Lucia Wagner
Sr. Lucia Wagner OSB (* 20. April 1938 in München) ist eine Benediktinerin und dritte Priorin der Benediktinerabtei Venio in München-Nymphenburg.
Leben
Geboren wird Renata Wagner als erstes Kind des Architekten Max Wagner und seiner Frau Hedwig, geb. Auer, Sportlehrerin und Kunsterzieherin, am 20. April 1938 in München. 1942 wurde ihre Schwester Ruth geboren. Sie kam aus einer Künstlerfamilie, die Großmutter väterlicherseits war Pianistin, die mütterlicherseits eine begeisterte Opernanhängerin. Der religiöse Maler Heinrich Maria von Hess (1798-1863), Mitbegründer der Alten Pinakothek, war ihr Ururgroßvater. Nach dem Tod des Vaters – gefallen am 2. Januar 1943 nahe Stalingrad – wurde die Witwe mit den beiden Kindern nach Lenggries evakuiert, kehrte aber, nachdem die dortige Unterkunft von Bomben getroffen war, 1945 nach München zurück. Von 1948 bis 1957 Besuch des Mädchenrealgymnasiums München Nord (jetzt: Sophie-Scholl-Gymnasium). Nach dem Abitur und einer kurzen Studienzeit an der Münchner Akademie der Bildenden Künste beendet sie 1963 ihr Studium der Germanistik und Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München LMU mit dem 1. Staatsexamen. Während ihres Referendariats für den Höheren Dienst an der Bayerischen Staatsbibliothek promoviert sie 1968 bei Hugo Kuhn. Von 1969 bis 1993 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek. 1964 tritt sie als Sr. Lucia in die benediktinische Kommunität Venio ein. 1965 legte sie die Einfache und 1968 die Ewige Profess ab. Von 1975 bis 1993 ist sie Magistra (Novizenmeisterin). 1993 wird sie als Nachfolgerin von Mutter Agape Gensbaur zur 3. Priorin der Gemeinschaft gewählt und übt das Amt bis 2010 aus. Seit 1976 arbeitet sie in mehreren diözesanen Gremien mit. Sie ist seit 1983 Mitglied in der Theologischen Sektion der Bayerischen Benediktinerakademie, jetzt: Benediktinische Akademie Salzburg, zeitweise Dekanin der Sektion. Von 1994 bis 2002 arbeitet sie in der REKOSÄK (Regelkommission der Salzburger Äbtekonferenz) mit, von 1999 bis 2008 in der Communio Internationalis Benedictinarum (CIB), der weltweiten Verbindung aller Benediktinerinnen und ist von der Vereinigung der Benediktinerinnen des deutschen Sprachraums (VBD) gewählte Vertreterin für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Skandinavien und Südtirol. 2003 wird sie von Abtprimas Notker Wolf zu seiner Delegatin für ein in Tschechien zu gründendes Kloster ernannt und ist ab 2004 für die Neugründung verantwortlich, die 2007 als Niederlassung der damaligen Kommunität Venio in Prag auf dem Areal der Wallfahrtskirche Maria de Victoria auf dem Weißen Berg eingeweiht wird. Die Benediktiner von S. Markéta, Břevnov, hatten das Pfarrhaus ihrer Filialpfarrei als Kloster zur Verfügung gestellt. Seit 1993 arbeitet Sr. Lucia Wagner im Archiv der Abtei Venio.[1]
Literatur
- Renata Wagner, Ein nücz und schone ler von der aygen erkantnuß. Des Pseudo-Johannes von Kastl „Spiritualis philosphia“ deutsch. Text und Untersuchungen. München: Beck 1972 (Münchner Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters Bd. 39)
- Renata Wagner, Margot Attenkofer, Helmut Hell, Karl Amadeus Hartmann und die Musica Viva. Essays. Bisher unveröffentlichte Briefe an Hartmann. Katalog zur Ausstellung 19. Juni bis 29. August 1980. München, Zürich: Piper. 372 S. (Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungs-Kataloge. 21)
- Renata Wagner, „Entweder wird es gut hier, oder ich laufe davon!“ Mottls erste Münchner Zeit im Spiegel seiner Tagebuchaufzeichnungen. In: Jugendstil-Musik? Münchner Musikleben 1890-1918. In: Bayerische Staatsbibliothek, Ausstellung 19.5.- 31.7.1987. Katalog. Wiesbaden: Reichert 1987, S. 76–91
- Kommunität Venio OSB. In: Frauenorden in Deutschland. Hrsg. von Klaus Schreiner. 1993, S. 185–189
- Venio. Eine Möglichkeit benediktinischen Lebens heute. Hrsg. von Livia Leykauf. Mit Beiträgen von Eustochium Bischopink, Agape Gensbaur, Carmen Tatschmurat u. Lucia Wagner. München 1999
- Venio. In: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 10, Sp. 593f
- Offizielle Anerkennung der Communio Internationalis Benedictinarum und Streiflichter von der Konferenz der CIB in Assisi und vom Äbtekongress in Rom 2004. In: Monastische Informationen. Typoskript 2 S.
- „Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15; RB Prol 17). Ein Ausschnitt aus dem Zusammentreffen der Delegiertenkonferenz der CIB mit der UNZBU in Sydney im September 2003. In: Erbe und Auftrag 80, 2004, S. 251f
- La CIB à Assise et au Congrès des Abbés. In: Alliance InterMonastères. Bulletin 83
- Der Liebe glauben lernen. In: Die Botschaft Benedikts. Die Weisheit seiner Äbte und Äbtissinnen. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verl. 2008, S. 48–55
- Anežka Najmanová und Lucia Wagner: Die Venio-Kommunität in Prag. Ein tschechisch-deutsches Benediktinerinnenkloster. In: Ordenskorrespondenz 52. 2022, S. 49–59
- „Christus mit Herzen, Geist und Händen dienend“. Die Bildhauerin Maria Elisabeth Stapp (1908-1995) in ihren Jahren im Venio 1926-1940. Kleine Ausstellung zum 25. Todestag. 26.9.2020-15.1.2021. Begleitheft. Hrsg. von Lucia Wagner. München 2020. 72 S.
Weblinks
- Homepage der Abtei Venio
- Lexikon für Theologie und Kirche (LThK)
- Webseite der Vereinigung der Benediktinerinnen in Deutschland
- Webseite der CIB
- Artikel auf www.orden.de