Reihen viele der lautstärksten Befürworter der gewaltsamen Beseitigung der britischen Mandatsverwaltung, die insbesondere während des Großen Arabischen Aufstand (1936–1939), seinerzeit größte Erhebung gegen eine britische Kolonialverwaltung, hunderte britische Sicherheitskräfte in arabischen Terrorattacken verlor, darunter viele anglikanische junge Männer,[32] deren Gräber auf den evangelischen Friedhöfen (Zionsfriedhof, Jerusalem War Cemetery) des Landes von den ausgelöschten jungen Leben zeugen. Unter den Kirchen des Landes blieb die Gemeinschaft der Anglikaner zahlenmäßig bedeutungslos,[8.4] sie machten nur 0,26 % aller Palästinenser aus,[32] aber als Agitatoren arabischen Nationalismus deutlich zu vernehmen.

In den 22 Jahren bis 1944 hatte sich Haifas Stadtbevölkerung auf 128.000 Einwohner mehr als verzehnfacht, davon 66.000 Juden, 35.940 Muslime, 26.570 Christen und 3.000 Bahá’ís,[33] unter letzteren drei Gruppen Haifas rund 62.500 nichtjüdische Araber.[34] Die Lage blieb unverändert bis nach Ende des Zweiten Weltkrieges die antibritischen Gewaltakte der palästinensischen Volksgruppen (nichtjüdische arabische und jüdische Palästinenser) wie auch untereinander wieder aufflammten. Die UNO, an die Großbritannien, der Gewalt im Lande überdrüssig, seinen Mandatsauftrag zurückgab, sah angesichts dieser Gewalt in der Ein-Staat-Lösung keine Chance, die Mandatsbestimmungen einer sicheren jüdischen Heimstatt und einer arabischen Unabhängigkeit zu erfüllen und schlug per Mehrheitsbeschluss im November 1947 einen Plan vor, das Mandatsgebiet im Mai 1948 zu teilen und die Folgestaaten in die Unabhängigkeit zu entlassen.

Die Briten zogen peu à peu zivilen und militärangehörigen Kräfte aus dem Land, in der Peripherie beginnend, wobei sie per Zug ab Haifa südwärts die Sinai-Bahn entlang nach Ägypten und ab Hafen Haifa per Schiff nach Übersee evakuierten, den sie noch bis am 30. Juni 1948 kontrollierten.[35] Die arabisch-palästinensische Seite lehnte die vorgeschlagene Aufteilung Palästinas weithin ab, darin unterstützt von arabischen Nachbarstaaten. Statt eine eigene, vom UN-Plan abweichende Aufteilung mit der jüdischen Seite zu vereinbaren, setzte die arabische Seite allein auf ihr Waffenglück. Die arabischen Nachbarstaaten – sämtlich Mitglieder der Arabischen Liga – kündigten die Invasionen ihrer Streitkräfte an, sollte ein jüdischer Staat gegründet werden. Im Vorlauf dieser angekündigten Invasionen mühten sich die nationalen Bewegungen im Lande – antizionistische überwiegend nichtjüdische einerseits und andererseits zionistische überwiegend jüdische Palästinenser – darum, auch mit Gewalt Positionen und Posten einzunehmen bzw. zu halten,[36.1] die im bevorstehenden Krieg strategisch wichtig erschienen, was sich zum Bürgerkrieg zwischen arabischen und jüdischen Palästinensern (Dezember 1947 bis Mai 1948) auswuchs. Viele junge arabische Anglikaner traten zu den gewalttätigen Nationalisten über, wozu Erzieher und Klerus sie eher ermutigt, statt davon engagiert abgehalten hatten, was der Bischof Weston Henry Stewart kritisierte.[32]

Die starke britische Garnison in Haifa, als britische Hauptausschiffungsstation, ließ in der Stadt offene Bürgerkriegsszenen nicht aufkommen. Mit Aussicht auf diese angekündigten arabischen Invasionen nach dem britischen Abzug galt das Stadtgebiet Haifas mit seiner gemischten Bevölkerung als künftiges Kampfgebiet. Die anglikanische Schule arabischer Unterrichtssprache in Haifa schloss 1947, denn seine Kinder dorthin ins Internat zu schicken, war den Eltern in kleineren Orten im Umland angesichts der arabischereits angekündigten Angriffe zu gefährlich.[36.2] Arabische Haifaner, die es sich leisten konnten, verließen die Stadt, um in arabischen Staaten auf eigene Rechnung, bei Familie oder Freunden den arabischen Sieg abzuwarten. Im Januar oder Februar 1948 verließ Farid Odeh (فَرِيد عَوْدَة), Pastor der anglikanischen Johannes-Evangelist-Kirche die Stadt.[36.1] Bis Mitte März 1948 verließen aus eigener Sorge vor Gewalterfahrungen 25.000 bis 30.000 Araber Haifa, wie Raschid al-Haddsch Ibrahim beobachtet hatte,[37][38] der dem am 7. Dezember 1947 gegründeten 15-köpfigen örtlichen arabischen Nationalkomitee (NC) vorstand.

