Liebeszauber (1986)
| Film | |
| Titel | Liebeszauber |
|---|---|
| Originaltitel | El amor brujo |
| Produktionsland | Spanien |
| Originalsprache | Spanisch |
| Erscheinungsjahr | 1986 |
| Länge | 100 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Carlos Saura |
| Drehbuch | Carlos Saura Antonio Gades |
| Produktion | Emiliano Piedra |
| Musik | Manuel de Falla |
| Kamera | Teodoro Escamilla |
| Schnitt | Pablo del Rey |
| Besetzung | |
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Liebeszauber, im DDR-Fernsehen auch Magische Liebe (spanischer Originaltitel El amor brujo) ist ein spanischer Film in der Regie von Carlos Saura. Er ist der 3. Teil der Flamenco-Trilogie, den er 1985 nach Bluthochzeit (1981) und Carmen (1983) drehte.
Der Film basiert auf der Ballett-Version von Manuel de Fallas El amor brujo. Er schrieb das Stück ursprünglich für ein Ensemble von Roma nach einem Libretto von María de la O Lejárraga. Die Uraufführung 1915 in Madrid war nicht sehr erfolgreich, woraufhin der Komponist den Anteil der gesprochenen Dialoge reduzierte und das Stück zu einem Ballett umarbeitete.
Carlos Sauras Verfilmung ist die dritte nach der von Antonio Fernández-Román (1949) und der von Francisco Rovira Beleta (1967). Schon 1967 war Antonio Gades der männliche Hauptdarsteller.[1]
Handlung
In Sauras El amor brujo spielt die Handlung in einer Siedlung, die mit Altmetall, Autowracks und anderem Müll übersät ist. Candelas ist seit ihrer Kindheit durch eine Abmachung der Väter dazu bestimmt, José zu heiraten. Als sie erwachsen werden und heiraten, wird klar, dass José Candela betrügt und dass Carmelo sie schon immer geliebt hat. José stirbt bei einer Messerstecherei, für die Carmelo zu Unrecht ins Gefängnis kommt. Candela wird vom Geist ihres toten Mannes besucht. Nach vier Jahren im Gefängnis kehrt Carmelo zurück und findet Candelas in diesem aufgewühlten Zustand vor. Auf Anraten der Tía Rosario tanzt Lucía, eine Freundin Candelas, mit dem Geist einen rituellen Feuertanz und bricht den Bann, sodass Candela und Carmelo sich offen lieben können.[2]
Soundtrack
Die Ballettmusik von Manuel de Falla wurde vom Spanischen Nationalorchester unter Jesús López Cobos eingespielt. Sängerin war die verstorbene Rocío Jurado. Zur Ballettmusik wurden Dialoge und Volkslieder hinzugefügt.[3]
Rezeption
Das Lexikon des internationalen Films hebt die „Verschmelzung pantomimisch betonter Musik-Choreografie mit neuen Formen sinnfälliger Kulturkritik“[4] hervor.
