L’Opinion des femmes
L’Opinion des femmes (Die Meinung der Frauen) war eine Monatszeitung unter der Leitung von Jeanne Deroin, die von Januar bis August 1849 erschien. Sie vertrat feministische und sozialistische politische Ansichten in der Zeit des revolutionären Rückgangs im Jahr 1849.[1] Sie gilt als eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte der Feministinnen von 1848 und war eine der letzten revolutionären Zeitungen der Zweiten Republik.
Geschichte
Die Februarrevolution hatte die Gleichstellung der Geschlechter in Frankreich nicht verbessert; das Wahlrecht war auf Männer beschränkt und die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Frauen waren eingeschränkt. Dagegen wehrten sich verschiedene Gruppen – sowohl in Barrikadenkämpfen als auch mit politischen Initiativen.[2] Tatsächlich wurden die Möglichkeiten von Frauen aber zunehmend begrenzt: So wurde Frauen die Mitgliedschaft in politischen Clubs untersagt und die Zeitung La Voix des femmes wurde verboten.[1] Jeanne Deroin und Désirée Gay beantworteten dies mit der Veröffentlichung von La Politique des femmes, die zunächst ihren Namen in L’Opinion des femmes ändern musste und dann eingestellt wurde. Die eigentliche, in diesem Artikel behandelte L’Opinion des femmes wurde erst 1849 und damit nach der Wahl von Louis Napoléon gegründet.
L’Opinion des femmes erschien zwischen Januar[3] und August 1849 mit einigen Unregelmäßigkeiten monatlich in Paris. Tatsächlich war die Zeitung von Anfang an prekär, sie war laut Adrien Ranvier eine „arme Zeitung“, ganz wie ihre Herausgeberinnen.[4] Die erste Ausgabe wurde von Olinde Rodrigues finanziert[4], konnte aber anschließend nicht wie ursprünglich gewünscht als Wochenzeitung erscheinen. Dies geht aus dem Programmprospekt der Politique des femmes vom Juni 1848 hervor: „Diese Publikation wird aus 48 Ausgaben pro Jahr bestehen […] .“[4] Eines der Hauptziele dieser Zeitung war die Verknüpfung zwischen der Ausarbeitung einer Theorie und ihrer Umsetzung in die Praxis sowie der Bildung.
Jeanne Deroin kandidierte (ohne dass ein Frauenwahlrecht bestand) bei den Wahlen von 1849 und führte ihre Kampagne auch über die Opinin des femmes.[5] Die Kampagne wurde auch von den männlichen Sozialisten wie Pierre-Joseph Proudhon scharf abgelehnt.
Im August 1849 verschärften die Behörden die Auflagen an die Zeitung, was zu ihrer Einstellung führte.[6] Jeanne Deroin und Pauline Roland wurden nach weiteren Aktivitäten verhaftet; Deroin ging zu Beginn des Zweiten Kaiserreichs ins Exil.
Literatur
- Bibia Pavard, Florence Rochefort, Michelle Zancarini-Fournel: Ne nous libérez pas, on s’en charge : Une histoire des féminismes de 1789 à nos jours. La Découverte, 2020, ISBN 978-2-348-05567-6, 3; L’espoir égalitaire de 1848, S. 55–72 (google.de).
- Adrien Ranvier: Une féministe de 1848 : Jeanne Deroin. In: Revue d’Histoire du XIXe siècle – 1848. 1908 (persee.fr).
- Raimund Rütten: L’Héritage : de la révolution de février 1848. Musée de l’histoire vivante, 2024 (museehistoirevivante.fr [PDF]).
- Evelyne Sullerot: Journaux féminins et lutte ouvrière (1848–1849). In: Revue d’Histoire du XIXe siècle – 1848. 1966 (persee.fr).
Weblinks
- Presse nationale. In: Archives Calvados. (französisch).
- Ausgaben auf Gallica
- Angaben zu L’Opinion des femmes in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
Einzelnachweise
- ↑ a b Siehe Literaturliste Pavard, Rochefort und Zancarini-Fournel 2020
- ↑ Charles Tilly Lynn Lees: Le peuple de Juin 1848. In: Persée. Abgerufen am 1. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Opinion des Femmes. In: Archives Calvados. Abgerufen am 1. Januar 2026 (französisch).
- ↑ a b c Siehe Literaturliste Ranvier 1908
- ↑ L’Opinion des femmes vom 10. April 1849 auf Gallica
- ↑ Siehe Literaturliste Sullerot 1966, S. 115