László Szabó (Schauspieler)
László Szabó (geboren am 24. März 1936 in Budapest) ist ein ungarischer, seit 1956 in Frankreich lebender Schauspieler und Filmregisseur.
Leben
Geboren am 24. März 1936 in Budapest, verließ László Szabó Ungarn im November 1956 nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee.[1] Er emigrierte nach Frankreich, zog nach Paris und bezog als einer der ersten ungarischen Flüchtlinge eine Unterkunft in der Cité Universitaire. Schon bald darauf besuchte er eine Schauspielschule in der Rue Blanche.
Seinen ersten, sehr kurzen Auftritt in einem Film hatte er 1959 in Claude Chabrols Schrei, wenn du kannst (Les Cousins). Chabrol besetzte ihn auch in seinem folgenden Film, Schritte ohne Spur (À double tour), in dem er an der Seite Jean-Paul Belmondo spielte, der einen Ungarn namens László Kovács darstellte.
Wenige Jahre später, Anfang der 1960er Jahre, war er am Théâtre de Poche Montparnasse tätig und vermittelte dort einem anderen Schauspiel-Debütanten dessen erste Auftritte, mit dem ihm eine anhaltende Freundschaft verband – Yves Afonso.[2]
László Szabó ist neben Jean-Claude Brialy einer der beiden einzigen Schauspieler, die mit allen fünf namhaftesten Regisseuren der Nouvelle Vague – Chabrol, Jean-Luc Godard, Jacques Rivette, Éric Rohmer und François Truffaut – gedreht haben. Daneben war er auch in Großproduktionen wie Costa-Gavras’ Das Geständnis und Philip Kaufmans Verfilmung des Romans Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins zu sehen.
Die Website von Unifrance verzeichnet im Zeitraum von 1959 bis 2017 insgesamt 64 in Frankreich produzierte Filme, in denen László Szabó als Schauspieler, überwiegend in Nebenrollen, mitwirkte.[3] Daneben konnte er in Frankreich drei und in Ungarn einen Film als Regisseur realisieren.
Filmografie (Auswahl)
Als Schauspieler
- 1959: Schritte ohne Spur (À double tour)
- 1960: Der kleine Soldat (Le petit soldat)
- 1962: Die Geschichte der Nana S. (Vivre sa vie)
- 1964: Die Frauen sind an allem schuld – 5. Episode (Les plus belles escroqueries du monde)
- 1966: Made in U.S.A.
- 1970: Das Geständnis (L’Aveu)
- 1978: Ohne Datenschutz (Le Dossier 51)
- 1980: Die letzte Metro (Le Dernier Métro)
- 1982: Passion
- 1984: Die Günstlinge des Mondes (Les Favoris de la lune)
- 1984: Vollmondnächte (Les nuits de la pleine lune)
- 1984: Theater der Liebe (L’Amour par terre)
- 1988: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (The Unbearable Lightness of Being)
Als Regisseur
- 1975: Zig Zig
Weblinks
- László Szabó bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ Die biographischen Angaben folgen, wenn nicht im Einzelfall anders angegeben, dem Eintrag zu László Szabó auf der Website des Office français de Protection des Réfugiés et Apatrides (französisch; abgerufen am 7. November 2025).
- ↑ Mathieu Macheret: La mort de l’acteur Yves Afonso. In: Le Monde. 23. Januar 2018, abgerufen am 7. November 2025 (französisch).
- ↑ László Szabó bei Unifrance (französisch; abgerufen am 7. November 2025).