Ligota Tułowicka

Ligota Tułowicka
Ellguth-Tillowitz
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Ligota Tułowicka
Ellguth-Tillowitz
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Opole
Powiat: Opole
Gmina: Tułowice
Geographische Lage: 50° 35′ N, 17° 39′ O
Einwohner: 165 (2013[1])
Postleitzahl: 49-130
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 405 NiemodlinKorfantów
Nächster int. Flughafen: Breslau

Ligota Tułowicka (deutsch: Ellguth-Tillowitz, 1936–1945 Steinaugrund) ist ein Ort in Oberschlesien in der Stadt- und Landgemeinde Tułowice im Powiat Opolski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie

Ligota Tułowicka liegt zwei Kilometer südlich von Tułowice und etwa 25 Kilometer südwestlich von Opole in der Nizina Śląska (Schlesischen Tiefebene) an der Steinau (Ścinawa Niemodlińska). Südlich und westlich erstrecken sich weitläufige Waldgebiete, die zum Forst Tułowice gehören. Östlich vom Dorfkern liegt der Basalt-Tagebau Rutki-Ligota.[2]

Geschichte

Das Dorf wurde 1376 erstmals urkundlich als Elgotha erwähnt. Für 1451 ist es ebenfalls als Elgotha belegt.[3]

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Ellguth-Tillowitz mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.

Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Ellguth-Tillowitz ab 1816 zum Landkreis Falkenberg O.S. im Regierungsbezirk Oppeln. 1845 bestand das Dorf aus 47 Häusern, einer Mühle und einem Vorwerk. Im gleichen Jahr lebten in Ellguth-Tillowitz 425 Menschen, davon 10 evangelisch.[4] 1855 lebten 513, 1861 wiederum 537 Menschen im Ort. 1865 zählte das Dorf neun Bauer-, 21 Gärtner- und zwölf Häuslerstellen.[5] 1874 wurde der Amtsbezirk Tillowitz gegründet, welcher aus den Landgemeinden Baumgarten, Ellguth-Tillowitz, Michelsdorf, Schedliske, Schiedlow, Seifersdorf, Tillowitz und Weiderwitz und den Gutsbezirken Baumgarten, Ellguth-Tillowitz, Schedliske, Schiedlow, Seifersdorf, Tillowitz und Weiderwitz bestand.[6] 1885 zählte Ellguth-Tillowitz 455 Einwohner.[7]

1933 lebten in Ellguth-Tillowitz 536 Einwohner. Am 10. Juni 1936 wurde der bisher Ellguth-Tillowitz genannte Ort in Steinaugrund umbenannt. 1939 lebten 551 Einwohner im Dorf.[8] Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Falkenberg O.S.

Die Rote Armee rückte am 18. März 1945 im Dorf ein. Danach kam der bisher deutsche Ort an Polen, wurde in Ligota Tułowicka umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Am 28. September 1945 kamen alle Einwohner ins Arbeits- und Internierungslager Łambinowice. Ein Teil der Bevölkerung konnte später nach Ligota Tułowicka zurückkehren, der Großteil der Einwohner wurde jedoch im Juni 1946 vertrieben.[9]

1950 wurde Ligota Tułowicka der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Opolski. 2006 lebten in Ligota Tułowicka 152 Einwohner.[3]

Sehenswürdigkeiten

  • Wegekapelle mit Glockenturm
  • Wegekreuz

Söhne und Töchter des Ortes

  • Herbert Mende (* 1939; † 1968), Todesopfer an der Berliner Mauer
Commons: Ligota Tułowicka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Tułowice (powiat opolski, województwo opolskie) w 2013 r. Online (xls-Datei)
  2. Basalt-Tagebau Rutki-Ligota
  3. a b Urząd Marszałkowski Województwa Opolskiego, Sołectwa – Ligota Tułowicka, abgerufen am 19. September 2018.
  4. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 117.
  5. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 1132
  6. Rolf Jehke: Amtsbezirk Tillowitz. In: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 – 1945, 12. Juli 2016, abgerufen am 20. Juni 2023.
  7. Kreis Falkenberg O.S.
  8. Michael Rademacher: Landkreis Falkenberg. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 3. September 2017.
  9. Heimatverein des Kreises Falkenberg O/S: Heimatbuch des Kreises Falkenberg in Oberschlesien. Scheinfeld, 1971. S. 244–245