Luigi Piffaretti
Luigi Piffaretti (* 23. September 1861 in Ligornetto, heute Quartier von Mendrisio; † 5. Juni 1910 ebenda) war ein Schweizer Bildhauer.
Leben
Luigi Piffaretti wurde 1861 in Ligornetto, der Heimat seines Grossonkels Vincenzo Vela, im Kanton Tessin geboren. Er besuchte einige Jahre das Gymnasium in Mendrisio, brach dann aber ab, um eine Bildhauerlehre in Viggiù zu machen. Später studierte er an der Accademia Albertina in Turin unter Odoardo Tabacchi. Nach seiner Rückkehr ins Tessin arbeitete er vornehmlich bei Vela, anschliessend auch in Mailand und Turin. Nebenher war er als Liberaler in der Kommunalpolitik aktiv; so amtete er als Schuldelegierter, Präsident der liberalen Gesellschaft «Vincenzo Vela» und Kassier des Kindergartens. Nach langer Krankheit, die ihm die Arbeit in seinen letzten Lebensjahren zunehmend erschwerte, starb er 1910, mit 48 Jahren, in Ligornetto.[1][2]
Werke
Piffaretti war auf Grabskulpturen spezialisiert, deren Grossteil im Mendrisiotto stehen.[2] Gemeinsam mit Cesare Realini realisierte er 1889 die Gedenktafel für Vincenzo und Spartaco Vela am Alten Gemeindehaus in Ligornetto. 1893 war er zusammen mit Alessandro Rossi, Giovanni Vela und Gottardo Induni an der Ausführung des Grabmals für Vincenzo Vela auf dem Friedhof Ligornetto beteiligt.[3]
Sein Opus summum ist das 1908 eingeweihte Grabmal für den Politiker und Schriftsteller Giovanni Airoldi auf dem Friedhof Lugano. Bemerkenswert sind die veristische Büste Airoldis, das Relief, das seine literarische Gaben symbolisiert, die Tondi mit seinen Familienmitgliedern auf dem Sockel und die allegorische Frauenfigur Riconosczena (Dankbarkeit), die sich anschickt, eine Liste seiner Tugenden niederzuschreiben. Letztere ist eine Replik von Luigi Giberto Buzzi. Das Original wurde von den Auftraggebern wegen eines Defekts im Marmor abgelehnt, Piffaretti war im fortgeschrittenen Krankheitszustand aber nicht mehr in der Lage, selbst eine zweite Version zu fertigen. Es steht heute an seinem Grab in Ligornetto.[4]
Literatur
- Note meste. In: L’azione. 7. Juni 1910, S. 2 (online).
- Giovanni Piffaretti: Luigi Piffaretti, scultore, 1861–1910. Tütt Insema, Ligornetto 1992.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Note meste. In: L’azione. 7. Juni 1910, S. 2 (online).
- ↑ a b Luigi Piffaretti. In: Cristina Brazzola, Giovanna Ginex, Paola Capozza: Il cimitero monumentale di Lugano. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2016 (= Schweizerische Kunstführer, Band 986–987), ISBN 978-3-03797-274-8, S. 69.
- ↑ Punti di interesse storico-artistico. In: Musei d’Arte del Mendrisiotto. Abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ Paola Capozza, Giovanna Ginex: Tomba Giovanni Airoldi. In: Cristina Brazzola, Giovanna Ginex, Paola Capozza: Il cimitero monumentale di Lugano. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2016 (= Schweizerische Kunstführer, Band 986–987), ISBN 978-3-03797-274-8, S. 44.