Lauretta Ngcobo
Lauretta Gladys Nozizwe Duyu Ngcobo, geb. Gwina (* 13. September 1931 in Ixopo; † 3. November 2015 in Johannesburg), war eine südafrikanische Schriftstellerin, Essayistin und Bürgerrechtlerin, deren Werk die Erfahrungen schwarzer Frauen unter der Apartheid in den Mittelpunkt rückten.[1] Nach mehr als drei Jahrzehnten im Exil kehrte sie 1994 nach Südafrika zurück und war anschließend rund elf Jahre Abgeordnete in der Provincial Legislature von KwaZulu-Natal; im Jahr 2008 erhielt sie für ihr literarisches und gleichstellungspolitisches Wirken einen Order of Ikhamanga in Silber.[2]
Leben
Ngcobo wurde als Tochter der Lehrer Rosa (geb. Cele) und Simon Gwina in Ixopo (KwaZulu-Natal) geboren, besuchte das Inanda Seminary bei Durban und war die erste Frau aus ihrer Region, die an der University of Fort Hare studierte.[3] Nach zwei Jahren Schuldienst arbeitete sie am Council for Scientific and Industrial Research in Pretoria.[3] Im Jahr 1956 war sie eine der Hauptrednerinnen des Frauenprotests gegen die Passgesetze in Pretoria.[4] 1957 heiratete sie Abednego Bhekabantu Ngcobo, einen führenden Bürgerrechtler des Pan Africanist Congress, der 1961 zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde.[3] 1963 floh sie mit zwei kleinen Kindern vor drohender Verhaftung aus Südafrika und lebte im Exil zunächst in Swasiland, dann in Sambia und schließlich im Vereinigten Königreich.[3] Dort arbeitete sie 25 Jahre lang als Lehrerin, wurde Leiterin einer Schule in Südlondon und war dort lange das einzige schwarze Mitglied des Kollegiums.[3] 1984 übernahm sie die Präsidentschaft von der Association for the Teaching of Caribbean, African, Asian and Associated Literatures.[1] 1994 kehrte sie mit der Familie zurück, unterrichtete zunächst wieder und war anschließend bis zu ihrem Ruhestand 2008 rund elf Jahre Abgeordnete in KwaZulu-Natal.[2] Sie starb am 3. November 2015 im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Johannesburg an den Folgen eines Schlaganfalls.[3] Sie hinterließ fünf Kinder und eine Schwester.[3]
Wirken
Ihr Debütroman Cross of Gold erschien 1981.[5] And They Didn’t Die wurde 1990 bei Virago veröffentlicht.[6] Ihr Werk stellt konsequent das Leben und den Widerstand ländlicher schwarzer Frauen im Südafrika unter dem Apartheid-Regime ins Zentrum.[1] Neben den Romanen veröffentlichte sie das Kinderbuch Fikile Learns to Like Other People (1994).[3] Als Herausgeberin verantwortete sie Let It Be Told: Essays by Black Women Writers in Britain (1987).[1] Im Jahr 2012 gab sie die Anthologie Prodigal Daughters: Stories of South African Women in Exile heraus.[7] Für ihr Lebenswerk erhielt sie 2006 bei den South African Literary Awards den Lifetime Achievement Literary Award.[8] 2008 wurde sie mit einem Order of Ikhamanga (Silber) ausgezeichnet.[2] 2012 ehrte sie die Stadt eThekwini als Living Legend.[9] 2014 verlieh ihr die Durban University of Technology die Ehrendoktorwürde.[10]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Lauretta Ngcobo obituary. In: The Guardian. 19. November 2015, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c Lauretta Ngcobo (1931–) – The Order of Ikhamanga in Silver. In: The Presidency. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e f g h Lauretta Ngcobo (1931–2015). In: Natalia 47. 2017, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Tribute to Lauretta Ngcobo. In: Centre for African Literary Studies (UKZN). 3. Dezember 2015, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Cross of gold: a novel (1981). In: Open Library. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ And They Didn't Die (1990). In: Google Books. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Prodigal Daughters: Stories of South African Women in Exile (2012). In: Google Books. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Lauretta Ngcobo – Lifetime Achievement Literary Award (2006). In: South African Literary Awards. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Ethekwini: City honours its living legends. In: The Witness. 10. September 2012, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Honorary Doctorate For Literary Figure and Activist – Lauretta Ngcobo. In: Durban University of Technology. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).