Zur gleichen Zeit, als arabische Haifaner die Stadt verließen, sicherte der Bischof von Jerusalem, Weston Stewart (1887–1969), auf Bitten des Patriarchen von Jerusalem der Armenier, Guregh II. Israelian (1894–1949), den Armeniern Haifas Zuflucht in der Lukaskirche und den benachbarten Baulichkeiten zu,[36.3] um nicht in den Nationalitätenkampf zu geraten. So verblieben 200 bis 300 armenisch-apostolische Christen sicher in Haifa,[39] von denen zwei Familien auf Dauer als Mieter blieben.[36.3] Jüdische Palästinenser saßen angesichts der bevorstehenden arabischen Invasionen in der Falle, denn nach wie vor stand ihnen kein Land der Welt als Zuflucht offen. Die Gemeinde der Lukaskirche blieb im Wesentlichen beisammen, auch wenn der britische Seelsorger 1948 abgezogen war, bevor sie schließlich 1949 wieder ein LJS-Seesorger bekam.[27] Ein kirchliches Evakuierungsangebot nach Liverpool, die Operation Mercy, nutzten 15 bis 20 jüdischstämmige anglikanische Haifaner,[40] doch insbesondere Bella Dean Rohold im Rechov haGefen, inzwischen Gemeindevorsitzende, blieb und war der Gemeinde eine Stütze.[41.1] Durch Abzug vieler Briten fiel auch die Zahl europäischer anglikanischer Schüler unter ein kritisches Niveau, so dass auch Haifas anglophone anglikanische Schule schloss. Als Hugh Stockwell, Kommando Nord, den Rückzug der Briten aus dem Stadtgebiet in den Hafen anordnete, entbrannten am Abend des 21. Aprils 1948 offene Gefechte zwischen arabischen (Arabische Befreiungsarmee unter dem syrischen Kommandant Amin Izz al-Din) und jüdischen irregulären Streitkräften (Hagannah, Irgun).[36.4] Die jüdische Seite gewann die Oberhand und drang ab 7 Uhr früh in arabisch bewohnte Viertel ein, worauf viele in den Morgenstunden von dort in den britisch kontrollierten Hafen flohen, arabische Anglikaner suchten und fanden Aufnahme in den Gemeindebauten an der Lukaskirche.[36.4] Beide Seiten handelten einen Waffenstillstand zur Unterschrift am 22. April aus, worin die jüdische Partei den Schutz und Verbleib der nichtjüdischen Zivilisten zusicherte, wohingegen die arabischen Kämpfer ihre Waffen niederlegen und den Briten übergeben, ausländische Kämpfer in Reihen der Araber sich der Hagannah stellen sollten, die sie eskortiert des Landes verweisen würde.[42.1]

Seit Gründung Israels

Als Haifa bei Gründung Israels am 14. Mai 1948 Teil des neuen Staates wurde, fehlten die meisten Anglikaner,[27] das kirchliche Leben wie die Gremienarbeit stockten.[8.5] Nur etwa 3.500 arabische Nichtjuden waren in der Stadt geblieben.[43]

Während im Lande der Krieg um Israels Unabhängigkeit im vollen Gange war, den die Nachbarstaaten wie angekündigt am 15. Mai des Jahres begonnen hatten, konnten die israelischen Streitkräfte die Kriegshandlungen von Haifa fernhalten. Die Provisorische Regierung Israels erließ einstweilige landesweite Regelungen in allen Bereichen und verlängerte das Gros der Gesetze des mandatszeitlichen Government of Palestine, auch die Defence (Emergency) Regulations (תקנות ההגנה (שעת-חירום) 1945), die es 1945 zur Abwehr zionistischen antibritischen Terrors erlassen hatte.[2] Städtische Ausgangssperren über nichtjüdische arabische Israelis als potentiell feindlich agierende Einwohner wurden kraft der Defence (Emergency) Regulations verlängert,[36.5] die ihnen Reisen nur mit Genehmigung erlaubten und Administrativhaft zuließ. Im Juli 1948 quartierten die Sicherheitsbehörden in der Stadt verbliebene arabische Haifaner ins Wadi al-Nisnas um,[36.3] das ohnehin viele arabische Christen als bevorzugtes Wohngebiet bewohnten. Arabische Familien mühten sich um Ausnahmen vom Wohnsitzzwang, die die israelischen Behörden nach Einzelfallprüfung von Beginn an gewährten, so dass manche arabische Haifaner in ihren angestammten Häusern außerhalb von Wadi al-Nisnas blieben.[36.3] Im Juli 1949 wurden die Beschränkungen für arabische Haifaner aufgehoben, die vom Krieg um die Unabhängigkeit Israels verschont gebliebene Stadt entwickelte sich zum Zentrum arabischer Publizistik und arabischer Bürgerbewegungen Israels. Während die Militärregierungen, die in einigen umkämpften Städten (wie beispielsweise Aschqelon, Lod und Ramla) bestanden, bei Ende des Krieges aufgelöst wurden, errichtete die israelische Regierung in den Militärbezirken Galiläa, Meschullasch und Negev eine Militärverwaltung, die in die Bürgerrechte arabischer Israelis dort eingreifen konnte. Diese wurden in größeren Orten (wie Akko) 1953 ausgehoben und bis 1966 gänzlich angeschafft.

Mit Mitgliedern diverser Gremien im Ausland, die kirchliche Einrichtungen in Haifa leiteten, nahm diese als sich selbst überlassen der Treuhänder über das zurückgelassene Vermögen (האַפּוֹטְרוֹפּוֹס עַל הַרְכוּשׁ הַנָּטוּשׁ haʾApōtrōpōs ʿal haRəchūsch haNaṭūsch[44]) in Beschlag.[3] Um den Gewahrsam auf solchen Vermögen aufheben zu lassen, musste der Nachweis geführt werden, dass die Einrichtungen tatsächlich nicht den eingetragenen, nunmehr im feindlichen Ausland befindlichen Amtsträgern, sondern anderen beispielsweise in Israel befindlichen Institutionen oder Personen zukommen.[8.2] Dabei erwies sich als Problem, dass die anglikanische Kirche zur Mandatszeit nicht als Glaubensgemeinschaft mit Korporationsrechten etabliert worden war. Die Lukaskirche selber war auf den indefiniten Namen “Anglican Bishop” eingetragen,[8.6] dessen Eigentum in Israel als Bürger eines Landes, das keine kriegerischen Feindseligkeiten gegen Israel verübte, nicht in staatliches Gewahrsam genommen wurde. Anglikanische Einrichtungen auf andere Namen in Haifa, wie auch in anderen Kirchgemeinden in Israel, verwaltete dagegen einstweilen der staatliche Treuhänder.[8.2]