Der spanische Sender RTVE sieht in den Zutaten „Liebe, Tod und Tanz, drei Elemente, die der Regisseur gekonnt zu kombinieren versteht (Original: amor, muerte y baile, tres elementos que el director sabe combinar)“ das Erfolgsrezept. „Das Werk von Manuel de Falla, die Stimme von Rocío Jurado und der Tanz von Antonio Gades (Original: la obra de Manuel de Falla, la voz de Rocío Jurado y el baile de Antonio Gades)“ seien zentral für den Film.[1]
Zwiegespalten ist das Urteil des Kritikers Ángel Fernández-Santos des El Pais. Einerseits sei der Film „eine sehr sorgfältige Produktion. Als Filmprodukt ist er ausgezeichnet. Alles daran ist makellos[…] (Original: El amor brujo es una esmeradísima producción. Considerada como mercancía cinematográfica es excelente. Todo es impecable en ella[…])“[5] Auch lobt er: „Musik, Gesang, Tanz, Kamera, Licht, Kulissen, Bewegungen der Schauspieler und die Kontinuität des Ganzen sind an ihrem Platz. Die Maschinerie und das Handwerk sind perfekt aufeinander abgestimmt.(Original: Música, cante, baile, cámara, luz, decorado, movimientos de actores y el continuo de todo ello están en su sitio. La maquinaria y el oficio están perfectamente engrasados.)“[5] Allerdings kritisiert er das Drehbuch als mittelmäßig, weil es die Qualität von de Fallas Ballettmusik nicht auf den gesamten Film übertragen kann. „Der Film ist tiefgründig, wenn die Tiefe von de Falla ihn durchdringt, und oberflächlich, wenn Regisseur und Drehbuchautoren versuchen, diese Tiefe in Szenen ihrer eigenen Prägung fortzusetzen, die dem Niveau der Ursprungsszenen weit unterlegen sind. (Original: El filme es hondo cuando la hondura de Falla lo inunda y es superficial cuando director y guionistas intentan prolongar esta hondura en escenas de su propio cuño, disparatadamente inferiores al meollo de las escenas matrices.)“[5]
Ähnlich argumentiert Carol A. Hess, wenn sie z. B. auf die musikalischen Einschübe in de Fallas Komposition schreibt: „Einige von Sauras musikalischen Entscheidungen sind fragwürdig. Einzelne Stücke aus El amor brujo, gespielt von Jesús López-Cobos und dem Orquesta Nacional de España, werden ohne besondere Logik ein- und ausgeblendet. (Original: Some of Saura’s musical decisions are questionable. Individual numbers of El amor brujo, performed by Jesús López-Cobos and the Orquesta Nacional de España, fade in and out with no particular logic.)“[2] Zudem stellt sich ihr die grundsätzliche Frage: „Handelt Sauras El amor brujo also von realen sozialen Verhältnissen oder ist es eine Studioerfindung? Die mangelnde Kohärenz, die sprunghafte Struktur und die Zerstückelung von Fallas Partitur geben keinen Aufschluss darüber. (Original: So is Saura’s El amor brujo about real social conditions or is it a studio concoction? The lack of coherence, rambling structure, and dismemberment of Falla’s score offer no clue.)“[6]
Auszeichnungen
Nominiert in der Kategorie Bester Internationaler Fantasy Film[7]
- Gewinner in der Kategorie Beste Kamera: Teodoro Escamilla
- Gewinner in der Kategorie Beste Kostüme: Gerardo Vera
- Cannes 1986
- Der Film wurde 1986 außerhalb des Wettbewerbs bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt.[8]
Weblinks
- Liebeszauber bei IMDb
- Der spanische Sender RTVE über El Amor brujo ( Abruf=2025-11-09, spanisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b Rafael Muñoz: 'El amor brujo', de Carlos Saura: el baile Antonio Gades y Cristina Hoyos más la voz de Rocío Jurado. RTVE, 3. Januar 2025, abgerufen am 8. November 2025 (spanisch).
- ↑ a b Carol A. Hess: Manuel de Falla‘s El Amor Brujo. Oxford University Press, Oxford 2025, ISBN 978-0-19-762283-4, S. 87 (englisch).
- ↑ Andrés Fernández Rubio: Saura concluye el rodaje de 'El amor brujo'. In: El País. 30. September 1985, ISSN 1134-6582 (spanisch, elpais.com [abgerufen am 8. November 2025]).
- ↑ Liebeszauber. In: FILMDIENST. Lexikon des internationalen Films, abgerufen am 8. November 2025.
- ↑ a b c Ángel Fernández-Santos: La epidermis de lo hondo. In: El País. 26. März 1986, ISSN 1134-6582 (spanisch, elpais.com [abgerufen am 8. November 2025]).
- ↑ Carol A. Hess: Manuel de Falla‘s El Amor Brujo. Oxford University Press, Oxford 2025, ISBN 978-0-19-762283-4, S. 88 (englisch).
- ↑ Magische Liebe (1986) - Auszeichnungen - IMDb. Abgerufen am 6. November 2025 (deutsch).
- ↑ Festival de Cannes: El Amor brujo. In: festival-cannes.com. Archiviert vom am 2. Oktober 2012; abgerufen am 18. Juli 2009 (spanisch).