Leopold Kerscher
Leopold Karl Kerscher (* 1. Januar 1894 in Riedenburg; † 20. Januar 1945 in Albaching) war ein deutscher Schauspieler bei Bühne und Film sowie ein Hörspielsprecher.
Leben und Wirken
Der Sohn des Postexpeditors und Rechnungsbeamten Josef Kerscher und dessen Frau Therese, geb. Ernst,[1] besuchte das Theresien-Gymnasium München und nahm anschließend Schauspielunterricht beim Hofschauspieler Hans Gregory. Sein erstes Bühnenengagement erhielt er im Fach des jugendlichen Helden und Liebhabers am Stadttheater Passau. Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg wirkte Kerscher, wenngleich nur selten mit Festengagement, an mehreren Münchner Bühnen wie dem Lustspielhaus und dem Volkstheater und tourte im Rahmen von Gastspielen auch durchs Ausland. Mit dem Aufkommen des Rundfunks war er zudem laufend bei den Reichssendern München, Stuttgart, Wien und Berlin als Hörspielsprecher beschäftigt.[2]
Zum Film stieß Kerscher bereits in der Frühzeit der Weimarer Republik, als er für Komparsenrollen in Stummfilmen der UFA und Emelka engagiert wurde. Konkrete Filmtitel lassen sich derzeit jedoch nicht ausmachen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung intensivierte Kerscher, der Mitglied im Kampfbund für deutsche Kultur und ab 1934 auch der NSDAP war,[2] seine Filmarbeit und wirkte zunächst in zwei deutschnationalen, reaktionären Produktionen namens Stoßtrupp 1917 und Um das Menschenrecht mit. Seit den ausgehenden 1930er Jahren sah man Leopold Kerscher vor allem in kernigen Männergeschichten wie Arnold Fancks Ein Robinson und Luis Trenkers Der Feuerteufel sowie in weiß-blauen, alpinen Heimatgeschichten à la Der laufende Berg, Der Ochsenkrieg und Die Kreuzlschreiber, seinem letzten Film. Parallel nahm er auch an Wehrmachtstourneen zur Truppenbetreuung im Generalgouvernement teil.
Kerscher war von 1939 bis zu seinem Tod mit Hertha Pauli verheiratet. Im letzten Kriegswinter 1945 hielt er sich im oberbayerischen Albaching auf, wo er im Alter von 51 Jahren starb.[3]
Filmografie
- 1932: Wenn dem Esel zu wohl ist…
- 1933: Stoßtrupp 1917
- 1934: Um das Menschenrecht
- 1936: Die Jugendsünde
- 1937: Spiel auf der Tenne
- 1937: Der Schimmelkrieg in der Holledau
- 1938: Die Pfingstorgel
- 1939: Grenzfeuer
- 1939: Ein Robinson
- 1939: Der Feuerteufel
- 1940: Das sündige Dorf
- 1940: Der rettende Engel
- 1940: Liebesschule
- 1940: Feinde
- 1940: Hochzeitsnacht
- 1941: Der siebente Junge
- 1941: Der scheinheilige Florian
- 1941: Der laufende Berg
- 1941: Wetterleuchten um Barbara
- 1942: Violanta
- 1942: Der Ochsenkrieg
- 1943: Der kleine Grenzverkehr
- 1943: Der ewige Klang
- 1943: Peterle
- 1943: Tonelli
- 1943/47: Jugendliebe
- 1944/50: Die Kreuzlschreiber
Literatur
- Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, DNB 451560744, S. 816.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Stadt Riedenburg, Geburtsregister Standesamt Riedenburg, Nr. 1/1894.
- ↑ a b Bundesarchiv, Akten der Reichsfilmkammer, Personalakte Leopold Kerscher, R 9361-V/110612 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).
- ↑ Stadtarchiv Wasserburg am Inn, Sterbebuch Standesamt Albaching, Nr. 3/1945.