Das ehemalige Spitalgebäude, wo die Gemeinde seit 1928 bis zum Abzug der Briten eine Sekundarschule betrieben hatte, hatte die israelische Regierung als leerstehend einstweilen requiriert,[27] und gab es erst nach anderweitiger Unterbringung der eingewiesenen Flüchtlinge 1954 wieder frei. Pastor Rafiq Farah (رَفِيق فَرَح, DMG Rafīq Faraḥ; 1921–2020), der im März 1948 die Seelsorge an der arabisch-anglikanischen Johannes-Evangelist-Kirche angetreten hatte, entfaltete einen Reigen von Initiativen, um seiner durch Kriegserfahrungen, Exodus von Mitgliedern und den radikalen Umbruch erschütterte Gemeinde Halt zu geben.[36.6] Er hatte in Nebengebäuden der Johannes-Evangelist-Kirche 1950 die gemeindliche Johannes-Schule (englisch St John’s School) arabischer Unterrichtssprache gegründet,[36.2] die über die Jahre wuchs und ihren Grundschulzweig schließlich in das 1954 geräumte Spitalgebäude an den Sderot haZijjonut 14 verlegte, wo sie auch 2019 ihren Sitz hatte.[4] Ohne eigene Oberstufe wechselten die Schüler des obersten Jahrgangs dann meist auf die 1952[3] gegründete Oberschule[45] der rum-orthodoxen Kirchgemeinde.[36.2]

Die Kirche von England wollte ihre Amtsträger aus dem Ausland zurückziehen und die Leitungsgremien der durch Mission entstandenen anglikanischen Gemeinschaften in die Hände von deren Mitgliedern geben. Dieser Prozess im Bistum Jerusalem nannte sich Arabisierung der Kirche, da Israels etwa 900 Anglikaner (1966[8.6]) in ihren acht Kirchgemeinden überwiegend arabische Christen und nur zu geringerem Anteil hebräische Kirchenmitglieder waren, die in Israel statistisch zur jüdischen Ethnie zählen. Die Arabisierung eröffnete mehrere Problemebenen. (1) Sie zerriss die anglikanische Gemeinschaft Israels, da arabische Anglikaner ethnisch-jüdische Glaubensgenossen aus weithin gepflegtem antisemitischen Ressentiment ablehnten.[30] Entsprechend alarmiert waren die im Lande engagierten Judenmissionen über die Arabisierung. Die gleiche Motivlage, warum arabische Kirchenmitglieder die ethnisch-jüdischen Anglikaner ablehnen, bestimmte (2) auch die Haltung arabischer Anglikaner zum Existenzrechts Israels, das viele bestreiten. Dies wiederum beeinflusste (3) das Verhalten der isrealischen Verwaltung, die in arabischen Anglikanern nicht nur antizionistische Wortführer und Bürgerkriegstreiber der Mandatszeit kannten, sondern in neuen arabisch-anglikanischen Leitungsfiguren, die im Zuge der Arabisierung der Kirche deren Führung komplett übernahmen, wieder antizionistische Haltungen begegnete, die in politischen Aktivismus gegen Israel statt mit ihm gipfelte.[30]

Die judenchristlichen Anglikaner in Haifa hebraisierten spätestens ab 1948,[41.2] soweit das nicht schon seit den 1920er Jahren durch Motivation ihres hebräisch muttersprachlichen Pastors Shabbetai Benjamin Rohold geschehen war, der auch eine hebräische Liturgie pflegte. In Haifa gehörte Moscheh Immanuel Ben-Meʾir zu dieser Gruppe. Die im Zuge der ʿAlijja europäischer Schoahüberlebender neu ins Land kommenden Judenchristen schlossen sich in der Regel nicht den inzwischen weithin arabisierten Kirchen an, sondern gründeten meist freie Gemeinden messianischer Juden, anfangs in Vielfalt osteuropäischer Sprachen neben Hebräisch.[41.2] Solange die verschiedenen anglikanischen Einrichtungen in Israel noch nicht unter einer arabisierten Kirchenleitung zusammengeführt waren, kamen noch Pastoren an die Lukaskirche für die Seelsorge der judenchristlichen Gemeinde. Diese waren John Ryecart (1907–2002), der mit seiner Frau Verena Maria von Gablenz-Thürheim und zwei Söhnen, darunter der heutige Schauspieler Patrick Ryecart (geb. 1952), für die Jahre 1953 bis 1959 nach Haifa zog und die Seelsorge übernahm.[39] Ihm folgte Herman Peter Schneider (1928–1982), ein jüdischer Deutschböhme, der 1938 per Kindertransport nach Großbritannien entkommen konnte. Als Pflegekind in einer christlichen Familie aufgewachsen, ließ er sich taufen und wurde 1954 zum Pastor ordiniert.[46] Mit seiner Familie lebte er von 1960 bis 1969 in Haifa, wo er als Pastor an der Lukaskirche wirkte.[46] Zuletzt, in den Jahren 1969–1973, übernahm der Neuseeländer Michael Elliott (1938–2012), ein Bruder der Brotherhood of Saint Gregory (BSG) die Seelsorge.[47] Nach der Fusion beider anglikaner Gemeinden, der arabischsprachigen von Johannes Evangelist und der hebräischsprachigen von St. Lukas wechselten viele hebräischsprachige Gemeindeglieder in eine der Kirchengemeinden messianischer Juden der Stadt.[41.2]

