Landgericht Augsburg (älterer Ordnung)

Das Landgericht Augsburg war ein von 1862 bis 1879 bestehendes bayerisches Landgericht älterer Ordnung mit Sitz in Augsburg. Die Landgerichte waren im Königreich Bayern Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die 1862 in administrativer Hinsicht von den Bezirksämtern und 1879 in juristischer Hinsicht von den Amtsgerichten abgelöst wurden. Vorläufer des Landgerichts Augsburg war das Amtsgericht Göggingen mit Sitz in Göggingen.

Geschichte

Im Jahr 1806 wurde im Verlauf der Verwaltungsneugliederung Bayerns 1803 die Landgerichtsbezirke Göggingen, Schwabmünchen, Wertingen und Zusmarshausen gebildet. Sie gehörten ab 1808 zum Lechkreis und ab 1810 zum Oberdonaukreis. 1810 wurde Augsburg eine kreisunmittelbare Stadt. Ab 1838 gehörten die Landgerichte zum Kreis Schwaben und Neuburg, dem späteren Regierungsbezirk Schwaben.

Das Bezirksamt Göggingen wurde zum 1. Juli 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Göggingen und Schwabmünchen gebildet.[1] Doch wurde der Sitz des Bezirksamtes Göggingen bereits am 1. Oktober 1862 nach Augsburg verlegt und somit das Bezirksamt in Bezirksamt Augsburg und das Landgericht in Landgericht Augsburg umbenannt.[2] Das Landgericht Augsburg blieb als Gerichtsbehörde bis 1879 bestehen.

Das Landgericht Augsburg umfasste die Ortschaften Achsheim, Anhausen, Aystetten, Batzenhofen, Bergheim, Deuringen, Diedorf, Döpshofen, Edenbergen, Gablingen, Gersthofen, Gessertshausen, Göggingen, Hainhofen, Hammel, Haunstetten, Hirblingen, Inningen, Kriegshaber (seit 1916 Stadtteil von Augsburg), Langweid am Lech, Leitershofen, Lützelburg, Margertshausen, Neusäß, Oberhausen (seit 1911 Stadtteil von Augsburg), Ottmarshausen, Pfersee (seit 1911 Stadtteil von Augsburg), Reinhartshausen, Rettenbergen, Schlipsheim, Stadtbergen, Steppach, Stettenhofen, Täfertingen, Waldberg und Westheim.

Mit der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 kam es zur Errichtung des Amtsgerichts Augsburg als Nachfolger des Landgerichts älterer Ordnung, das gleichzeitig gebildete Landgericht Augsburg ist ein Gericht der zweiten Instanz und Nachfolger des Bezirksgerichts Augsburg.[3][4]

Literatur

  • Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 416.

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 434.
  2. Bekanntmachung den Sitz des bisherigen Landgerichtes und Bezirksamtes Göggingen dann des dortigen Bezirksarztes betr. - vom 28. Juli 1862 (Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern - Nr. 45/1862 - Sp. 2136)
  3. Königlich Allerhöchste Verordnung vom 2. April 1879, die Bestimmung der Gerichtssitze und die Bildung der Gerichtsbezirke betreffend (GVBl. S. 387 f.)
  4. Landgericht Augsburg. In: Königl. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Ackermann, München 1877, Sp. 1381–1386.