Lefifi Tladi
Lefifi Tladi (* 1949 in Lady Selborne, Pretoria) ist ein südafrikanischer Dichter, Maler und Musiker, dessen Werk eng mit der Black-Consciousness-Bewegung verbunden ist.[1] Er lebte seit den späten 1970er-Jahren lange im Exil – zunächst in Botswana, später in Schweden –, wo er 1980 an der Gerlesborgsskolan Kunst studierte.[1] Für sein Lebenswerk erhielt er 2021 den Lifetime Achievement Literary Award der South African Literary Awards.[2]
Leben
Tladi wurde 1949 im Township Lady Selborne (Pretoria) geboren.[1] Im Jahr 1969 war er einer der Gründer der Formation Dashiki, die Jazz und Poesie verband.[1] Zuvor trat er zeitweise als Schlagzeuger der Malombo Jazz Messengers auf.[3] Mitte der 1970er-Jahre baute er in Ga-Rankuwa ein Museum für zeitgenössische schwarze Kunst auf, das von den Sicherheitsbehörden geschlossen wurde.[4] 1976 wurde er verhaftet und floh anschließend nach Botswana.[1] 1980 nahm er ein Kunststudium an der Gerlesborgsskolan in Stockholm auf.[1] Er lebte über viele Jahre in Schweden, blieb aber mit Südafrika verbunden und stellte 2009 im National Cultural History Museum in Pretoria aus.[5] 2024 war er „Featured Artist“ des Poetry-Africa-Festivals in Johannesburg, Bloemfontein und Durban.[6]
Wirken
Tladi verstand Kunst und Poesie als Mittel der Bewusstseinsbildung; er kritisiert eine ideologiefreie Protestdichtung der Gegenwart.[7] Sein Gedicht Ga Re Itshebeng, das häufig als Aufruf zu offenen, schonungslosen Selbstgesprächen zitiert wird, fand etwa in der Theaterarbeit Ekasi Lam (2019) Verwendung.[8] Mit der Serie der kalligrafischen Zeichnungen Alphabets of Fire zielte er auf eine dekolonisierte Bildsprache und ein neues, selbstbestimmtes Vokabular.[3] Gemeinsam mit dem Musiker und Kurator Geoff Mpakhati dokumentierte Tladi in den 1970er-Jahren die schwarze Kunstszene; ein großer Teil dieses Archivs befindet sich in seinem Haus in Mabopane.[4] 1974 gründete er zudem die Rezitationsgruppe The Poets (u. a. mit Kankana Matsena, Bushy Sepeng und Teboho Gilbert Mabale).[9] Für sein literarisches und künstlerisches Lebenswerk wurde er 2021 mit dem Lifetime Achievement Literary Award der South African Literary Awards ausgezeichnet.[2]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Lefifi Tladi, poet extraordinaire, an inspiration. In: SowetanLIVE. 5. Oktober 2007, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Press Release: 08 November 2021. In: South African Literary Awards. 8. November 2021, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Lighting up a new path. In: Wanted Online. 11. September 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Lifetime’s struggle gathers dust. In: Mail & Guardian. 22. April 2016, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ TLADI WILL INSPIRE SA ARTISTS. In: SowetanLIVE. 25. August 2009, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Diary: … Poetry Africa returns in October. In: Mail & Guardian. 29. August 2024, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Today's SA protest poets have no ideology, says Tladi. In: SowetanLIVE. 31. Mai 2013, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Play 'Ekasi Lam' pays tribute to kwaito & its impact on township life. In: Sunday Times (TimesLIVE). 1. September 2019, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ 'Somehow we survive': 28th Poetry Africa Festival invokes spirit of late activist Dennis Brutus. In: Sunday Times (TimesLIVE). 12. September 2024, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).