Statt die Anglikanische Gemeinschaft im Lande zu regularisieren, beließ die israelische Verwaltung es lange lieber dabei, anglikanische Einrichtungen im Lande als Eigentum einer im Ausland bestehenden Körperschaft, der Kirche von England, zu behandeln.[8.2] Als weiteres (4) Spannungsfeld wünschte die israelische Regierung an sich, den Protestantismus nicht in den Reigen des im israelischen Recht modifiziert fortbestehenden britisch-osmanischen Millet-System aufzunehmen, wozu die Anerkennung des Anglikanismus Präzedenz wäre, da man fürchtete weiter Juden religiös an verschiedene evangelikale missionarische Gruppen, vor allem aus den USA, zu verlieren,[48] deren Auftreten in Israel durch institutionelle Nichtanerkennung um einiges erschwert bleiben sollte, so die Erwartung der israelischen Verwaltung. Durch Flucht und Vertreibung entwurzelte und Verfolgungserfahrungen desorientierte jüdische Israelis schienen für Mission empfänglich. Darauf mühten sich die britischen Leitungsfiguren darum, die offenen Vermögensfragen zu regeln, bevor sie sich völlig aus dem Bistum Jerusalem zurückziehen würden.

Am 8. August 1967, vier Wochen nach dem Sechstagekrieg, ermächtigte die Knesset per Gesetz das Ministerium der Religionen, Treuhänderausschüsse (וַעֲדֵי הַנֶּאֱמָנִים Waʿadej haNeʾemanīm, deutsch ‚Ausschüsse der Treuhänder‘) in Absprache mit der anglikanischen Kirche zu ernennen, um beschlagnahmte Vermögen mit anglikanisch mildtätiger, anglikanisch edukativer oder anglikanisch religiöser Zweckbestimmung aus der Verantwortung des Treuhänders für Habe Abwesender[49] zu übernehmen.[48] Dabei wandte die Knesset eine ähnliche Regelung, die sie am 2. Februar 1965 für entsprechende Vermögen muslimische Awqaf (נִכְסֵי הַוַּואקְף הַמֻּסְלְמִי בְּיִשְׂרָאֵל Nichssej haWaqf haMusləmī bəJisraʾel[50]) geschaffen hatte, analog an.[48] Aus Unwillen, mit dem verhassten Israel zusammenzuarbeiten, wodurch dessen Existenz und Souveränität implizit anzuerkannt würde, verweigerte die arabisierte anglikanische Kirche die Besetzung der Ausschüsse bis Ende 2005.[8.7] Israel war den Anglikanern inzwischen weiter entgegen gekommen und hatte die Liste der Glaubensgemeinschaften mit Korporationsrechten im fortgeschriebenen britisch-osmanischen Millet-System um die Evangelisch-Bischöfliche Kirche in Israel (arabisch الْكَنِيسَة الْإِنْجِيلِيَّة الْأَسْقُفِيَّةُ فِي إِسْرَائِيلَ al-Kanīsa al-Inǧīliyya al-Asqufiyya fī Isrāʾīl, hebräisch כְּנֵסִיָּה אֶוַנְגֶּלִית-אֵפִּיסְקוֹפָּלִית בְּיִשְׂרָאֵל Knessijjah Ewangelīt-Epīsqōpalīt bəJisraʾel, englisch Evangelical-Episcopal Church in Israel, so der selbst gewählte Name) erweitert, die Israels acht anglikanische Gemeinden schufen und ihnen die Anerkennung des Staats Israel am 12. April 1970 eintrug.[8.8]

So entstand eine zweistufige Struktur, die Verwaltungsebene und die geistliche Instanz (ähnlich dem Modell mancher schweizerischer Kantone, wo katholische Landeskirchen die Verwaltung und katholische Bistümer die geistliche Ebene bilden), erstere ist eine die israelischen anglikanischen Kirchgemeinden umfassende Körperschaft des öffentlichen Rechts. Geistlich, nicht aber vermögensrechtlich, ist die Evangelisch-Bischöfliche Kirche in Israel dem Bistum Jerusalem zugeordnet. Mit dem fortgeführten Millet-System in Israel gelten für Angehörige anerkannter Millets (Religionskörperschaften) in Bereichen des Familienrechts je die Gesetze ihrer Millet und über Streit entscheiden eigens geistliche Gerichte. Das anglikanische Kirchengericht Israels hat seinen Sitz in Haifa, 2024 präsidiert von Vater Hatam Schahada.[51]

Verschiedene anglikanische Stiftungen und Fonds hatten 1954/1955 begonnen, ihre Ansprüche auf in Israel beschlagnahmtes Vermögen auf das Bistum Jerusalem zu übertragen.[48] Die diversen Judenmissionen überführten ihre Ansprüche auf beschlagnahmtes Eigentum in Israel auf eigene Hilfswerke außerhalb der Kontrolle des Bistums Jerusalem, um diese Vermögen nicht für ihrer stiftungsgemäßen Zweckbestimmungen zu Gunsten der Judenmission und getaufter Juden zu verlieren, weil die arabisierte anglikanische Kirchenleitung in Israel keinerlei positive Beziehung zu diesem Teil ihrer Kirche pflegt,[8.1] den Umgang tunlichst meidet.[52] Die Lukaskirche jedoch gehörte nicht zu den Vermögen einer Judenmission, sondern ihre Finanzierung entstammte der bischöflichen Jerusalem and East Mission und unterlag auch nicht dem Beschlag des staatlichen Treuhänders, weshalb sie bei Übergang der beim Bistum zusammengeführten anglikanischen Kirchenvermögen in Israel an die arabisierte Evangelical-Episcopal Church in Israel an diese fiel.

