Ludwig August Bollert
Ludwig August Bollert (* 19. März 1801 in Berlin; † 26. Mai 1861 in Potsdam) war ein deutscher evangelisch-reformierter Geistlicher. Als Feldpropst war er von 1832 bis 1860 der leitende Militärseelsorger der preußischen Armee.
Leben
Ludwig August Bollert besuchte das Köllnische Gymnasium in Berlin bis zu seiner Abschlussprüfung am 25. September 1820.[1] Er studierte Evangelische Theologie an der Universität Berlin. 1824 bestand er das Erste Theologische Examen (pro licentia concionandi) und 1826 das zweite (pro ministerio). Er wurde Militärseelsorger und Divisionsprediger bei der 2. Garde-Division. Mit Inkrafttreten der Militär-Kirchen-Ordnung vom 12. Februar 1832 wurde Bollert zunächst im Nebenamt Stellvertreter von Feldpropst Friedrich Wilhelm Offelsmeyer. Nach dessen Tod wurde er am 29. Juni 1836 Evangelischer Feldpropst der Armee. Damit verbunden war er zugleich Militäroberprediger des Gardekorps, des III. Armeekorps und der 2. Garde-Division.
Im Dezember 1836 wurde er mittels Verfügung zur Teilnahme an den Geschäften des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten als Referent oder Korreferent in allen Militärkirchensachen zugelassen. Bollert war ernanntes Mitglied der Preußischen Generalsynode 1846.
Der Feldpropst sollte in der Regel zugleich auch das Amt eines Oberpfarrers des Garde- und des III. Armeekorps mitversehen; ob auch die Stelle des Hof- und Garnisonpredigers in Potsdam, hing vom Ermessen des Königs ab. Als Feldpropst Bollert 1847 auch dieses Amt erhielt, siedelte er nach Potsdam über.[2] Zugleich war er nun Divisionsprediger der 1. statt der 2. Garde-Division. 1848 wurde Mitglied des Brandenburgischen Oberkonsistoriums, 1852 Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats. In der Bekenntnisfrage identifizierte er sich als reformiert.[3] Bollert war auch Domherr im Domkapitel am Dom St. Peter und Paul (Brandenburg an der Havel).
1850 erschien unter Bollerts Verantwortung eine revidierte Neuauflage des preußischen Militär-Gesang- und Gebetbuches, das Kirchenbuch für das königlich-preußische Kriegsheer. Eine Revision der Militärkirchenordnung blieb unvollendet.
Da Bollert schwer erkrankte, wurde 1860 Peter Thielen mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Feldpropsten betraut; nach Bollerts Tod wurde Thielen am 11. März 1862 zu seinem Nachfolger ernannt. Unter Thielen wurde der Dienstsitz wieder nach Berlin verlegt.
Bollert war seit 1827 verheiratet mit Jacobine Christiana Sophia, geb. Engelmann. Zu den zahlreichen Kindern des Paares zählte Franz Bollert. Arthur Bollert, Karl Bollert und Martin Bollert waren seine Enkel.
Ehrungen
- Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Berlin (8. Mai 1854)
- Roter Adlerorden
- 4. Klasse (1839)
- 3. Klasse mit Schleife (22. Januar 1843)
- 2. Klasse mit Eichenlaub[4]
- Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Ritter
- Russischer Annenorden, 3. Klasse
Literatur
- Reinhard Lüdicke: Die preußischen Kultusminister und ihre Beamten im ersten Jahrhundert des Ministeriums 1817–1917. Stuttgart und Berlin: Cotta 1917. S. 54f
- Arthur Bollert: Feldpropst August Bollert 1801-1861. Magdeburg 1918
Einzelnachweise
- ↑ Biographische Stationen im Wesentlichen nach Reinhard Lüdicke: Die preußischen Kultusminister und ihre Beamten im ersten Jahrhundert des Ministeriums 1817–1917. Stuttgart und Berlin: Cotta 1917. S. 54f
- ↑ Julius Langhaeuser: Das Militärkirchenwesen im kurbrandenburgischen und Königlich Preussischen Heer: seine Entwickelung und derzeitige Gestalt. Metz: Müller 1912, S. 82
- ↑ Reformierte Kirchenzeitung 1852, S. 144
- ↑ Dieser und die folgenden nach Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat 1859, S. 135
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Friedrich Wilhelm Offelsmeyer | Evangelischer Feldpropst der Preußischen Armee 1836–1860 | Peter Thielen |