Ludwig von Kapff

Ludwig von Kapff ist der Name des Begründers einer alten Bremer Kaufmannsfamilie. Ludwig von Kapff ist auch ein altes Weinhaus in Bremen.

Verwandtschaftliche Verbindung nach Württemberg

  • Johann von Kapff, Vogt in Schorndorf (* 25. März 1592, † 24. Mai 1643), ⚭ 1613 Ursula Hirschmann[1]
    • Ludwig von Kapff, Uhrmacher in Bremen (getauft 22. Juli 1626 evangelisch in Schorndorf[2], Todesdatum unbekannt), ⚭ Marg., Tochter von Johann Riemenschneider, Kaufmann in Bremen[3]
      • Christof von Kapff, Klein-Uhrmacher in Bremen (* 1660 in Bremen), ⚭ mit Metta, Tochter von Friedrich Sinning, Kaufmann in Bremen[4]
        • Ludwig von Kapff, Kaufmann in Bremen (11. Dez 1695 - 16. Nov 1759), ⚭ Rebekke, Tochter von N.N. Biskamp, Kaufmann in Bremen[5]
          • Christof von Kapff (19. Feb 1733 - 30. Jul 1819), „Studiosus“[6]

Er gehörte zur weitverzweigten Familie Kapff.

Biografien

Der Uhrmacher Ludwig von Kapff wurde 1653 in Bremen als Bürger aufgenommen und war Ratsuhrmacher.[7] Von ihm stammt die weitverzweigte Familie (von) Kapff in Norddeutschland ab. Sein Enkel Ludwig von Kapff war Kaufmann. Dieser war mit Rebecca von Kapff, geb. Biskanter verheiratet. 1692 gründete der spätere Bremer Ratsherr Johann Nonnen (1670–1750) eine Reederei. 1707 brachte Nonnens Schiff Wappen von Lehe zum ersten Mal Weine, Branntweine und Pflaumen von Bordeaux nach Bremen. Neben der Reederei entstand nun eine Handelsfirma, die auch mit Wein handelte. Zwischen den Familien Kapff und Nonnen bestanden familiäre und wirtschaftliche Verbindungen.

Sein Sohn war der Christoph von Kapff (1733–1819), der das väterliche Gewerbe fortsetzte und mit seiner ersten Ehefrau Elisabeth von Kapff, geb. Nonnen (1745–1780) verheiratet war. Dieser Verbindung entstammten zahlreiche Kinder. Seine zweite Ehefrau war die Amalia Charlotte Dorothea von Kapff, geb. Stock. Auch dieser Verbindung erwuchsen eine Reihe von Kindern.

1792 übernahm der jüngere Johann Carl Ludwig von Kapff (1765–1841) – Urenkel des älteren von Kapff – das Weinhaus, das zunächst in Bremen in der Martinistraße 48 residierte. Von Kapff konnte durch seine Kontakte zu den kaiserlichen, königlichen und adeligen Höfen das Unternehmen erfolgreich ausbauen. 1850/52 baute er nach Plänen des Architekten Heinrich Müller an der Weserbrücke im neugotischen Tudorstil ein Wohn- und Geschäftshaus, das im Volksmund aufgrund seiner Größe und des zinnenbewehrten Turmes „von Kapff’sche Burg“ genannt wurde. Dieses Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Johann Wilhelm André Kapff baute nach Plänen von Ernst Klingenberg auch im Tudorstil 1865 an der Schwachhauser Heerstraße 62 eine große Villa, in der ab den 1870er Jahren bis 1936 die Malerin und Mäzenin Aline von Kapff (1842–1936) wohnte. Dieses Haus gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zum Kippenberg-Gymnasium und es wurde 1968 abgerissen.

Paul Ludwig von Kapff baute 1884 in Bremen am Osterdeich 53 eine Villa mit einem schönen Rokokosaal im Stil der Neorenaissance.

Das Weinhaus Ludwig von Kapff GmbH besteht als Weinimporteur noch heute im Speicher I in der Überseestadt. Eigentümer ist die Firma Eggers & Franke Gruppe aus Bremen.

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, neuntes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1854, S. 22, § 59 [1] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
  2. Kirchenbücher Schorndorf, Mischbuch 1569–1643, Taufregister 1569–1643, ohne Seitenzählung.
  3. Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, neuntes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1854, S. 29, § 81 [2] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
  4. Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, neuntes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1854, S. 30, § 81, c [3] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
  5. Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, neuntes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1854, S. 30, § 81, c, aa [4] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
  6. Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, neuntes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1854, S. 30, § 81, c, aa, aaa [5] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
  7. Martin Honecker: Kapff. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 130–132 (deutsche-biographie.de).