Kirchengebäude

Das Kirchengebäude erstreckt sich von Nordwest nach Südost auf einer um 20 ° aus der Ost-West-Linie geschobenen Achse.[4] Der Längsbau gliedert sich in zwei Teile, das etwas breitere westliche Langhaus und einen etwas schmäleren orientierten Längschor.[4] Das Langhaus gliedert sich in vier, der Chor in zwei Joche. Die Außenmauern sind aus hellem lokalem Kalkstein erbaut.[3] Der Bauingenieur Gottlieb Schumacher schuf einen sehr traditionellen Entwurf mit neogotischen Anklängen englischer Landkirchen des 19. Jahrhunderts. Der Rat zum Schutz der Erbestätten in Israel (מוֹעָצָה לְשִׁמּוּר אַתְרֵי מוֹרֶשֶׁת בְּיִשְׂרָאֵל Mōʿatzah lə-Schimmūr Atrej Mōreschet bəJisraʾel) klassifiziert die Kirche als Teil dieses Erbes.

Strebepfeiler gliedern außen die Joche, deren jedes in Süd- und Nordfassade je ein mattes, weißes Fenster aufweist. Die Strebepfeiler wie die Spitzbogenfenster geben dem Bau ein neogotisches Gepräge. Die oben spitzen Laibungen sind in braunem Kurkar (hebräisch כּוּרְכָּר Kūrkar, arabisch كُرْكَار, DMG Kurkār; eine in Israels Küstenstreifen verbreitete Art kalkhaltigen Tuffs).[3] Die Kirche ist mit roten Dachziegeln gedeckt, die nicht mehr bauzeitlich sind, sondern im 20. Jahrhundert erneuert wurden. Den höheren First des Langhauses zieren zwei Kreuze, je eins an den Enden, den niedrigeren First des Chors eins am Ostende. An der Nordwestecke der Kirche steht seitwärts ab der stumpf endende Kirchturm mit Zinnenkranz, der den Dachfirst nur um weniges überragt. Er ist in neogotischem Stil gehalten. Die östliche Giebelseite des Chors zieren drei spitzbogige Buntglasfenster, ein höheres mittig, zwei kürzere flankierend.

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Das zweiflügelige Portal ist ganz im Westen der Südfassade des Baus. Innen im Eingangsbereich steht eine aufwändig gearbeitete Tauffünte, eine Sandsteinskulptur auf acht roten Marmorsäulchen um einen schwarzen achteckigen Sockel.[4] Die Fünte ist außen oktogonal gearbeitet und jede der acht Seiten zeigt ein anderes Symbol (wie Alpha und Omega, Rückkehr der Taube zur Arche Noah oder Zierornamente). Oben beschirmt ein holzgeschnitzter konisch zulaufender achteckiger Taufdeckel die Fünte. Den Taufdeckel zieren durchbrochene Davidsschilde, pentagonal auslaufende Apfelkreuze und kleine Dreipassöffnungen.[4]

Die Inneneinrichtung folgt, wie typisch bei Gemeinden die der Judenmission entstammen, weitgehend dem jüdischen Bilderverbot, außer dreien Kruzifixen, eins auf dem Altar vor der Ostwand im Chor, und je eins an Predigtpult und Harmonium, fehlen Bildwerke, einzig zwei naiv gehaltene Engel, je einer in den flankierenden Chorfenstern, können als Darstellungen von Wesen angesehen werden.[4] Zehn Reihen mit je fünf Stühlen beiderseits des Mittelgangs geben 100 Kirchgängern Platz. Die Decke ist in geweißtem Holz gearbeitet und besteht aus einer mittleren Flachdecke mit zwei Abseiten entlang der Längsseiten, die den Hohlraum unter den Satteldächern über Langhaus und Längschor nicht als Gewölbe, sondern zeltartig in den Kirchraum einbeziehen. Hölzerne Bögen deuten Gewölbe an.

Pastoren

  • 1887–1890: David Christopher Joseph (1836–1919)
  • 1890–1895: Alexander Wilhelm ‹William› Schapira (1847–1915)
  • 1895–1901: David Christopher Joseph
  • 1901–1904: Ben-Zion Friedman (1852–1916)
  • 1904–1915: David Christopher Joseph
    • um 1912: J. Khadder, Hilfskaplan (Assistant Chaplain)[53]
  • 1915–1918: kriegsbedingte Vakanz
  • 1918–1919: David Christopher Joseph (1836–1919)
  • 1919–1931: Shabbetai Benjamin Rohold (שַׁבְּתַאי בִּנְיָמִין רוֹהֹלְד; 1879–1931)[24]
  • ...
  • 1948–1950: kriegsbedingte Vakanz
  • ...
  • 1953–1959: John Ryecart (1907–2002)[39]
  • 1960–1969: Peter Schneider (1928–1982),[46] dann bis 1973 Kanoniker an der Georgskathedrale in Jerusalem
  • 1969–1973: Michael Elliott BSG (1938–2012)[47]

Die arabische Kirchgemeinde St John’s und die judenchristliche St Luke’s Gemeinde fusionierten in der Folgezeit.

