Louis Buderus

Louis Buderus (* 10. August 1935; † 30. August 2007) war ein deutscher Fußballspieler, Funktionär, Architekt, Baugesellschafter und Politiker. Als Fußballspieler hat der Defensivspieler von 1957 bis 1960 in der damals erstklassigen Oberliga Südwest für SV Eintracht Trier 74 Oberligaspiele (1 Tor) absolviert.[1]

Karriere

Fußball

Buderus hatte ab seinem 10. Lebensjahr bei den Grün-Weiß-Roten des SV Langendreer 04 im Osten von Bochum Fußball gespielt. Als im Frühjahr 1953 der DFB erstmals mit einer A-Juniorenauswahl am FIFA-Juniorenturnier in Belgien teilnahm, gehörte der talentierte Jugendspieler von Langendreer 04 der deutschen Auswahl unter Trainer Dettmar Cramer an, unter dem er auch zuvor in der Westdeutschen Jugendauswahl gefördert worden war. Am 31. März 1953 gewann die DFB-Jugend in Lüttich ihr erstes Turnierspiel mit 3:2 gegen Argentinien. Buderus lief als Mittelläufer auf und wurde von den beiden Außenläufern Karl Hoffmann und Gerhard Scholz im damaligen WM-System unterstützt. Im Angriff begann die internationale Karriere von Mittelstürmer Uwe Seeler, eingerahmt von den beiden Halbstürmern Ernst-Günter Habig und Klaus Stürmer.[2]

Buderus wechselte aus der Landesliga Westfalen zur Saison 1957/58 in die damals erstklassige Oberliga Südwest zu Eintracht Trier. Von 1957 bis 1960 war Buderus für SV Eintracht Trier 05 in der Oberliga Südwest aktiv. Das beste Ergebnis mit seiner Mannschaft erzielte er am Saisonende 1958/59 mit dem achten Platz, wobei er in allen 30 Ligaspielen (1 Tor) aufgelaufen war.

Der Defensivspieler debütierte am 11. August 1957 bei einem 2:0-Heimerfolg gegen Tura Ludwigshafen in der Oberliga Südwest. Vor Torhüter Walter Butscheidt übte er die Rolle des Mittelläufers aus und bekleidete damit die Position des Abwehrchefs im damaligen WM-System. Zu einem Höhepunkt wurde das Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern am 13. Oktober 1957 im Moselstadion, als der Mann aus Langendreer dabei die Fußballkünste von Fritz Walter und Ottmar Walter erlebte und er mit der Eintracht vor 15.000 Zuschauern ein 2:2 zustande brachte. Trier belegte am Rundenende den 14. Tabellenrang und Buderus hatte 22 Ligaspiele für Trier bestritten. Mit Halbstürmer Günter Herrmann und Defensivspieler Norbert Stoll gehörten in seinem Trierer Debütjahr noch zwei weitere ehemalige Spieler der DFB-Jugendnationalmannschaft dem Kader von Eintracht Trier an. Herrmann wechselte aber zur Saison 1958/59 in die Süddeutsche Oberliga zum Karlsruher SC.

Als mit Elmar May (29/8) und Paul Pidancet (27/14) zur Saison 1958/59 zwei abschlussstarke Offensivspieler den Kader der Trierer verstärkten, gelang der Sprung auf den 8. Rang und Mittelläufer Buderus hatte alle 30 Rundenspiele (1 Tor) bestritten. Beide Spiele gegen den 1. FC Kaiserslautern konnten Buderus und Kollegen ausgeglichen gestalten und verloren jeweils nur mit einem Tor Unterschied (2:3/1:2). Am letzten Rundenspieltag, den 26. April 1959, erzielte Karl Schmidt erst in der 85. Minute den 2:1-Siegtreffer für die „Roten Teufel“ und Buderus hatte sich im Kampf mit dem Lauterer-Innentrio gegen Horst Eckel, Friedel Späth und Willi Wenzel beachtlich aus der Affäre gezogen. Buderus hatte als einziger Trierer alle 30 Rundenspiele absolviert.

Mit dem Spiel am 10. April 1960, 1:0-Heimsieg gegen den SC Ludwigshafen, endete die Laufbahn von Louis Buderus in der Oberliga Südwest. Drei Spieltage zuvor, am 13. März, hatte er mit seinen Trierer Mannschaftskameraden das Heimspiel gegen den souveränen Meister FK Pirmasens mit 2:5 verloren. Der FKP-Angriff mit den torgefährlichen Stürmern Heinz Hohmann (19 Tore), Heini Seebach (13 Tore), Herbert Schroer (14 Tore), Helmut Kapitulski (26 Tore) und Hilmar Weishaar (6 Tore) hatte sich dabei für die von Buderus angeführte Trierer Verteidigung als zu gut erwiesen.

Funktionär, Architekt und Baugesellschafter, Politiker

Seit 1969 war der ehemalige SV 04 Aktive im Fußballausschuss seines Heimatvereines aktiv und übernahm 1970 das Amt des Zweiten Vorsitzenden. Zusätzlich übte er ab 1972 auch das Amt des 2. Vorsitzenden im Gesamtverein aus. Ab 1978 war der Architekt und Baugesellschafter der Vorsitzende der Fußballabteilung und bekleidete dieses Amt bis ins Jahr 2000. Daneben führte er auch ab 1982 als Vorsitzender den Gesamtverein. Ab Mitte der Siebziger war er maßgeblich beim Aufbau der Tennisabteilung beteiligt gewesen, deren Vorsitzender über Jahrzehnte sein Bruder Werner war. Im Rat der Stadt Bochum war der langjährige SPD-Fraktionsvize zusätzlich 20 Jahre aktiv gewesen.

Der Ehrenvorsitzende des Gesamtvereins hatte als Vorsitzender und Sponsor 1983 den Sportverein als Meister der Verbandsliga Westfalen (Südwest) in die Oberliga Westfalen geführt.

Literatur

  • Hardy Grüne, Lorenz Knieriem: Spielerlexikon 1890 bis 1963. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-148-2. S. 46.
  • Werner Skrentny (Hrsg.): Teufelsangst vorm Erbsenberg. Die Geschichte der Oberliga Südwest 1946 bis 1963. Klartext Verlag. Essen 1996. ISBN 3-88474-394-5.

Einzelnachweise

  1. Hardy Grüne, Lorenz Knieriem: Spielerlexikon 1890 bis 1963. S. 46
  2. Karl-Heinz Heimann, Karl-Heinz Jens: Kicker Almanach 1989. Copress-Verlag. München 1988. ISBN 3-7679-0245-1. S. 406