Kapff (Familie)
Die Herkunft der v. a. in Württemberg ansässigen und weitverzweigten Familie (von) Kapff (Kapf) ist strittig. Es wird angenommen, dass ein Klaus Schenk 1435 den Weiler Kapf bei Vordersteinenberg den Schenken von Limpurg abkaufte und sich fortan Schenk von Kapff nannte. Möglicherweise war er ein illegitimer Sohn eines der Schenken von Limpurg. Seine Nachkommen besaßen auch Güter in und bei Schorndorf, wo sie unter dem Namen „von Kapff“ einige Jahrzehnte später in Erscheinung treten, zur Ehrbarkeit gehörten und zum Adel gezählt wurden. Nach und nach bildeten sich verschiedene Kapff-Linien heraus, worunter auch eine über Bremen nach Norddeutschland führte. Zeitweise verzichteten die Familienmitglieder auf die Führung des Adel-Prädikats. Der Familien entstammten viele Pfarrer, Beamte, württembergische und fürstenbergische Bergwerksbeamte, Juristen, Ärzte und Kaufleute.[1]
Zur württembergischen Linie gehören u. a.:
- Dieter Kapff (1941–2011), deutscher Journalist[2]
- Ernst Kapff (Sixt Ernst Kapff; 1863–1944), deutscher Schriftsteller und Pädagoge[3]
- Friedrich Kapff (1759–1797), deutscher Mineraloge und Beamter[4]
- Gottfried Ulrich David Kapff (1768–1815), deutscher Dekan des Kirchenbezirks Wildbad[5]
- Otto von Kapff (1855–1918),[6] Ehemann Franziska von Kapff-Essenther (1849–1899), österreichische Autorin und Feministin
- Sixt Eberhard von Kapff (1774–1851), württembergischer Jurist und Staatsbeamter[7]
- Sixt Friedrich Jakob Kapff (1809–1887), deutscher Jurist, Fossiliensammler und Präparator[8]
- Sixt Gottlieb Kapff (1724–1780), deutscher Professor am Seminar in Denkendorf[9]
- Sixt Jakob von Kapff (1735–1821), deutscher Jurist[10]
- Sixt Jakob von Kapff (1765–1848), deutscher evangelischer Theologe[11]
- Sixt Karl Kapff (1805–1879), deutscher Theologe[12]
- Sixt Wilhelm Alexander Kapff (1814–1877), deutscher Pädagoge und Revolutionär[13]
Zur Bremer Linie gehören u. a.:
- Agnes Boecker von Kapff (1880–1970), deutsche Golfspielerin[14]
- Aline von Kapff (1842–1936), deutsche Malerin[15]
- Ludwig von Kapff (18. Jahrhundert), deutscher Kaufmann[16]
Wappen
Blasonierung des abgebildeten Wappens entsprechend der Schraffur: Blau-silbern geteilt, oben ein wachsender silberner Stier, unten ein rotes Schräggitter, wobei die Schräglinksbalken auf den Schrägbalken liegen. Auf dem Spangenhelm mit rot-blauen Decken ein wachsender silberner Stier zwischen zwei rot-blauen Büffelhörnern in verwechselten Farben.
Neben den abgebildeten Wappen sind weitere zu finden:
Blasonierung des Wappens des Georg David Kapf (Schwaben 1580): Geteilt, oben ein wachsender Stier, unten gerautet. Auf dem Stechhelm mit einfarbigen (?) Decken ein wachsender Stier zwischen zwei Büffelhörnern. Tingierung nicht bekannt.[17]
Blasonierung des Wappens der Kapf in Lübeck und Bremen (Carl Gottlieb Kapff 1806): Rot-silbern geteilt, oben ein wachsender silberner Stier, unten sechs schwarze Schräglinksbalken. Auf dem Spangenhelm mit rot-silbern und schwarz-silbernen Decken eine goldene Krone, daraus ein wachsender silberner Stier zwischen zwei schwarzen Büffelhörnern.[18]
Blasonierung des als Logo verwendeten Wappens des Bremer Weinhandelshauses Ludwig von Kapff GmbH (vgl. Ludwig von Kapff): Geteilt, oben in Gold ein wachsender silberner Stier, unten Silber und Maulbeer schräglinks geweckt. Der Schild ist in Maulbeer umrandet. Auf dem Spangenhelm mit silbernen Decken eine Krone in Maulbeer, daraus ein wachsender silberner Stier zwischen zwei goldenen Büffelhörnern.[19]
Literatur
- Die Kapff'sche Stiftung, in: Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. S. 29–66.