Bibliographie

  • Alex Carmel (אַלֶכְּס כַּרְמֶל), Geschichte Haifas in der türkischen Zeit 1516–1918, [תּוֹלְדֹוֹֹת חֵיפָה בִּיְמֵי הַתּוּרְכִּים, Haifa: הוצאת הספרים של אוניברסיטת חיפה, 1969; deutsch], Clara Zellermeyer (Übs.), (=Abhandlungen des Deutschen Palästinavereins; Bd. 3), Wiesbaden: Harrassowitz, 1975, ISBN 3-447-01636-1.
  • Randa Farah (رَنْدَة فَرَح), “The Red Priest of Haifa: Rafiq Farah (1921–2020)”, in: Jerusalem Quarterly, Nr. 85 (Frühjahr 2021), S. 85–105.
  • Seth Frantzman, Benjamin Glueckstadt und Ruth Kark, “The Anglican Church in Palestine and Israel: Colonialism, Arabization and Land ownership”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 47 (2011), S. 101–126.
  • David Christopher Joseph, The Gospel to Israel (Late Haifa Mt. Carmel Mission): A Narrative of a Year’s Dealings of God with D. C. Joseph, London: o. V., 1916.
  • ʿAmmiram Oren (עַמִּירָם אוֹרֶן), חיפה, מתחמי העדה האנגליקנית (12. November 2019), auf: עמירם במשעולי ישראל.
Commons: Lukaskirche (Haifa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b NN, “Jerusalem and the East Mission”, in: Waiapu Church Gazette, Jg. III, Ausgabe 9 (1. März 1913), S. 130.
  2. a b Vgl. Palestine Gazette, No. 1442, 27. September 1945, Supplement No. 2, S. 1055–1095; vgl. ebenfalls Defence (Emergency) Regulations, 1945; abgerufen am 17. Oktober 2025.
  3. a b c d e ʿAmmiram Oren (עַמִּירָם אוֹרֶן), חיפה, מתחמי העידה האורתודוקסית (9. November 2019), auf: עמירם במשעולי ישראל; abgerufen am 24. August 2025.
  4. a b c d e f g h i ʿAmmiram Oren (עַמִּירָם אוֹרֶן), חיפה, מתחמי העדה האנגליקנית (12. November 2019), auf: עמירם במשעולי ישראל; abgerufen am 2. Oktober 2025.
  5. a b c d Seth Frantzman, Benjamin Glueckstadt und Ruth Kark, “The Anglican Church in Palestine and Israel: Colonialism, Arabization and Land ownership”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 47 (2011), S. 101–126, hier S. 105.
  6. Jerusalems Bischof George Blyth (1832–1914) richtete diese Stiftung 1887 ein, die sowohl die Judenmission fortführen sollte, aber auch Christen anderer Konfessionen ansprechen sollte und anglophonen Anglikanern (Expats, dauerhaft in der Levante Niedergelassene) Dienste erweisen sollte. Missionszentren der JEM waren in Beirut, Jerusalem, Haifa, Kairo, Suez und in Britisch-Zypern (Famagusta und Nikosia). Vgl. Hermann Leberecht Strack, Yearbook of the Evangelical Missions among the Jews, Bd. I (1906), Leipzig: Hinrich’sche Buchhandlung, 1906, S. 97.
  7. Friedrich Heyer, 2000 Jahre Kirchengeschichte des Heiligen Landes: Märtyrer, Mönche, Kirchenväter, Kreuzfahrer, Patriarchen, Ausgräber und Pilger, (= Studien zur orientalischen Kirchengeschichte; Bd. 11), Münster: LIT 2000, S. 245. ISBN 978-3-8258-4955-9.
  8. Seth Frantzman, Benjamin Glueckstadt und Ruth Kark, “The Anglican Church in Palestine and Israel: Colonialism, Arabization and Land ownership”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 47 (2011), S. 101–126, hier Seite wie gesondert angegeben.
    1. a b S. 115
    2. a b c d S. 112
    3. S. 106
    4. S. 108
    5. S. 109
    6. a b S. 117
    7. S. 114
    8. S. 114 und 117
  9. Shabbetai Benjamin Rohold, “A Visit to Missions in Old Lands”, in: The Jewish Era: A Christian Quarterly on behalf of Israel, Bde. 28–30, hier Bd. 29, Nr. 2 (April 1920), S. 60–67, hier Seite wie gesondert angegeben.
    1. a b S. 64
    2. S. 63
  10. Louis Meyer, Directory of Protestant Jewish Missionary Societies and Centers Throughout the World, Chicago: The Chicago Hebrew Mission, 1. September 1912, S. 8.
  11. a b c Louis Meyer, “Jewish Missionary News from all Lands and Societies”, in: The Jewish Era: A Christian Quarterly on behalf of Israel, Bde. 16–17, hier Bd. 16, Nr. 3 (15. Juli 1907), S. 142–151, hier S. 143.
  12. a b c Gerschon Nerʾel (גֵּרְשׁוֹן נֵראֵל), “Geschichte der messianischen Juden in Galiläa: Die frühen Jahre in Safed und Haifa (1887–1920)”, in: Nachrichten aus Israel, Jg. 29, Nr. 10 (Oktober 2006), S. 9.
  13. The Jerusalem and East Mission Archive 1842–1976, St Antony’s College / Middle East Centre (Hrsg.), Oxford: Broschüre, 1976, S. 1.
  14. a b NN, “Jewish Presence (5) - Clergy”, auf: St George-in-the-East Church; abgerufen am 13. Oktober 2025.
