Luis Alberto Acuña Tapias
Luis Alberto Acuña Tapias (* 12. Mai 1904 in Suaita, Santander, Kolumbien; † 24. März 1993 in Villa de Leyva, Boyacá) war ein kolumbianischer Maler, Bildhauer, Grafiker, Restaurator, Kunsthistoriker und Kunstpädagoge.[1]
Leben
Luis Alberto Acuña wurde 1904 in Suaita im Departamento Santander geboren. 1923 begann er ein Studium an der Escuela de Bellas Artes in Bogotá und erhielt 1924 ein Regierungsstipendium seines Heimatdepartments, welches ihm eine Reise nach Europa sowie eine Pension ermöglichte. In Europa studierte er 1924/25 an der Académie Julian in Paris, anschließend an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts sowie an der Académie Libre La Grande Chaumière.[2] Zwischen 1925 und 1928 unternahm er Reisen nach Deutschland, Italien und Spanien. In Madrid studierte er Bildhauerei bei Victorio Macho. 1929 kehrte er nach Kolumbien zurück.[1]
Ab 1929 war er Rektor des Centro de Bellas Artes in Bucaramanga. 1930 wurde er Dozent für Zeichnen am Colegio Nacional de San Bartolomé in Bogotá. Von 1932 bis 1936 lehrte er Malerei an der Escuela Nacional de Bellas Artes in Bogotá. Von 1939 bis 1941 war er Kulturattaché in Mexiko. Anschließend leitete er von 1942 bis 1944 den Wiederaufbau des Theaters Colón in Bogotá. Von 1943 bis 1946 war er Direktor der Nationalen Kunstschule in Bogotá. Zwischen 1954 und 1967 war er Direktor des Museo de Arte Colonial in Bogotá. Ab 1978 lebte Acuña in Villa de Leyva, wo er ein Museum einrichtete, das heute sein Andenken und zahlreiche seiner Werke bewahrt.[3]
Werk
Das künstlerische Werk von Luis Alberto Acuña umfasst Malerei, Bildhauerei, Wandmalerei, Grafik und Restaurierung sowie kunsthistorische und kulturpolitische Tätigkeiten. Er zählt zu den ersten kolumbianischen Künstlern, die sich intensiv mit präkolumbianischer Mythologie und indigener Kultur, insbesondere der Mythologie der Chibcha-Bevölkerung, auseinandersetzten. Sein Stil zeigt eine große Bandbreite. In der Malerei orientierte er sich teilweise am Pointillismus, Expressionismus, Kubismus und Costumbrismo. Er wählte Motive wie das bäuerliche Leben, ländliche Szenen, Mythen und historische Themen. In der Bildhauerei folgte er überwiegend der akademischen Tradition, experimentierte aber auch mit verschiedenen Materialien wie Holz, Bronze, Eisen oder Beton.[1]
Ein zentrales Werk ist das Wandbild Teogonía de los dioses chibchas, das sich im Foyer eines Hotels befindet und als bedeutendes Beispiel seiner Auseinandersetzung mit der Mythologie der Chibcha gilt. Darüber hinaus sind Werke Acuñas in öffentlichen Sammlungen und Museen zu finden, unter anderem in Kolumbien, Mexiko und den Vereinigten Staaten. Er war auch kulturpolitisch und wissenschaftlich tätig. Als Direktor des Museo de Arte Colonial organisierte er Ausstellungen und Konferenzen und publizierte kunsthistorische und folkloristische Arbeiten. Damit trug er wesentlich zur Dokumentation und Bewahrung kolonialer und indigener Kunst und Geschichte Kolumbiens bei. Das von ihm gegründete Casa Museo Luis Alberto Acuña in Villa de Leyva bewahrt einen großen Teil seines Œuvres sowie Sammlungen kolonialer Kunst, antiquarische Objekte und eine Bibliothek. Heute gilt es als wichtiges Zentrum zur Erinnerung an sein Schaffen.[3]
Literatur
- Alonso Acuña: La obra del artista Luis Alberto Acuña. El Universal, Cartagena 2010.
- Diego Francisco Carrizosa Posada: La cosmogonía chibcha en la obra de Luis Alberto Acuña. 2019.
Weblinks
- Grupo SURA
- Luis Alberto Acuña Tapias (1904-1993): El maestro de la escultura, pintura y el arte colombiano
- International Center For The Arts Of The Americas At The Museum Of Fine Arts, Houston
Einzelnachweise
- ↑ a b c adminbiografias: Luis Alberto Acuña Tapias (1904-1993): El maestro de la escultura, pintura y el arte colombiano. In: MCN Biografías. 11. März 2025, abgerufen am 7. Dezember 2025 (spanisch).
- ↑ Pintores colombianos : Luis Alberto Acuña · ICAA Documents Project · ICAA/MFAH. Abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ a b goboy: CASA MUSEO LUIS ALBERTO ACUÑA - GoBOY. 19. September 2022, abgerufen am 7. Dezember 2025 (es-CO).