Archivquellen
- Bestand "J. W. André von Kapffsche Familienstiftung" im Staatsarchiv Bremen ([21] Bestand 7.5153).
- Bestand "Familienarchiv Kapff" im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Bestand Q 3/67).
- Bestand "Ludwig von Kapff & Co. und Christoph von Kapff" im Staatsarchiv Bremen ([22] Bestand 7.2089).
Einzelnachweise
- ↑ Martin Honecker: Kapff. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 130–132 (deutsche-biographie.de).; Peter Schiffer: Vorwort zum Familienarchiv Kapff (Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 3/67) [1] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Martin Honecker: Kapff. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 130–132 (deutsche-biographie.de).; Peter Schiffer: Vorwort zum Familienarchiv Kapff (Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 3/67) [2] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Martin Honecker: Kapff. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 130–132 (deutsche-biographie.de).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 48, § 57, a [3] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 41, § 28, a [4] (abgerufen am 12. Oktober 2025); Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, drittes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 139, § 466, a [5] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Martin Honecker: Kapff. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 130–132 (deutsche-biographie.de).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 41, § 28, a [6] (abgerufen am 12. Oktober 2025); Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, drittes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 140, § 466, e [7] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Kirchenbücher Stuttgart Stiftskirche, Taufregister 1808–1812, S. 131 (Eltern: Johann Friederich Melchior Kapff und Christina Charlotta Rapp); Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 50, § 66, d [8] (abgerufen am 12. Oktober 2025); Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, achtes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1854, S. 49, § 109, a [9] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 44, § 42 [10] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 39, § 22, b [11] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 50, § 66, b [12] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Kapff, Sixt Carl von bei Württembergische Kirchengeschichte Online (abgerufen am 12. Oktober 2025); Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, zweites Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1852, S. 113, § 365, b [13] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, fünftes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 41, § 28, a [14] (abgerufen am 12. Oktober 2025); Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, drittes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1853, S. 139, § 466, a [15] (abgerufen am 12. Oktober 2025); Kapff, Gottfried Ulrich David bei Württembergische Kirchengeschichte Online (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Agnes Luise Boecker, geb. von Kapff bei Bremer Frauen Geschichte (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Martin Honecker: Kapff. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 130–132 (deutsche-biographie.de).; Aline Charlotte von Kapff bei Bremer Frauen Geschichte (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Ferdinand Friedrich Faber (Hrsg.): Die Württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachrichten über die zu denselben berechtigten Familien, neuntes Heft, Verlag Franz Köhler, Stuttgart 1854, S. 30, § 81, c, aa [16] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Otto Titan von Hefner (Hrsg.): J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch, in einer neuen, vollständig geordneten und reich vermehrten Auflage mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen. Bd. 5,2. Zweitausend bürgerliche Wappen, S. 4 [17] und Tafel 7 [18] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Maximilian Gritzner; Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch, in einer neuen, vollst. geordneten und reich vermehrten Auflage mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen. Bd. 3,3. Der Adel der freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck, S. 12 [19] und Tafel 11 [20] (abgerufen am 12. Oktober 2025).
- ↑ Webseite der Ludwig von Kapff GmbH (abgerufen am 12. Oktober 2025).