  15. Gerschon Nerʾel (גֵּרְשׁוֹן נֵראֵל), “מיסיונרים בטקס חנוכת האוניברסיטה העברית בירושלים”, in: עֵת־מוֹל: עִתּוֹן, Nr. 282 (April 2023 / Ijjar 5783), S. 20–23, hier Seite wie gesondert angegeben. ISSN 0334-2085.
    1. S. 21
    2. S. 22
  16. William Thomas Gidney, The History of the London Society for Promoting Christianity Amongst the Jews: From 18O9 to 19O8, London: London Society for Promoting Christianity Amongst the Jews, 1908, S. 609.
  17. Hermann Leberecht Strack, Yearbook of the Evangelical Missions among the Jews, Bd. I (1906), Leipzig: Hinrich’sche Buchhandlung, 1906, Seite wie gesondert angegeben.
    1. S. 102
    2. S. 107
  18. Thomas M. Chalmers, “Mr. D.[avid] C.[hristopher] Joseph”, in: The Glory of Israel, Bd. 1, Nr. 10 (Oktober 1903), S. 233.
  19. a b David Christopher Joseph, “A Jewish Missionary Escapes from Haifa”, in: Confidence, Bd. VIII, No. 5 (Mai 1915), S. 94–95, hier S. 94.
  20. Eric Nelson Newberg, The Pentecostal mission in Palestine, 1906–1948: A postcolonial assessment of Pentecostal Zionism, Ann Arbor: ProQuest Dissertations & Theses, 2008, zugl. Regent Univ., Diss., Seite wie gesondert angegeben.
    1. S. 223
    2. a b S. 221
    3. S. 227
    4. S. 245
    5. S. 268
    6. S. 329
  21. Alex Carmel (אָלֶכְּס כַּרְמֶל), Geschichte Haifas in der türkischen Zeit 1516-1918 [תּוֹלְדֹוֹֹת חֵיפָה בִּיְמֵי הַתּוּרְכִּים, Haifa: הוצאת הספרים של אוניברסיטת חיפה, 1969; dt.], Clara Zellermeyer (Übs.), Wiesbaden: Harrassowitz, 1975, (=Abhandlungen des Deutschen Palästinavereins; Bd. 3), S. 149. ISBN 3-447-01636-1.
  22. Saskia Sassen: Migranten, Siedler, Flüchtlinge: von der Massenauswanderung zur Festung Europa. (11996), Frankfurt am Main: Fischer, 32000, (=Reihe Fischer; Bd. 60138), S. 103. ISBN 3-596-60138-X.
  23. Chaim Nachman Bialik, „Jüdische Wissenschaft in fremder Sprache: ein Brief an die Herausgeber des ‹D‛wir›“ ['עַל חָכְמַת יִשְׂרָאֵל', in: דְּבִיר: מְאַסֵּף עִתִּי לְחָכְמַת יִשְׂרָאֵל, Jg. 1 (5683; Dies Jahr dauerte von Eintritt der Dunkelheit am 23.9.1922–10.9.1923 Sonnenuntergang); dt.], Georg Herlitz (Übers.), in: Der Jude: eine Monatsschrift, Jg. 8 (1924), H. 10, S. 566–574, hier S. 573.
  24. a b c Richard S. Harvey, “7 June 1913 Shabbetai Benjamin Rohold Opens “Christian Synagogue” in Toronto #otdimjh” (7. Juni 2021), auf: On this Day in Messianic Jewish History; abgerufen am 14. Oktober 2025.
  25. Gerschon Nerʾel (גֵּרְשׁוֹן נֵראֵל), “Zion in the Theology of Leon Averbuch and Shabbetai Rohold”, in: Mishkan: Forum on the Gospel and the Jewish People, Ausgabe 26 (1997), S. 64–71, hier S. 69.
  26. Mordechai Naor, Eretz Israel: Das 20. Jahrhundert, Köln: Könemann, 1998, S. 123. ISBN 3-89508-594-4.
  27. a b c d H.R.A. Jones, “The Anglican Bishopric of Jerusalem”, in: Christians in Israel: A Survey, Chaim Wardi im Auftr. von Israels Regierung / Ministerium der Religionen, Jerusalem: המשרד הדתות, 1950, S. 50–52, hier S. 52.
  28. Shabbetai Benjamin Rohold, “Concise Comments and Interesting Items”, in: The Elim Evangel and Foursquare Revivalist, Bd. 12, No. 12 (21. März 1930), S. 181.
  29. Seinen Antizionismus beschreibt Francis Graham-Brown, Bischof von Jerusalem, in seinen Briefen an Cosmo Gordon Lang, Erzbischof von Canterbury. Vgl. Seth Frantzman, Benjamin Glueckstadt und Ruth Kark, “The Anglican Church in Palestine and Israel: Colonialism, Arabization and Land ownership”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 47 (2011), S. 101–126, hier S. 107.
  30. a b c Seth Frantzman, Benjamin Glueckstadt und Ruth Kark, “The Anglican Church in Palestine and Israel: Colonialism, Arabization and Land ownership”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 47 (2011), S. 101–126, hier S. 120.
  31. Francis Graham-Brown, “The Near East Mission”, in: The Spirit of the Missions: The Missionary Magazine of the Episcopal Church, Bd. XCIX (1934), S. 74.
  32. a b c Seth Frantzman, Benjamin Glueckstadt und Ruth Kark, “The Anglican Church in Palestine and Israel: Colonialism, Arabization and Land ownership”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 47 (2011), S. 101–126, hier S. 107.
  33. “Haifa: History & Overview” (2022), auf: Jewish Virtual Library; abgerufen am 22. August 2025.
