Laura Clifford Barney

Laura Clifford Barney, später Laura Dreyfus-Barney (* 30. November 1879 in Cincinnati, Ohio; † 18. August 1974 in Paris, Frankreich) war eine US-amerikanische Autorin und Anhängerin der Bahai-Religion.

Leben

Laura Clifford Barney war die jüngste Tochter des wohlhabenden Eisenbahnbesitzers Albert Clifford Barney (1855–1902) und seiner Frau Alice Pike (1857–1931). Ihre ältere Schwester Natalie Clifford Barney (1876–1972) war eine erfolgreiche Schriftstellerin und war unter anderem bekannt für ihre offen gelebten lesbischen Beziehungen. Gemeinsam besuchten die Schwestern das französische Mädcheninternat Les Ruches in Fontainebleau unter der Leitung von Marie Souvestre.

Laura kam in Paris durch die Kanadierin May Ellis Bolles (später Maxwell) in Kontakt mit der Bahai-Offenbarung und wurde um 1900 Bahai. Kurz darauf stellte Laura den Glauben ihrer Mutter vor, die ebenfalls zum Bahai-Glauben konvertierte. Bekannt wurde Laura durch ihre Gespräche mit Abdul-Baha zwischen 1904 und 1906 in Akkon, die als Beantwortete Fragen veröffentlicht wurden.

Die Beantworteten Fragen wurden 1908 zunächst in London auf Englisch veröffentlicht, noch im gleichen Jahr erschienen eine französische und eine persische Ausgabe. Laura arbeitete selbst mit ihrem späteren Ehemann, den französischen Gelehrten und Bahai Hippolyte Dreyfus (1873–1928), an der französischen Übersetzung der Beantworteten Fragen. 1911 heirateten sie und nahmen zusammen den Nachnamen Dreyfus-Barney an.

Ebenfalls auf Englisch veröffentlichte sie 1910 ein Drama in fünf Akten mit dem Titel „God’s Heroes“ über Qurrat al-ʿAin (unter Bahai vor allem bekannt als Tahirih).

Das Ehepaar Dreyfus-Barney unternahm viele gemeinsame Reisen und Aktivitäten im Dienste ihres Glaubens. Sie besuchten unter anderem die Festung Maku im Iran, in dem der Bab gefangen war, und andere Teilen Persiens, das Haus der Andacht in Aşgabat im russischen Teil Turkestans, Indochina und andere Teile von Ostasien.

Während des Ersten Weltkrieges arbeitete Dreyfus-Barney für das „American Ambulance Corps“ (1914–1915) und das Amerikanische Rote Kreuz (1916–1918) in Frankreich und half bei der Gründung des ersten Kinderkrankenhauses in Avignon (1918). Nach dem Tod ihres Mannes widmete sie sich internationalen humanitären und philanthropischen Aktivitäten, die insbesondere verschiedenen Einrichtungen der Bahai, dem Internationalen Frauenrat und dem Völkerbund bzw. später den Vereinten Nationen dienten. Für ihre Dienste wurde ihr 1925 der Titel Ritter und 1937 der Titel Offizier der französischen Ehrenlegion verliehen.

Sie starb am 18. August 1974 und wurde auf dem Cimetière de Passy in Paris beerdigt.

Literatur

  • Laura Clifford Barney: 'Abdu'l-Bahá - Beantwortete Fragen. Bahai-Verlag, Frankfurt am Main 1954.
  • Laura Clifford Barney: God’s Heroes. Lippincott Philadelphia, 1910.
  • Hugh C. Adamson: Historical Dictionary of the Bahá`í Faith (2. Auflage). The Scarecrow Press, Lanham (Maryland), Toronto, Oxford 2007.
  • Bahai World Centre (Hrsg.): The Bahai World, Vol. XVI. Haifa 1978, S. 535–538.
  • Mona Khademi: The Life of Laura Barney. George Ronald, Oxford 2022.