Luis da Silva Maia

Luis da Silva Maia war ein Liurai von Maubara, ein Herrscher im Nordwesten der damaligen Kolonie Portugiesisch-Timor (heute: Osttimor).[1.1]

Werdegang

José Rodrigues da Silva (Mauvili), Liurai von Maubara, starb 1898 oder 1899. Luis da Silva Maia war der älteste Sohn des Herrschers. Er wurde der Nachfolger, allerdings nicht mehr vom gesamten bisherigen Territorium von Maubara, sondern nur noch vom neugeschaffenen Gebiet von Maubara Taçi (Maubara Tasi, in etwa „Maubara am Meer“).[1.2]

Maia war ein Unterstützer der portugiesischen Kolonialmacht und beteiligte sich 1899 auch an der Militärexpedition gegen das benachbarte Reich Atabae.[1.2] Wie sein Vater galt er als brutaler Mensch und es gibt Berichte von einer Reihe von Übergriffen auf die einheimische Bevölkerung. Die portugiesische Kolonialverwaltung sah sich schließlich dazu gezwungen, Luis da Silva Maia seines Amtes zu entheben. Man warf ihm den „Mord an mehreren Indigenen im Königreich“ und „Rebellion“ vor. Maia wurde nach Vemasse gebracht, einem Ort nahe der Nordküste, östlich der Kolonialhauptstadt Dili. Er verbrachte dort mehrere Jahre in Haft. Die genauen Umstände der Freilassung sind nicht erklärt.[1.3]

1912 unterstützte Maia seinen Patensohn José Nunes erfolgreich in seinem Ziel, selbst Liurai von Maubara zu werden. Der portugiesische Administrator in Maubara forderte einen Beweis dafür, dass Nunes dem Amt würdig sei. Maia ließ daher öffentlich das Grab seines Vaters öffnen. Darin fand sich ein „Patete“ (wahrscheinlich ist damit das Offizierspatent gemeint), das Symbol für den Rang eines Majors. Diesen militärischen Rang hatte auch Nunes inne. Dem Administrator reichte dies als Zeichen der Würde.[1.4]

Familie

Maia war dreimal verheiratet und hatte insgesamt acht Kinder. Sein Enkel Laurindo dos Reis da Silva war von 2010 bis 2016 Administrator von Maubara. Dessen älterer Bruder Rui Manuel da Silva war Chefe de Suco von Maubaralissa von 2009 bis 2023.[1.5][2][3][4]

Einzelnachweise

  1. Douglas Kammen: 5. High Colonialism and New Forms of Oppression, 1894–1974. In: De Gruyter Brill. 20. August 2015, doi:10.36019/9780813574127-009/html (degruyterbrill.com [abgerufen am 30. Oktober 2025]).
    1. S. 103.
    2. a b S. 98.
    3. S. 99.
    4. S. 102–103.
    5. S. 164 & 179.
  2. Ministério da Administração Estatal: Administração Municipal (Memento vom 1. Juni 2016 im Internet Archive)
  3. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  4. Lista Naran Xefe Suku Eleito 2016, 2. Dezember 2016. (Memento vom 14. August 2021 im Internet Archive)
VorgängerAmtNachfolger
José Rodrigues da SilvaLiurai von Maubara
1898/99 – 1900
Sada Bessi