  34. Shai Fogelman, למה נמחקה מספרי ההיסטוריה הפגזה אחת של ההגנה ללב השוק הערבי בחיפה? (26. Mai 2011), in: Haʾaretz; abgerufen am 22. August 2025.
  35. Walter Rothschild, Arthur Kirby and the last years of Palestine Railways: 1945–1948, Berlin: Selbstverlag, 2009, zugl. King’s College Diss., 2007, S. 51. OCLC 495751217.
  36. Randa Farah (رَنْدَة فَرَح), “The Red Priest of Haifa: Rafiq Farah (1921–2020)”, in: Jerusalem Quarterly, Nr. 85 (Frühjahr 2021), S. 85–105, hier Seite wie gesondert angegeben.
    1. a b S. 90
    2. a b c S. 100
    3. a b c d S. 92
    4. a b S. 91
    5. S. 83
    6. S. 96
  37. Vgl. auch Raschid al-Ḥaǧǧ Ibrahim, الدفاع عن حيفا وقضية فلسطين: مذكرات رشيد الحاج إبراهيم، 1891–1953, Beirut: Institute for Palestine Studies, 2005.
  38. Benny Morris, The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited, Cambridge, Engl.: Cambridge University Press, 22004, S. 107. ISBN 978-0-521-00967-6.
  39. a b c Lloyd Shearer, “Walter Scott’s Personality Parade: Vicar who worked in Palestine” (1959), in: Parade; abgerufen am 14. Oktober 2025.
  40. Kai Kjær-Hansen, Numbers Connected with Operation Mercy, in: Mishkan: Forum on the Gospel and the Jewish People, Ausgabe 61 (2009), S. 33–43, hier S. 40.
  41. Gerschon Nerʾel (גֵּרְשׁוֹן נֵראֵל), “Operation Mercy on the Eve of the Establishment of the State of Israel”, in: Mishkan: Forum on the Gospel and the Jewish People, Ausgabe 61 (2009), S. 21–32, hier Seite wie gesondert angegeben.
    1. 25seq.
    2. a b c S. 29
  42. Walid Khalidi, “Special Feature: The Fall of Haifa Revisited”, in: Journal of Palestine Studies, Bd. XXXVII, Nr. 3 (Frühjahr 2008), S. 30–58, Seite wie gesondert angegeben. ISSN 0377-919X.
    1. S. 52
  43. Avraham Lewensohn (אַבְרָהָם לֶבִינְסוֹן; 1923–1986), Reiseführer Israel mit Straßenkarten und Stadtplänen [Israel Tourguide, 21979; dt.], Miriam Magall (Übs.), Tel Aviv-Jaffa: בית א. לבנסון und Tourguide, 1982, S. 152.
  44. 1950 mit dem Gesetz über die Habe Abwesender (חוק נִכְסֵי נִפְקָדִים Chōq Nichsey Nifqadīm) wechselte die Amtsbezeichnung zu Treuhänder für Habe Abwesender אפוטרופוס לִנִכְסֵי נִפְקָדִים Apōtrōpōs liNichsey Nifqadīm. Vgl. Arnon Golan (אַרְנוֹן גּוֹלָן), שִׁינּוּי מֶרְחֲבֵי - תּוֹצְאַת מִלְחָמָה: הַשְּׁטָחִים הָעַרְבִיִּים לַשְׁעָבַר בִּמְדִינַת יִשְׂרָאֵל 1948–1950, הַמֶּרְכָּז לְמוֹרֶשֶׁת בֶּן גּוּרִיּוֹן (שְׂדֵה בּוֹקֵר) (Hrsg.), Beʾer Scheva: הוֹצָאַת הַסְּפָרִים שֶׁל אוּנִיבֶרְסִיטַת בֶּן-גּוּרִיּוֹן בַּנֶּגֶב, 2001, S. 14seqq.
  45. In der hebräischen Wikipedia gibt es zur orthodoxen Schule im Rechov Jitzchaq Sadeh 32 (רְחוֹב יִצְחָק שָׂדֶה) den Eintrag «התיכון האורתודוקסי הערבי».
  46. a b c Richard S. Harvey, “7 November 1982 Death of Peter Schneider, Jewish Refugee, Anglican Priest, Rainbow Group Founder #otdimjh” (7. November 2021), auf: On this Day in Messianic Jewish History; abgerufen am 14. Oktober 2025.
  47. a b David John Battrick, “Michael Elliott BSG – Rest in Peace” (7. Februar 2012), auf: In Godward Direction; abgerufen am 14. Oktober 2025.
  48. a b c d Seth Frantzman, Benjamin Glueckstadt und Ruth Kark, “The Anglican Church in Palestine and Israel: Colonialism, Arabization and Land ownership”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 47 (2011), S. 101–126, hier S. 113.
  49. Auf hebräisch אַפּוֹטְרוֹפּוֹס לִנִכְסֵי נִפְקָדִים Apōtrōpōs lə-Nichsej Nifqadīm.
  50. Vgl. נִכְסֵי הַוַּואקְף הַמֻּסְלְמִי בְּיִשְׂרָאֵל, auf: עֲרָבִים בְּיִשְׂרָאֵל מֶרְחַב מֵידָּע רַב תְּחוּמִי, abgerufen am 5. Juni 2020.
  51. Racheli Orbach (רָחֵלִי אוֹרְבַּך), “Christian churches and communities in Haifa • ‹Between the sacred and the profane› • Photo exhibition at the University of Haifa” (27. Dezember 2024), auf: חי פה - חדשות חיפה; abgerufen am 10. Oktober 2025.
  52. Thomas Hummel, “Between Eastern and Western Christendom: the Anglican Presence in Jerusalem”, in: The Christian Communities of Jerusalem and the Holy Land: Studies in History, Religion and Politics, Anthony O’Mahony (Hrsg.), Cardiff: University of Wales Press, 2003, S. 147–170, hier S. 166. ISBN 0-7083-1772-3.
  53. Theodore Edward Dowling (1837–1921), Gaza a City of Many Battles, London und New York: Society for Promoting Christian Knowledge und E.S. Gorham, 1913, S. vii.