Leonard Cruz

Leonard Cruz (* 1965 in Pampanga) ist ein philippinisch-amerikanischer Tänzer, Choreograf, Pädagoge und Wissenschaftler, der seit den 1990er Jahren in Deutschland lebt. Er gilt als Pionier in den Bereichen Tanz, Theater und soziale Praxis und ist der erste Philippiner, der als Leiter einer Universitätsabteilung in Deutschland tätig ist.

Er begann seine künstlerische Laufbahn schon in jungen Jahren und studierte philippinischen und hawaiianischen Tanz. 1983 erhielt er die höchste nationale Auszeichnung von YoungArts und wurde als erster Filipino-Amerikaner zum Presidential Scholar in the Arts ernannt.[1] Er erwarb seinen B.A. und M.A. in Tanz an der UCLA,[2] gefolgt von einem M.F.A. in Performance / Choreografie und einem Ph.D. in Urban Education mit Schwerpunkt auf darstellender und kreativer Kunst an der University of Wisconsin–Milwaukee.[2]

Im Laufe seiner Karriere arbeitete Cruz mit renommierten Künstlern und Kompanien zusammen, darunter Robert Wilson, Kei Takeis Moving Earth, Shapiro & Smith Dance, Sally Silvers und mehrere Jahre lang mit der Bill T. Jones/Arnie Zane Company. Sein erstes professionelles Engagement in Deutschland hatte er bei Pina Bausch, wo er als Gastkünstler für das Tanztheater Wuppertal[2] und als Mitglied des Folkwang Tanzstudios auftrat.[1] Später wurde er Solist bei Susanne Linke und Urs Dietrich am Bremer Theater,[2] wo er begann, eigene Soloarbeiten zu entwickeln und schließlich das Leonard Cruz Tanztheater gründete.[2]

Cruz wurde für den Kurt-Jooss-Preis nominiert und von der Deutschen Tanzplattform für seine künstlerischen Beiträge ausgezeichnet. Er spielt eine aktive Rolle in der unabhängigen Tanzszene Deutschlands sowie in der akademischen und institutionellen Kunstausbildung.

Seit 2023 ist Cruz Professor und Direktor für Tanz und Theater im sozialen Bereich an der Hochschule für Sozialwissenschaften und Kunst (HKS-Ottersberg), wo er auch Vorsitzender des Fachbereichs Tanz und Theater im sozialen Bereich und Co-Direktor des Instituts für Kunsttherapien und Forschung ist.[2] Seine akademische und kreative Arbeit konzentriert sich auf soziale Gerechtigkeit in der Kunst, Storytelling, kulturelle Identität, kontemplative Praktiken sowie Rituale der Gemeinschaft und Transformation.

Cruz hat wichtige institutionelle Partnerschaften zwischen HKS-Ottersberg und Organisationen wie dem Theater Bremen, dem Deutschen Tanzfilminstitut Bremen, der Universität Hildesheim (mit Julius Heinicke) und der Hochschule Niederrhein (mit Nicola Scherer) initiiert. Von 2023 bis 2024 unterrichtete er außerdem an der Professional School of Education der Ruhr-Universität Bochum[3] gemeinsam mit Roger Friedlein und Christiane Mattiesson an der Philippinen-Sommerakademie.

Cruz erwarb 2013 an der University
of
Wisconsin‐Milwaukee[4]
einen Doktortitel in Urbane Pädagogik mit Schwerpunkt Darstellende und Kreative Künste: „Laban Movement Analysis as a Methodology for Promoting Creativity and the Arts“[5] und ist derzeit Mitglied des Vorstands des Landesverbands TanzSzene Bremen e.V.[6]

Veröffentlichungen

  • Storytelling Through Creative Arts and Contemplative Pedagogies, research paper for (Forschungs-)Netzwerk Achtsamkeit in der Bildung University of Leipzig. 2023
  • Storytelling Our Implicit Biases Through the Arts: An Intervention in Building Community, publication for the Internationales Theaterinstitut Academy Journal #4. 2023
  • Shapeshifting Game App., in co-operation with Spalteholz media.UG funded and for Dachverband Tanz Deutschland Distanz Solo. 2022
  • mit Create & Activate Ensemble et al.; NET/TEN Create & Activate Handbook. 2022
  • Integrative Health Coaching as the Health Promotion Expert at the Folkwang University of the Arts, publication for the Technicher Krankenkasse and Folkwang University of the Arts in Germany. 2020
  • mit Basting, Ann; The Penelope Project: An Arts Based Odyssey to Change Elder Care co-wrote The Magic of the Movement. University of Iowa Press. 2016
  • Laban Movement Analysis as a Methodology for Promoting Creativity and the Arts Across the Curriculum, Doctoral Dissertation for the University of Wisconsin-Milwaukee. ProQuest Publication. 2013
  • The Spiral in Southeast Asian Thought/Practice and its use in Western Dance Improvisation. Master of Fine Arts Thesis, University of Wisconsin–Milwaukee. 2009

Einzelnachweise

  1. a b Biography of Leonard Cruz. In: Leonardcruz's Blog. 5. Mai 2009, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b c d e f Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
  3. Romanistik Ruhr-Uni Bochum: Veranstaltungen. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
  4. Dr Leonard Arvisu Cruz: Laban Movement Analysis as a Methodology for Promoting Creativity and the Arts Across the Curriculum. 1. Mai 2013 (wisconsin.edu [abgerufen am 28. Oktober 2025]).
  5. Tanzrauschen: Dr. Leonard Cruz. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (deutsch).
  6. Landesverband TanzSzene Bremen: Über uns. 31. Mai 2021, abgerufen am 28. Oktober 2025.